VollstÀndige Mitschrift der Sitzung 5, 2022-01-27.
Sprach am meisten: Christopher Förster (19% Wörter). Redner: 26, Wortmeldungen: 63.
Paul, du willst PrĂŒgel! â Heiterkeit] nur das wird dazu fĂŒhren, dass wir wirklich das volle Potenzial unserer Stadt entfalten können, indem wir die Expertise derer, die in VerbĂ€nden, Organisationen, Inte- ressenvertretungen, in der Wirtschaft, in der Wissen- schaft, in der Kultur, ĂŒberall dort, wo Menschen sich engagieren, fĂŒr unsere Stadt auch nutzen und indem wir zusammenarbeiten. Das ist eine Politik der Einbindung, die nötig ist, genau wie das VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass Er- folg nur gemeinsam erreicht wird. Es ist mir auch wichtig, dass in unserem Team, unseren Senatsverwaltungen, dem Team dieser Landesregierung, jeder einzelne unserer Senatoren und Senatorinnen, die alle heute hier sind, sich gemeinsam verabredet haben und gemeinsam fĂŒr sich gesagt haben: Wir ĂŒbernehmen Verantwortung fĂŒr diese Stadt. â Jeder und jede Einzelne hat sich verpflichtet, hat den Eid darauf geleistet, sein und ihr Bestes fĂŒr die Stadt zu geben. Wir alle mĂŒssen ein Interesse daran haben, dass jede und jeder Einzelne in unserem Team Erfolg hat. Das wird den Erfolg des Ge- samten ausmachen. Das ist auch nicht nur im Senat so, sondern lassen Sie mich auch als Grundprinzip einer guten Zusammenarbeit sagen: Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir mit dem Abgeordnetenhaus, mit dem Hohen Haus, dem Lan- desparlament, einen sehr engen Austausch, eine gute Zusammenarbeit pflegen, dass wir gemeinsam diesen Erfolg, den wir alle fĂŒr unsere Stadt wollen, auch voran- bringen. Deshalb ist Zusammenarbeit zwischen der Lan- desregierung und dem Parlament sehr wichtig fĂŒr die kommenden fĂŒnf Jahre und natĂŒrlich auch darĂŒber hin- aus. [Beifall bei der SPD, den GRĂNEN und der LINKEN â
Was wollen Sie denn Ă€ndern? Welchen Kurs haben Sie denn?] Wir haben uns viel vorgenommen. â Herr Czaja! Sie mĂŒssten sich ein bisschen gedulden. Eine RegierungserklĂ€rung ist ja ein bisschen lĂ€nger, und es kommt sofort, es geht sofort los. Die Spannung steigt. â NatĂŒrlich! Aber ich finde schon, dass am Anfang einer RegierungserklĂ€rung ein paar grundsĂ€tzliche Worte ste- hen mĂŒssen. Die haben Sie jetzt geschafft, jetzt kommt Teil zwei. Es wĂ€re schön, wenn Sie es schaffen, durchzuhalten und einfach zuzuhören. (Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 205 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Danke vielmals, das ist schön! â Ich sage Ihnen jetzt mal, was kommt, damit Sie sich ein bisschen darauf einstellen können: NatĂŒrlich wird es mir heute auch darum gehen, wie wir mit der Pandemie umgehen, und es wird mir darum gehen â das ist ja auch das Versprechen â, wie wir uns die Richtlinien der Regierungspolitik in den einzel- nen Senatsressorts vorstellen. Ich möchte jetzt gern noch mal auf das ganze Pandemie- geschehen eingehen. Ich will mich bei unserer Gesund- heits- und Wissenschaftssenatorin bedanken, die von Tag eins an sofort im Krisenmodus war, gemeinsam mit den anderen Senatsmitgliedern! Wir haben sehr herausfordernde Zeiten, und diese heraus- fordernden Zeiten bedeuten auch, dass es bei jeder politi- schen Entscheidung immer Menschen geben wird, die nicht damit einverstanden sind, denen der Kurs entweder zu hart, zu weich, zu mittig oder nicht ausreichend ist. Ăberhaupt wĂŒnschen sich natĂŒrlich alle, dass die Pande- mie vorbei ist. Das haben wir alle gemeinsam, und trotz- dem ist es wichtig, dass wir in der Situation, in der wir mit der Omikronvariante sind, mit den hohen Infektions- zahlen, die wir haben, adĂ€quat reagieren. Wir sehen, dass wir ĂŒberall in Deutschland die Herausforderungen haben, dass die Zahlen steigen, dass sich das, was wir bisher gemacht haben in Richtung Tests, Kontaktnachverfol- gung, auch Schutz der kritischen Infrastruktur, verĂ€ndern muss, weil wir Zahlen haben, die nicht zulassen, dass wir einfach mit den gleichen PrĂ€missen weiterarbeiten, die vielleicht noch im letzten Jahr galten. Die gute Nachricht ist: Wir haben deutlich mildere KrankheitsverlĂ€ufe. Die gute Nachricht ist: Wir haben viel mehr Menschen, die geimpft sind. Wir haben viel bessere Testmöglichkeiten. Wir haben Strategien und PandemiefolgenplĂ€ne fĂŒr unsere kritische Infrastruktur. Wir sind ganz anders aufgestellt als noch am Beginn. Ich will Ihnen auch sagen: Wir haben uns vorgenommen, das Impfen in den ersten Wochen der Regierungsarbeit ganz nach vorn zu stellen, in den Fokus. Wir haben das Boosterziel â wir wollten bis Ende Januar ĂŒber die HĂ€lfte der Berlinerinnen und Berliner geimpft haben â heute schon erreicht: 52 Prozent der Berlinerinnen und Berliner sind geboostert. Wir haben auch gesagt, wir wollen das 80-Prozent-Ziel bei den Erstimpfungen erreichen. Ich kann Ihnen sagen, mit Stand gestern: 79,9 Prozent der ĂŒber 18-JĂ€hrigen sind erstgeimpft, und ich gehe ganz klar davon aus, dass wir es schaffen, bis Ende Januar das 80- Prozent-Ziel bei den Erstgeimpften fĂŒr die ĂŒber 18- JĂ€hrigen zu erreichen, und das ist eine gute Nachricht. Wir haben, und auch das ist wichtig fĂŒr die EinschĂ€tzung der Situation, bei den ĂŒber 60-JĂ€hrigen bereits 91,2 Prozent Geimpfte. Das ist deutlich ĂŒber dem Schnitt, was die Gesamtbevölkerung angeht, und auch deutlich ĂŒber dem Bundesschnitt. Ich kann Ihnen auch sagen: Ich bin stolz darauf, dass wir gerade beim Impfen der Kinder und Jugendlichen im bundesweiten Vergleich wirklich ganz vorn sind. Der Stand gestern bei den 5- bis 17- JĂ€hrigen: 39,2 Prozent. Das heiĂt, wir werden auf jeden Fall in den nĂ€chsten Tagen sehr zĂŒgig ĂŒber die 40- Prozent-Marke bei den Kindern und Jugendlichen kom- men und haben damit eine Gesamtrate bei den Impfungen ĂŒber alle Altersgruppen von im Schnitt 76 Prozent. Das ist ein Erfolg, den wir erreicht haben, und dennoch muss dieses BemĂŒhen weitergehen, denn wir brauchen noch mehr. Deswegen ist es gut, dass wir einen Schwer- punkt auf das aufsuchende Impfen legen, auf das Fami- lienimpfen, auf das Kinderimpfen, auf die Frage: Wie kann die Impfung zu den Menschen kommen? â Es ist wichtig, dass wir das weiter tun und uns weiter daran beteiligen, ĂŒber das Impfen aufzuklĂ€ren. Impfen hilft, Impfen schĂŒtzt. Das ist wichtig, und das machen wir auch weiter. Allein das wird es nicht richten. Wir haben eine Notwen- digkeit, unsere Strategien beim Thema Testen und bei der Kontaktnachverfolgung anzupassen. Die MinisterprĂ€si- dentenkonferenz hat sich am Montag klar geĂ€uĂert, was jetzt erforderlich ist: dass eben ein neues Testregime erarbeitet wird, dass es eine Priorisierung bei den PCR- Tests geben muss, dass es notwendig ist, dass die vul- nerablen Gruppen besonders geschĂŒtzt werden. Berlin wird sich mit einer engagierten Gesundheitssenatorin in die Gesundheitsministerkonferenz einbringen und dort mitarbeiten, sehr zĂŒgig eine neue Testverordnung auf den Weg zu bringen und auch sehr zĂŒgig die neuen Regeln fĂŒr die Kontaktnachverfolgung mitzuerarbeiten, damit das auf bundesweiter Ebene gemeinsam gilt. Das sind die Punkte, die jetzt gemacht werden mĂŒssen. Berlin wird auf Bundesebene mit aller Kraft daran mitar- beiten. Aber eines ist auch wichtig: die Eigenverantwortung der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Daran kommen wir nicht vor- bei. Jeder Einzelne und jede Einzelne muss auch fĂŒr sich selbst Verantwortung tragen und ĂŒbernehmen. Es ist ganz einfach: Wer krank ist, bleibt zu Hause. Wer einen positi- ven Test hat, informiert Menschen, mit denen er Kontakt hatte. Wer wirklich helfen will, der lĂ€sst sich impfen. So einfach ist es. Wir werden auch in den kommenden Wochen weiter intensiv mit der Situation befasst sein. Wir hatten uns eigentlich im Herbst mal vorgestellt, dass wir viel (Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 206 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 schneller in die Neustartphase kommen, auch was die Wirtschaft betrifft. Da sind wir noch nicht. Wir sind in der ĂberbrĂŒckungsphase, in der ĂberbrĂŒckungshilfen- phase, aber ich bin unserem Senator Stephan Schwarz dankbar dafĂŒr, dass er gerade jetzt mit der Wirtschaft in Kontakt ist, dass er darĂŒber spricht, was jetzt gebraucht wird, und dass wir auch auf Bundesebene schon Schritte erreichen konnten fĂŒr die UnterstĂŒtzung unserer Wirt- schaft, fĂŒr den Einzelhandel, fĂŒr die Frage der ĂberbrĂŒ- ckungshilfen und der Hilfen bei den zusĂ€tzlichen Kon- trollen, die im Einzelhandel und in der Gastronomie nötig sind. All das kommt der Wirtschaft schon jetzt zugute, und wir bereiten die Phase vor, wo wir aus der ĂberbrĂŒ- ckung herauskommen hin zum Neustart. Wir werden alles dafĂŒr tun, dass wir diese Pandemie gut bewĂ€ltigen, dass wir unsere Wirtschaft, unsere Kultur, unser soziales Leben wieder neu starten können und dass wir die Gesundheit unserer Bevölkerung und ganz beson- ders gerade jetzt unsere kritische Infrastruktur schĂŒtzen. DafĂŒr ist es notwendig, dass wir uns wirklich tĂ€glich anschauen, ein Monitoring haben, wie die Lage ist, wie die Situation ist. Ich kann Ihnen sagen, dass das Monito- ring, das wir in Berlin eingefĂŒhrt haben, jetzt auf Bundes- ebene ĂŒbertragen wird. Es ist vereinbart worden, dass sich alle BundeslĂ€nder ein verstĂ€rktes Monitoring geben, um genau zu wissen, wie es mit der Wasserversorgung, der Stromversorgung, der Gesundheitsversorgung, der Lebensmittelversorgung, mit all den Bereichen ist, die notwendig sind, auch was den Verkehr betrifft, dass die Grundversorgung gewĂ€hrleistet ist. Wir machen das in Berlin. Wir erarbeiten gemeinsam mit den TrĂ€gern der kritischen Infrastruktur die PandemiefolgenplĂ€ne, damit wir gerĂŒstet sind, sollte der Personalausfall höher sein. Er ist noch nicht kritisch. Wir sind aber in einer BeeintrĂ€chtigungssi- tuation, das muss man auch sagen. Ich finde es wichtig, dass wir uns fĂŒr den Fall vorbereiten, dass es notwendig ist, sich ein StĂŒck weit auf die Grundversorgung zu kon- zentrieren, auf das, was nötig ist, damit die Daseinsvor- sorge unserer Bevölkerung jederzeit gesichert ist â und das machen wir auch. Wir haben uns in den ersten fĂŒnf Wochen zu einer Se- natsklausur getroffen, in der wir unser 100-Tage- Programm verabredet haben, und wir haben dort sehr konkrete Projekte aufgenommen, 40 nachweisbare, kon- krete Projekte. Die sind öffentlich. Sie können die alle nachlesen. Ich freue mich darauf, mit einem starken Team diese Projekte voranzubringen. Ich will Ihnen heute hier einiges vorstellen, nicht nur aus diesem 100-Tage-Programm, sondern auch darĂŒber hin- aus. Eines ist natĂŒrlich wichtig: Wir sind noch in der vorlĂ€ufigen Haushaltswirtschaft. Wir haben die Verant- wortung, gut mit den finanziellen Möglichkeiten hier im Land umzugehen, HandlungsspielrĂ€ume verantwortungs- voll auszunutzen, aber auch zielgerichtet zu nutzen. Wir haben uns darauf verstĂ€ndigt, dass wir uns eben nicht aus der Krise heraussparen, sondern dass wir investieren. Wir haben uns auch darauf verstĂ€ndigt, dass es seitens des Senats sehr zĂŒgig einen entsprechenden Beschluss gibt, der dann dem Abgeordnetenhaus zur Beratung ĂŒber- stellt werden kann. Daniel Wesener ist gerade in der Finanzministerkonferenz. Aber ich möchte auch ihm danken, stellvertretend Barbro Dreher, dass er das so mit Verve voranbringt, dass wir jetzt wirklich zĂŒgig in der Planung sind und am 22. Februar einen Beschluss ĂŒber den Haushaltsentwurf im Senat fassen werden, der dann dem Abgeordnetenhaus ĂŒberstellt wird. Darin wird es darum gehen, die soziale, ökologische, vielfĂ€ltige und wirtschaftsstarke Stadt voranzubringen. Was ist damit konkret gemeint? â Es geht darum, dass wir dafĂŒr sorgen, dass unsere Stadt sozial und bezahlbar bleibt, dass Menschen sich nicht Sorgen darĂŒber machen mĂŒssen, ihre Wohnung zu verlieren, dass sie nicht Sorge haben mĂŒssen, dass sie sich ihren Lebensunterhalt in Berlin nicht mehr leisten können, und dass sie nicht Sor- ge um existenzielle Fragen haben mĂŒssen. Unsere Aufga- be als soziale und demokratische rot-grĂŒn-rote Landesre- gierung ist es, dass wir uns darum kĂŒmmern, dass Menschen, die jetzt in Berlin zu Hause sind, auch die, die noch hierher kommen wollen, wissen, sie können in dieser Stadt auch in Zu- kunft gut leben. Das ist etwas, mit dem sich unser zentrales Ziel verbin- det. Die groĂe soziale Frage unserer Stadt, und das wis- sen wir alle, ist das Thema Wohnraum. Es ist das Thema: Wie können wir dem Mangel an bezahlbaren Wohnraum entgegenwirken? Und es ist das Thema, wie wir das auch wirklich â ich habe das im Vorfeld gesagt â zur Chefinnensache machen und gemeinsam mit einem starken Senator fĂŒr Stadtent- wicklung, Bauen und Wohnen dieses Thema voranbrin- gen. Es ist, glaube ich, einhellig gewesen, auch im Vorfeld zu dieser Legislaturperiode, dass es nötig ist, dass wir Wohnraum schaffen, (Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 207 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Wohnungen im unteren und auch im mittleren Preisseg- ment bauen und dass wir, wenn wir Wohnungen bauen, darauf achten, dass ein Anteil davon geförderter Wohnraum ist. Wir haben uns 20 000 neue Wohnungen pro Jahr vorgenom- men, davon 5 000 im geförderten, im unteren und mittle- ren Preissegment. Wir wollen Genehmigungsverfahren und Planungsprozesse beschleunigen, WohnbauflĂ€chen ausweisen und die soziale Wohnraumförderung weiter- entwickeln, auch die BundesunterstĂŒtzung dafĂŒr nutzen. Es ist sehr gut, dass Herr Senator Geisel sofort in die Vorarbeit gegangen ist und einen Projektbericht erarbei- tet, wie der Stand der aktuellen Genehmigungsverfahren ist, der Projekte, die wir zĂŒgig auf den Weg bringen kön- nen. Wir haben zugesagt, dass wir ein BĂŒndnis fĂŒr Woh- nungsneubau und bezahlbares Wohnen grĂŒnden werden. Ich freue mich, Ihnen an dieser Stelle mitteilen zu kön- nen, dass wir morgen in die GrĂŒndungsveranstaltung gehen können. Wir werden morgen mit der Auftaktsit- zung dieses BĂŒndnisses beginnen. Es wird ein BĂŒndnis sein, so wie wir es versprochen haben, aus landeseigenen und privaten Wohnungsbauunternehmen, aus Genossen- schaften, aus MieterverbĂ€nden, ganz klar auch mit der Aussage: Was wir tun mĂŒssen, um diese groĂe soziale Frage zu lösen, ist zweierlei â der Neubau von Wohnun- gen, bezahlbaren Wohnungen, aber auch der Mieter- schutz im Bestand. Beides wird Thema in diesem BĂŒnd- nis sein. Es soll nicht einfach eine Runde sein, in der man sich ĂŒber Schwierigkeiten austauscht, sondern es soll tatsĂ€ch- lich eine BĂŒndnisvereinbarung ĂŒber die Neubauziele, die Sanierungsziele und die energetische Sanierung zustande kommen, denn wir haben bei allem, was wir bauen, auch die Verantwortung fĂŒr den Klimaschutz. Ich weiĂ, dass es unserer Verkehrs-, Umwelt- und Klimaschutzsenatorin sehr wichtig ist, dass wir das auch berĂŒcksichtigen. Ich finde es gut, dass beide BĂŒrgermeister zugesagt haben, in der politischen BĂŒndnisrunde dabei zu sein und darauf zu achten, dass wir diese Themen entsprechend in das BĂŒndnis einbringen. Ich danke Bettina Jarasch und Klaus Lederer dafĂŒr, dass sie das machen und dass wir uns gemeinsam fĂŒr dieses groĂe Ziel einsetzen, denn es ist eine der wichtigsten groĂen Zukunftsfragen fĂŒr unsere Stadt. Deshalb wird das Thema Neubau, energetische Sanie- rung, Mieterschutz, aber auch stĂ€dtebauliche QualitĂ€t eine ganz groĂe Rolle spielen. Und da sind wir wieder bei den UNESCO-Weltkulturerbesiedlungen, die heute noch lebenswert und wertig sind. Wir haben nicht nur die Auf- gabe, viele Wohnungen zu bauen. Wir haben auch die Aufgabe, stĂ€dtebauliche QualitĂ€t zu bauen, Stadtquartiere zu bauen, die lebenswert und nicht die Brennpunkte der Zukunft sind. Das ist die Aufgabe. Wir wollen die nĂ€chsten sechs Monate bis zum Juni nut- zen, um in diesem BĂŒndnis fĂŒr Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen eine echte BĂŒndnisvereinbarung zu schlieĂen, in der sich alle beteiligten Partner wie in einer konzertierten Aktion dazu verpflichten, ihren Beitrag zu leisten, dass es gelingt. Ich kann Ihnen sagen, ich bin auch sehr erfreut darĂŒber, dass uns auch alle privaten Akteure in der Stadt zugesagt haben, mitzuarbeiten und ihren Beitrag einzubringen. Das ist ein gutes Signal. Wir werden parallel zu diesem BĂŒndnis etwas tun, wo wir nach Hamburg schauen können, was dort sehr erfolgreich war: die Senatskommission Wohnungsbau, bei der alle zustĂ€ndigen Senatsmitglieder, auch die Sozialsenatorin, der Stadtentwicklungssenator, der Finanzsenator, der Wirtschaftssenator, die beiden BĂŒrgermeister, dabei sein werden und ihre Sicht der Dinge einbringen. â Klaus sagt gleich, in der Senatskommission ist die Kul- tur eher selten vertreten, das stimmt, aber Klaus ist im politischen BĂŒndnis dabei â alles richtig, alles gut! Wir werden die Senatskommission so aufstellen, dass die Senatorinnen und Senatoren eine Fachverantwortung haben, wirklich an den konkreten Projekten dran sind, dass sie eine Sicht der Dinge haben, die an den konkreten Projekten orientiert ist. â Herr Czaja! Hören Sie mir zu, oder wollen Sie quatschen? â Das ist schön! Ich sage das gerne noch mal, damit da nichts falsch rĂŒberkommt: Die Senatskommission wird so wie in Hamburg dafĂŒr da sein, Lösungen bei den Projekten zu finden, bei denen wir sehen, es gibt Hindernisse oder Dinge, die nicht vorangehen, bei denen Entscheidungen getroffen werden mĂŒssen. Wir wissen, dass wir beim Wohnungsbau immer auch Konflikte haben. Wir haben immer auch Konflikte, was die unterschiedlichen Nut- zungsinteressen angeht. Manchmal ist es einfach erfor- derlich, dass am Ende eine politische Entscheidung ge- troffen wird. Sie geht vielleicht nicht immer in Richtung Wohnungsbau. Vielleicht wird sie auch zugunsten von GewerbeflĂ€chen gehen. Das kann sein. Vielleicht wird sie (Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 208 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 auch in Richtung soziale Infrastruktur gehen. Aber es muss entschieden werden. Mich bewegt, dass wir in unse- rer Stadt erteilte Baugenehmigungen fĂŒr 60 000 Wohn- einheiten haben. Diese 60 000 Wohneinheiten können wir nutzbar machen. Die mĂŒssen wir nutzbar machen. Die mĂŒssen wir ins Bauen bringen. Das ist die erste Aufgabe. Wenn wir feststellen, dass Wohnungsgenehmigungen dabei sind, wo derjenige, der die Genehmigung hat, nie die Absicht hatte zu bauen, sondern rein aus spekulativen Motiven eine Baugenehmigung hat, damit das Grund- stĂŒck teuer weiterverkauft werden kann â das ist ein Punkt, da muss ich Ihnen sagen: Da muss man auch ent- gegenwirken, denn das ist nicht das Ziel. Eines ist, glaube ich, gerade bei dem, was ich gesagt habe, deutlich geworden: Uns ist wichtig, in diesem BĂŒndnis â und so haben wir es immer vertreten â auf Kooperation statt Konfrontation zu setzen, auf Zusam- menarbeit, auf das gemeinsame BemĂŒhen. Ich sehe bei allen, die sich committet haben, in diesem BĂŒndnis mit- zuarbeiten, dass sie das wollen, und das werden wir auch so halten und voranbringen. Ich danke Herrn Senator Geisel, dass er das mit aller Kraft und Verve gemeinsam mit der Senatskanzlei vorbereitet hat. Ich möchte einen weiteren Punkt erwĂ€hnen, der mir auch wichtig ist, ich glaube, dass es vielen Berlinerinnen und Berlinern so geht, dass ein GrundbedĂŒrfnis neben dem bezahlbaren Wohnen sehr wichtig ist, und das ist das Thema Sicherheit, soziale Sicherheit, aber auch innere Sicherheit. Das ist ein Thema, das wir auch im Hinblick auf die Freiheit unserer Stadt betrachten mĂŒssen. Nur wer sich sicher fĂŒhlt, wer vor Anfeindungen, Hass, Bedro- hung und Gewalt geschĂŒtzt ist, kann sich frei entfalten und frei fĂŒhlen. Deswegen ist es wichtig, dass wir dieje- nigen stĂ€rken und unterstĂŒtzen, die sich tagtĂ€glich um unsere Sicherheit in der Stadt kĂŒmmern, die Polizistinnen und Polizisten, die BeschĂ€ftigten in den OrdnungsĂ€mtern, diejenigen, die in den Gerichten arbeiten, im Strafvollzug, all diejenigen, die sich darum kĂŒmmern, dass gearbeitet wird, um Men- schen vor Aggression und Gewalt zu schĂŒtzen, auch diejenigen, die sich tagtĂ€glich in der Zivilgesellschaft fĂŒr unsere Demokratie einsetzen, die mit ihrem privaten Leben und Einsatz aushalten mĂŒssen, dass sie im Netz oder auch durch tĂ€tliche Angriffe angefeindet werden, und trotzdem sagen, wir setzen uns fĂŒr unsere Demokra- tie und unser Land ein. Das ist wichtig. Ich möchte unserer Innensenatorin, Iris Spranger, danken, dass sie genau das tut: sich einsetzen fĂŒr die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner. Die Berlinerinnen und Berliner können darauf vertrauen, dass RechtsverstöĂe bestraft werden, dass es keine rechtsfreien RĂ€ume gibt und dass wir das auch vor Ort sichtbar machen â egal, ob mit einer erhöhten PrĂ€senz von Schutz durch die Kon- taktbereichsbeamten vor Ort, durch das Projekt KoB 100 oder durch eine stĂ€rkere PrĂ€senz an den kriminalitĂ€tsbe- lasteten Orten. Ich finde es richtig, dass ein Konzept fĂŒr die Kotti-Wache und auch ein Gesamtkonzept erarbeitet werden. Eine Wache allein wird es nicht richten. Das ist völlig klar. [Paul Fresdorf (FDP): Hört, hört! â
LĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig!] Aber ein Gesamtkonzept mit verstĂ€rkter PrĂ€senz, mit den Fragen Sauberkeit, Beleuchtung und den Fragen: Was passiert eigentlich entlang der U-Bahnhöfe und in den U-Bahnhöfen? Wie können wir diese Orte mit dem Ein- satz von Videotechnik, mit zusĂ€tzlicher Sicherheit im öffentlichen Raum stĂ€rken? Wie können wir entschieden gegen organisierte KriminalitĂ€t und fĂŒr mehr Opferschutz eintreten? â All das bedeutet ein sicheres Berlin. Das bedeutet eben auch, dass wir uns stark machen fĂŒr dieje- nigen, die das tun, und gleichermaĂen Sicherheit weiter fassen. Innere Sicherheit ist ein Aspekt, aber mindestens genauso wichtig ist das Thema soziale Sicherheit: der Schutz vor Armut, vor Ausgrenzung, vor Obdachlosigkeit. Ich freue mich sehr, dass wir mit Katja Kipping eine Senatorin im Senat haben, die sich dafĂŒr stark macht, die sich fĂŒr sozi- ale Sicherheit einsetzt, die ihre ersten Wochen, schon ihren ersten Tag ganz intensiv genutzt hat, das Thema Obdachlosigkeit in der Stadt fĂŒr sich klarzumachen. Sie sagt, das ist mit ihr verbunden. Sie will sich dafĂŒr einset- zen, dass das besser wird und dass wir das angehen. â Ich finde es gut, dass Sie auch den Masterplan zur Ăberwin- dung der Wohnungs- und Obdachlosigkeit weiterfĂŒhren, dass Sie sich auch darum kĂŒmmern, dass zusĂ€tzliche QuarantĂ€nemöglichkeiten geschaffen werden, dass Sie sich fĂŒr die SchwĂ€chsten in der Stadt und fĂŒr diejenigen, die wirklich Hilfe brauchen, einsetzen. Das tun Sie nicht allein, sondern Sie haben dabei die RĂŒckendeckung des gesamten Senats, denn eine lebenswerte Stadt ist nur eine, die sich um die SchwĂ€chsten kĂŒmmert. Jede Stadt wird nur so stark sein, wie sie es schafft, sich um die Ărmsten, um die, die wirklich in groĂer Not sind, zu kĂŒmmern. Deswegen mĂŒssen wir den Kampf gegen die Obdachlosigkeit voranbringen. (Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 209 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Ich finde es richtig, dass wir uns darauf verstĂ€ndigt ha- ben, gerade das Projekt Housing First voranzubringen. Wir sehen in anderen LĂ€ndern gute Erfahrungen damit. Wir sehen, dass es, wenn Menschen in Not sind, zu aller- erst wichtig ist, dass sie ein Dach ĂŒber dem Kopf haben, dass nicht erst nach zig anderen Dingen gefragt wird. NatĂŒrlich braucht es viel mehr als das Dach ĂŒber dem Kopf. Es braucht die Sozialarbeit, die psychologische Betreuung. All das sind MaĂnahmen gegen die Woh- nungsnot, gegen die Armut, gegen die Obdachlosigkeit, aber es ist wichtig, dass wir uns zunĂ€chst einmal darum kĂŒmmern, dass die Menschen von der StraĂe wegkom- men und dass sie gut betreut sind. Ich finde es richtig, hier einen groĂen Schwerpunkt zu setzen, Frau Kipping. Das bedeutet, dass wir eben auch bei denen, die Hilfe leisten können, stĂ€rken und dass wir vor allen Dingen verhindern, dass Menschen ĂŒberhaupt obdachlos werden, dass wir in die PrĂ€vention investieren und dass wir es schaffen, dass Menschen gar nicht erst in soziale Not kommen. Bei der Frage, wie wir das schaffen, ist es wich- tig, dass wir uns darum kĂŒmmern, dass Menschen Arbeit haben, dass sie fĂŒr sich sorgen können, dass sie Hilfe bekommen, wo es Not tut, aber dass wir eben auch eine starke Wirtschaft in der Stadt haben, die als zentrale SĂ€u- le unsere Stadt trĂ€gt, die Sicherheit gibt und fĂŒr Fort- schritt, Wohlstand und Entwicklung sorgt â mit guter und verlĂ€sslicher Arbeit. Ich möchte Stephan Schwarz fĂŒr seinen Einsatz dafĂŒr danken, dass wir eine starke Wirtschaft haben, denn mit einer starken Wirtschaft sind untrennbar gute Arbeit, faire Löhne, betriebliche Mitbestimmung verbunden. Das gilt fĂŒr jeden, der hier als Unternehmer oder Unternehmerin in der Stadt unterwegs ist. Denn es ist nicht hip, auf diese Sachen â faire Löhne, betriebliche Mitbestimmung, gute Arbeitsbedingungen â zu verzichten. Hip ist â egal ob Handwerksbetrieb, Industriebetrieb oder Start-up â, wer sich gut um seine Leute kĂŒmmert, wer faire Arbeit schafft und Mitbestimmung im Betrieb ermöglicht. Wir haben in unserer Stadt wirklich hervorragend aufge- stellte Unternehmen, die genau das tun. Wir haben die Traditionsunternehmen genauso wie die, die neu in die Stadt gekommen sind. Die investieren hier. Das Hand- werk, die Industrie, das Dienstleistungsgewerbe, die Freiberuflerinnen und Freiberufler bringen die Stadt vo- ran und bilden das wirtschaftliche Fundament. Wir haben die gröĂte Start-up-Szene Europas. Viele ha- ben gute ArbeitsverhĂ€ltnisse geschaffen. Das will ich an der Stelle auch sagen. Es sind 80 000 an der Zahl in ĂŒber 4 000 Unternehmen. Viele bieten Möglichkeiten fĂŒr die Talente nicht nur hier in Berlin-Brandenburg, sondern auch ĂŒber die nationalen Grenzen hinaus. Das ist eine groĂe Chance fĂŒr Berlin, und es ist wichtig, dass wir gerade auch mit der Start-up-Szene gut zusammenarbei- ten, mit einer Start-up-Agenda, die Entwicklung und Fortschritt ermöglicht. Ich denke, dass wir genau das haben mĂŒssen: eine Offen- heit fĂŒr die, die als Unternehmerinnen und Unternehmer neu in die Stadt kommen, aber auch ein Sich-KĂŒmmern um diejenigen, die seit vielen Jahren hier in der Stadt Arbeit schaffen und die Entwicklung voranbringen. Ge- rade jetzt, in der Pandemie haben wir Branchen, die be- sonders stark von den Auswirkungen der EinschrĂ€nkun- gen betroffen sind. Das sind natĂŒrlich die Gastronomie, die Hotellerie, der Einzelhandel, die Kultur, die Kreativ- und Veranstaltungsbranche. Klaus Lederer weiĂ ein Lied davon zu singen, denn er hatte sich lange dafĂŒr eingesetzt â auch in der letzten Legislatur â, dass die Kultureinrichtungen, dass die Krea- tivwirtschaft in der Stadt unterstĂŒtzt werden. â Klaus, ich danke dir dafĂŒr, dass du das mit all deiner Kraft, mit all deiner Persönlichkeit tust, dass klar ist, dass auch auf Berlin geschaut wird, was die Kultur angeht, und zwar nicht nur, weil wir exzellente Kultureinrichtungen haben, sondern auch, weil wir die Kultur auch jetzt, in der Krise unterstĂŒtzen. Wir wissen, wie viel Inspiration und Kraft von der Kultur ausgeht, wie wichtig die Kultur fĂŒr eine demokratische, eine offene, eine freie Gesellschaft ist und dass sich damit auch Wirtschaftskraft verbindet. Berlin hat eine lange Tradition als Filmmetropole, als Ort, an dem die groĂen Filme dieser Welt Furore machen, und auch als Ort, an dem die Berlinale das AushĂ€nge- schild ist. Ich habe mich gestern mit den Machern der Berlinale getroffen. Man kann viel darĂŒber diskutieren, was man in diesen Zeiten tun kann. Aber ich sage Ihnen, dass die Berlinale stattfinden kann â auch und gerade in diesen Zeiten â, ist ein Signal der Hoffnung, ein Signal fĂŒr die Film- und Kulturschaffenden in unserer Stadt, fĂŒr die Kinobegeisterten und auch ein Signal dafĂŒr, dass wir Dinge möglich machen, dass wir mit AugenmaĂ vorge- hen, dass wir den Schutz vor Infektionen ernst nehmen, aber gleichzeitig ermöglichen, dass die Filmstadt Berlin auch in dieser Zeit ausstrahlen kann. Dieses Signal ist wichtig fĂŒr die Kultur. Wir haben ein sehr intensiv ausge- arbeitetes Hygienekonzept mit sehr vielen Bedingungen erarbeitet. Dass das so stattfinden kann, ist wichtig fĂŒr die Förderung der Kultur in der Hauptstadt, als ein Zeichen fĂŒr die Kultur insgesamt. Ich bin froh, dass wir das so tun können â und nicht nur im Film, sondern auch in den vielen anderen Kultureinrichtungen. Und ganz besonders freue ich mich auch, wenn die Situa- tion wieder besser wird und euer Kultursommer, den ihr plant, auch wirklich in diesem Jahr stattfinden kann â (Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 210 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 drauĂen, unter freiem Himmel, zugĂ€nglich fĂŒr jedermann. Das ist ein starkes Signal, das wir in der Stadt brauchen und das auch die anderen Branchen ankurbeln wird, das dafĂŒr sorgen wird, dass der Tourismus wieder einen Im- puls bekommt, dass die Gastronomie nach vorne kommt, dass wir als Stadt, als Anziehungspunkt wieder nach vorne kommen. Deshalb ist es wichtig, dass wir diesen Neustart planen. Das machen wir auch. Wir werden â und das machen wir auch jetzt schon â nicht nur konzentriert sein auf die ĂberbrĂŒckungshilfen, sondern gerade auch auf das Neu- startprogramm. Es ist sicher, dass wir neu starten werden, und deshalb ist es gut, dass Stephan Schwarz und sein Team das vorbereiten, vorhandene Hilfsprogramme auf FörderlĂŒcken prĂŒfen, diese schlieĂen, die Berliner Unter- nehmen einbeziehen, auch die BeschĂ€ftigten, darĂŒber reden, welche konkreten MaĂnahmen gebraucht werden, damit unsere Wirtschaft wieder durchstarten kann, und mit den Unternehmen gemeinsam sowohl in der Start-up- Szene als auch in allen anderen Bereichen neue Ideen entwickeln. NatĂŒrlich ist dafĂŒr die Digitalisierung von groĂer Bedeu- tung. Wir wollen die Gigabit-Strategie des Landes voran- bringen, wir werden Unternehmen dabei unterstĂŒtzen, beim Thema Energieeffizienz und Klimaschutz voranzu- kommen, wir werden eine Koordinierungsstelle fĂŒr Ener- gieeffizienz und Klimaschutz aufbauen, die die Unter- nehmen dabei unterstĂŒtzt, ihre Betriebe klimafreundlicher aufzustellen, und wir wollen, dass die Wirtschaftsunter- nehmen, die in unserer Stadt arbeiten, das Produkt, das Label âMade in Berlinâ auch als erfolgreiche, als offene, als zukunftsgerichtete Marke fĂŒr die Berliner Wirt- schaftspolitik vertreten. DafĂŒr ist es wichtig, dass wir stolz sind auf das, was Unternehmen leisten, und dass wir das tun, was wir jetzt brauchen. Wir haben nĂ€mlich einen groĂen Wachstumshemmnisfaktor, und dieser Faktor liegt beim Thema FachkrĂ€fte. â Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit den Unter- nehmen, Herr Czaja, und ich kann nicht erkennen, dass die Unternehmen sich von Berlin abwenden, ganz im Gegenteil. Und wir werden uns selbstverstĂ€ndlich um das Thema Volksentscheid kĂŒmmern. Wir haben in der letzten Ple- narsitzung umfĂ€nglich darĂŒber diskutiert, und wir haben alles dazu gesagt, was jetzt unternommen wird. Wir werden eine entsprechende Expertenkommission einsetzen. Sie wissen das aus zig ErklĂ€rungen des Senats dazu. Wir sind voll im Zeitplan, wir machen es so, wie wir es besprochen haben. Wir nehmen dieses Volksbe- gehren ernst. 59,1 Prozent der Berlinerinnen und Berli- ner, die wahlberechtigt waren, haben dafĂŒr gestimmt, und das ist ernst zu nehmen. Aber es ist auch zu prĂŒfen, wie das Thema VerfassungskonformitĂ€t und das Thema recht- liche und wirtschaftliche Folgen einzuschĂ€tzen ist, und wir haben eine klare VerstĂ€ndigung: Es gibt eine Exper- tenkommission, die in den ersten 100 Tagen eingesetzt wird. Das machen wir, das bereiten wir gerade vor, und dann wird diese Expertenkommission ihre Arbeit ma- chen, und am Beginn des nĂ€chsten Jahres wird der Senat darĂŒber entscheiden, wie wir damit umgehen. Und ich sage Ihnen auch: Wir werden in dieser Zeit nicht die HĂ€nde in den SchoĂ legen, sondern wir werden diese Zeit nutzen â morgen schon mit der GrĂŒndung des Woh- nungsbaubĂŒndnisses, mit einer StaatsekretĂ€rin, die extra fĂŒr das Thema Mieterschutz eingesetzt worden ist, mit der Sonderkommission des Senats, mit den Wohnungs- bauzielen, die wir voranbringen. Wir werden diese Zeit nutzen, um dem Anliegen des Volksentscheides zu ent- sprechen, nĂ€mlich die groĂe soziale Frage des bezahlba- ren Wohnens zu lösen. Das ist der Job, und da habe ich ganz klar Kenntnis darĂŒber gegeben, was wir dort ma- chen. ZurĂŒck zur Wirtschaft: Das, was die Wirtschaft wirklich braucht â und ich bin mir sehr sicher, dass Sie das oft hören â, sind FachkrĂ€fte, sind Auszubildende, sind genĂŒ- gend Menschen, die das Wachstum auch tragen können. Deswegen ist es wichtig, dass wir das Thema Ausbil- dung, die Themen Qualifizierung, Fortbildung und Ge- winnen und Halten von FachkrĂ€ften voranbringen, damit unsere Wirtschaft auch anhand ihres Potenzials wachsen kann, und deshalb werden wir investieren in das Thema Ausbildung, in das Thema BekĂ€mpfung der Jugendar- beitslosigkeit, auch in Bezug auf die Frage, wie wir Langzeitarbeitslosigkeit entgegenwirken können, und das Thema faire Löhne. Der Senat wird das mit einem Lan- desmindestlohn von 13 Euro angehen, und wir werden jetzt auch in den nĂ€chsten Tagen die Vorbereitungen dafĂŒr treffen. Wir wollen uns dafĂŒr einsetzen, dass auch die StĂ€rkung der Tarifbindung zum Thema âGute Arbeitâ vorangebracht wird. Das sind die Dinge, die wir tun, und auch im Bund ist der Einsatz dafĂŒr geplant. NatĂŒrlich ist bei alldem ganz klar: FĂŒr all die Aufgaben, die wir vor uns haben, ist eine starke Verwaltung essenzi- ell, eine starke Verwaltung, die all das bewerkstelligt, was wir uns politisch vornehmen. Das gröĂte Unterneh- men Berlins ist unser öffentlicher Dienst mit ĂŒber (Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 211 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 140 000 Menschen, die dort arbeiten, und ich möchte das betonen: Die groĂartigen Leistungen, die hier auch gera- de an vielen Stellen in der Pandemie erbracht worden sind, und wir sollten auch einmal diese 140 000 Kolle- ginnen und Kollegen wertschĂ€tzen, die fĂŒr uns arbeiten, die sich fĂŒr unsere politischen Ziele, fĂŒr die Daseinsvor- sorge in der Stadt einsetzen, und ich bin nicht bereit, ein allgemeines Verwaltungsbashing zu machen. Ich bin dazu bereit, kritische Punkte, die nicht funktionieren, sehr kritisch zu betrachten, zu schauen, was wir verbessern können, aber ich sage Ihnen auch aus meiner langjĂ€hrigen Verwaltungserfahrung hier in Berlin: Es gibt unzĂ€hlige tolle Kolleginnen und Kollegen, die fĂŒr diese Stadt ge- nauso brennen wie wir, die wollen, dass diese Stadt vo- rankommt, und sich dafĂŒr einsetzen. Die mĂŒssen wir stĂ€rken und unterstĂŒtzen und ihnen die Rahmenbedin- gungen dafĂŒr geben, dass sie ihre Arbeit gut machen können. Dazu gehört, dass wir dort, wo bestimmte Aufgaben nicht ausreichend erfĂŒllt werden können, kritisch herangehen â mit einer Aufgabenkritik, aber eben auch mit der Frage, wie wir diese Bereiche personell stĂ€rken können. Wir haben uns vorgenommen, zwei groĂe Einstellungsoffen- siven zu machen, erstens bei den Lehrerinnen und Leh- rern und zweitens auch bei der Polizei â und natĂŒrlich auch in anderen Bereichen, gerade auch zur UnterstĂŒt- zung der Bezirke, der BĂŒrgerĂ€mter, der BauĂ€mter, der StraĂen- und GrĂŒnflĂ€chenĂ€mter. All das ist Gegenstand der Haushaltsberatungen, und all das ist Gegenstand der politischen Schwerpunktsetzung. Damit verbunden ist die Modernisierung der Berliner Verwaltung, die Digitalisie- rung und die Frage, wie wir die Infrastruktur und die Ausstattung verbessern können und eine Haltung entwi- ckeln, die den Servicegedanken, den Dienstleistungsge- danken, den Dienst am BĂŒrger, an der BĂŒrgerin in den Mittelpunkt stellt â in wertschĂ€tzender Art fĂŒr unsere Kolleginnen und Kollegen. Das ist etwas, woran wir arbeiten werden, und natĂŒrlich bedeutet es, dass wir auch kritisch schauen mĂŒssen, wie die ZustĂ€ndigkeitsverteilung im Land organisiert ist. Es gibt an vielen Stellen berechtigte Kritik hinsichtlich einer klaren Regelung von ZustĂ€ndigkeiten zwischen Senat und Bezirken. Wir haben ein AZG, das in die Jahre gekom- men ist, und wir mĂŒssen es durch ein neues Gesetz ĂŒber die Aufgabenverteilung in Berlin zwischen Land und Bezirken ersetzen. Diese Aufgabe wird die Senatsinnen- verwaltung angehen, und sie wird sie Hand in Hand mit der zweiten groĂen Aufgabe angehen, nĂ€mlich der Digi- talisierung der Verwaltung. Es nĂŒtzt nichts, einen Pro- zess, der nicht gut lĂ€uft, zu digitalisieren. Wir mĂŒssen uns darum kĂŒmmern, dass die Verwaltung modernisiert wird, was die Aufgabenverteilung angeht, und auf der anderen Seite auch dafĂŒr sorgen, dass die Dinge dann in das Digitale gehen. Wir haben uns ent- schieden, dafĂŒr eine sehr erfahrene Persönlichkeit in den Senat zu holen, den Chief Digital Officer Ralf Kleindiek, der genau das tun wird, nĂ€mlich sowohl die Verwal- tungsmodernisierung als auch die Digitalisierung in einer Hand als Querschnittsaufgabe voranzubringen. Das hat hohe PrioritĂ€t. Wir haben bereits heute â viele wissen es gar nicht â 41 Dienstleistungen in der Verwaltung, die digital angeboten werden. [Lachen bei der CDU, der AfD und der FDP â Oh! von der CDU, der AfD und der FDP â
Das sind zu viele, die kann man gar nicht aufzÀhlen!
Endlich vorbei!] geliefert, der Berliner Senat hat seine Aufgabe gut ge- macht. â Und wenn vielleicht in 100 Jahren die Men- schen auf die 2020er-Jahre zurĂŒckblicken und fragen: Was waren das eigentlich fĂŒr 2020er-Jahre? Was war das fĂŒr ein Jahrzehnt? â, wĂŒnsche ich mir, dass die Wohnungen, die wir heute bauen, auch dann noch lebenswerte Stadtquartiere sind, (Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 216 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 dass in 100 Jahren gesagt wird: Was die damals gemacht haben, das war viel gewagt und viel geschafft, und das hat dieser Stadt gutgetan. Das hat die unterschiedlichen Generationen vorangebracht und Weichen fĂŒr eine Ent- wicklung in den kommenden Jahrzehnten gestellt. FĂŒr all das liegen Ihnen heute unsere Richtlinien der Regierungspolitik vor. Das ist der Fahrplan. Wir haben ein starkes Team, wir haben wirklich viele Menschen, die mit all ihrer Kraft dafĂŒr arbeiten werden, dass wir das, was wir uns vorgenommen haben, auch hinbekommen. Niemand von denen, die hier sitzen, schafft das alleine. Das mĂŒssen wir zusammen machen. Ich betrachte es als wichtige Notwendigkeit, dass wir als Landesregierung mit Ihnen im Parlament, jeder in seiner Rolle selbstverstĂ€ndlich, gut zusammenarbeiten und dass wir als diejenigen, die politisch Verantwortung tragen, diese groĂe Aufgabe gemeinsam fĂŒr unsere Stadt ange- hen. Ich danke Ihnen sehr fĂŒr Ihre UnterstĂŒtzung; auf eine gute Zusammenarbeit in den nĂ€chsten Jahren! Herzlichen Dank, Frau Regierende BĂŒrgermeisterin! â Wir kommen jetzt zur Aussprache. Dazu haben die Frak- tionen eine Redezeit von bis zu 25 Minuten pro Fraktion vereinbart. Ich will jetzt schon darauf hinweisen, dass wir gegen 12.30 Uhr eine LĂŒftungspause brauchen, weil wir knapp unter 200 Personen im Saal sind. Wir gehen also kurz vorher oder nach 12.30 Uhr in die Sitzungsunterbre- chung. â Das Wort hat jetzt zunĂ€chst fĂŒr die Fraktion der CDU der Kollege Wegner.
Herr PrĂ€sident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Dichter weiĂ: âUnd jedem Anfang wohnt ein Zauber inneâ. Was Sie, Frau Giffey, uns hier aber prĂ€sentiert haben, das ist kein Neuanfang, das ist kein Neustart, das ist ein quĂ€- lendes Weiter-so. [Beifall bei der CDU und der FDP â Beifall von Dr. Hugh Bronson (AfD) â
Da hat er das Zitat schon wieder vor der Rede herausgesucht!] Und genau deshalb versprĂŒht dieser Senat auch keine Magie, keine Dynamik. Was Sie hier bieten, ist höchstens fauler Kompromiss, fauler Zauber. Klar ist jedenfalls, worauf sich die Berlinerinnen und Berliner in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren einstellen mĂŒssen: auf die Fortsetzung von Streit, Stillstand und Ideologie. Das haben schon die Koalitionsverhandlungen gezeigt, die sich so zĂ€h hingezogen haben wie ein alter Kaugum- mi. Monatelang verhandelt, und am Ende bleibt alles unbestimmt. Wesentliche Ent- scheidungen werden auf die lange Bank geschoben. SPD, GrĂŒne und Linke bilden den Senat der drei Fragezeichen. Berlin braucht aber keine Fragezeichen. Berlin braucht Ausrufezeichen. Die Berlinerinnen und Berliner verdie- nen einen klaren Kurs. Sie wollen FĂŒhrung, Frau Giffey, und das haben Sie nicht in Ihrer RegierungserklĂ€rung heute deutlich gemacht. Ihre Vorhaben in dem Koalitionsvertrag sind zudem erschreckend ambitionslos. Man hat den Eindruck, dass Sie sich irgendwie durchmogeln wollen. Es fehlt die Vision, wo Sie mit unserer Stadt hinmöchten. Es gibt keine verbindende ErzĂ€hlung, kein ĂŒbergreifendes Projekt. Ich sehe StĂŒckwerk, ich sehe Klein-Klein, ich sehe aber keinen Zukunftsplan fĂŒr unsere Stadt. Sagen, was man will, und tun, was man sagt â so geht vernĂŒnftige Politik fĂŒr unsere Stadt. Leider gibt der Senat gerade in der aktuellen Coronalage ein trauriges Bild ab: Das Chaos regiert. Die GesundheitsĂ€mter sind derart ĂŒberlastet, dass auch Einschulungsuntersuchungen der ErstklĂ€ssler auf der Strecke bleiben. Dabei sind diese Untersuchungen gesetzlich vorgeschrieben. Sie stellen die Schulreife eines Kindes fest und können zudem FĂ€lle von VernachlĂ€ssigung und Gewalt aufdecken und damit Kindern viel Leid ersparen. Wir gehen jetzt ins dritte Jahr der Pandemie; da mĂŒssen die Einschulungsuntersuchungen endlich wieder funktio- nieren. Wenn es um das Kindeswohl geht, darf dieser Senat nicht lĂ€nger im Blindflug unterwegs sein. Ich denke in diesen Tagen sehr hĂ€ufig an die Situation in den KrankenhĂ€usern, an das Pflegepersonal, an Kitas, an Schulen, an den Handel, die Hotellerie und Gastronomie. Die Menschen sind am Anschlag. Sie geben ihr Bestes, (Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 217 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 sie wachsen ĂŒber sich hinaus. Ihnen allen gilt unser Dank. Doch, meine Damen und Herren, Ihr Senat handelt aktio- nistisch, unabgesprochen. Er streitet sich untereinander, stiftet Verwirrung. Es fehlt ein roter Faden, es fehlt Ver- lĂ€sslichkeit. Testchaos, QuarantĂ€nechaos, Coronachaos â das ist der Dreiklang dieses Senats. Eltern, SchĂŒler und Lehrer können froh sein, dass sie sich ab morgen eine Woche von Rot-GrĂŒn-Rot in den Schulferien erholen können. â Frau Giffey! Danach muss es aber laufen, danach muss es wieder funktionieren! Berlin ist in seiner Vielfalt seit jeher auch eine Stadt der WidersprĂŒche. Und ein Widerspruch liegt auf der Hand: Berlin ist lĂ€ngst in der Champions League angekommen, der Senat ist maximal Kreisliga C. Um es klar zu sagen, lieber Raed Saleh: Niemand in diesem Haus redet Berlin schlecht. Niemand macht Berlin schlecht. Aber Rot-GrĂŒn-Rot macht schlechte Politik fĂŒr Berlin, und das werden wir auch immer wieder sagen. Rot-GrĂŒn-Rot muss endlich liefern, aber offenkundig haben Sie ein sehr ernstes Lieferproblem. Wir werden fĂŒr unsere groĂartige Stadt Ideen erarbeiten und Lösungen vorlegen, damit Berlin wieder funktioniert. Ein Politikfeld, auf dem dringend Lösungen, die wirklich funktionieren, benötigt werden, ist das bezahlbare Woh- nen. Nirgendwo in Deutschland sind im vergangenen Jahr die Angebotsmieten so stark gestiegen wie in Berlin. Das bezahlbare Bauen und Wohnen bleibt also eines der Topthemen und die soziale Frage dieser Legislaturperio- de. Zugleich ist es eines der umstrittensten Themen in- nerhalb ihrer Koalition. Wenn ich nur das Stichwort âEnteignungâ nenne, prallen in der Koalition die Herangehensweisen wie zwei unge- bremste GĂŒterzĂŒge aufeinander. Nun begrĂŒĂe ich, dass Sie jetzt endlich ein BĂŒndnis fĂŒr Bauen und Wohnen schlieĂen. Ein lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lliger Schritt, Frau Giffey, aber bitte fahren Sie das BĂŒndnis doch nicht bevor es beginnt an die Wand. Ich kann doch nicht die private Wirtschaft an einen Tisch holen, von diesen Menschen ZugestĂ€ndnisse erwarten, die sie einfordern mĂŒssen und gröĂtenteils bereit sind zu geben, und dann gleichzeitig drohen, dass diese Unternehmen in einem Jahr enteignet werden. So kriegen Sie das BĂŒndnis nicht zum Erfolg. Im Wahlkampfjahr haben Sie, Frau Giffey, bei der Ent- eignung eine sehr klare rote Linie gezogen. Was Ihre roten Linien wert sind, wissen die Berlinerinnen und Berliner jetzt. Ihre rote Linie ist lĂ€ngst eine Schlangenli- nie, und das lassen wir Ihnen nicht durchgehen. Frau Giffey, Sie wissen es doch am besten und haben es immer wieder gesagt, dass Enteignung keine einzige bezahlbare Wohnung bringt und dem Wirtschaftsstandort Berlin in GĂ€nze schadet. â Genau! Bitte erinnern Sie sich an Ihre Worte. Ich habe auch nicht vergessen, was Sie im Wahlkampf zum Tempelhofer Feld gesagt haben. Da sollten Woh- nungen, Schulen und Kitas hin. Im Koalitionsvertrag steht das Gegenteil. Auch hier sind Ihre Versprechen wie eine Seifenblase geplatzt, weil Sie sich schlicht nicht durchsetzen können. Im Koalitionsvertrag fehlt auch das Wohneigentum. Rot- GrĂŒn-Rot hat ein Problem mit Eigentum, das wissen wir ja. Wir wissen aber auch, dass viele Berlinerinnen und Berliner den Traum, den Wunsch nach den eigenen vier WĂ€nden haben. Ich finde, wir sollten Möglichkeiten schaffen, dass diese TrĂ€ume und WĂŒnsche auch erfĂŒllt werden können. Das ist der Unterschied zwischen Ihnen und uns: Wir nehmen alle Berlinerinnen und Berliner in den Blick â Sie nur eine kleine Gruppe. Die Leidtragenden sind am Ende wieder einmal die Mie- terinnen und Mieter Berlins. Bezeichnend in diesem Zusammenhang: Statt neue Woh- nungen zu bauen, sagen die Linken lieber: schöner Woh- nen im Knast. â Auf diese ĂuĂerung hat mich vor kurzen eine junge, alleinerziehende Mutter angesprochen. Sie sagte: âHerr Wegner, ich arbeite, ich zahle Steuern, ich kann meiner Tochter und mir nicht mehr als eine kleine Bude im Brennpunkt leisten. Wenn ich da etwas von âschöner wohnen im Knastâ höre, fĂŒhle ich mich ehrlicherweise verĂ€ppeltâ. (Kai Wegner) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 218 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Die Frau hat nicht âverĂ€ppeltâ gesagt, sondern ein ande- res Wort benutzt, und damit hat sie recht. Frau Kreck! Berlin braucht mehr Opferschutz statt TĂ€terschutz. KĂŒmmern Sie sich um die Opfer von Straftaten und um die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den JVAs! Ver- bessern Sie die Arbeitsbedingungen, beschleunigen Sie die Verfahren! Das sind die richtigen PrioritĂ€ten, auf die Berlin wartet. Berlin ist die Stadt der Freiheit und der Vielfalt. Wir als CDU wollen, dass Berlin auch die Stadt der Sicherheit wird. Das geht nur mit einer starken Polizei. In Teilen ist Ihr Ansatz aber nicht: Sicherheit durch die Polizei, son- dern vor der Polizei. Wie spĂ€t in der Nacht mag es gewe- sen sein, als Sie auf die Idee kamen, unsere Polizei bei Personalkontrollen zum Ausstellen einer Quittung zu verpflichten? â Unsere Polizei braucht keinen Quittungs- block, sondern endlich die RĂŒckendeckung der Politik, um uns alle zu schĂŒtzen. Es stĂ€rkt unsere Polizei auch nicht, wie Sie bei den Bo- dycams im Minimalformat weitermachen. Wir haben 20 Bodycams fĂŒr knapp 20 000 Berliner Polizistinnen und Polizisten im Polizeivollzugsdienst. Die Zahlen sprechen fĂŒr sich. Den Videoschutz haben Sie mit Ach und Krach in den Koalitionsvertrag gebracht, aber bei jedem Satz liest man das Misstrauen von GrĂŒnen und Linken. Die Situation wird auch nicht besser, wenn Sie, wie bei der ClankriminalitĂ€t, den Vogel StrauĂ machen, denn dieses Wort kommt in Ihrem Koalitionsvertrag gar nicht vor. Wer Probleme nicht offen benennt, wird sie auch nicht lösen, Frau Giffey! [Beifall bei der CDU â
Bei der CDU steht das auch nicht drin!] Ich sage das ganz bewusst heute am 27. Januar, wo wir der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Ich bin dem PrĂ€sidenten fĂŒr seine Worte dankbar. Es ist eine Lehre aus der Geschichte, den AnfĂ€ngen zu wehren und bei Hass und Hetze nicht zu schweigen. Ber- lin muss Antisemitismus in jeder Form entgegentreten. Egal ob er von Rechtsextremisten, Linksextremisten oder Islamisten kommt. Demokratie und Freiheit sind keine SelbstverstĂ€ndlich- keit. Das lehrt uns die Geschichte. Frau Giffey, Sie spra- chen davon, dass wir in Berlin seit nunmehr 77 Jahren in Frieden und Demokratie leben â ein Schlag ins Gesicht von 1 Million Berlinerinnen und Berlinern, die bis 1990 hinter der Mauer, hinter Stacheldraht und SchieĂbefehl lebten. Auch dort musste Demokratie vor genau 32 Jah- ren hart erkĂ€mpft werden. [Beifall bei der CDU und der FDP â Vereinzelter Beifall bei der AfD â
Wem sagen Sie das!] Berlin ist die Hauptstadt des Verbrechens. Ihre Politik hilft den Berlinerinnen und Berlinern nicht. Sie fĂŒhlen sich nicht sicher. Also geben Sie endlich unserer Polizei das Vertrauen und den RĂŒckhalt, den sie verdient. Die Polizei verdient die beste technische Ausstattung. Wir brauchen auch endlich eine echte Personaloffensive, denn die Pensionierungswelle kommt. Wir mĂŒssen wieder dahin kommen, dass sich jede und jeder an jedem Ort zu jeder Zeit sicher durch unsere Stadt bewegen kann. Es wird höchste Zeit, wieder auf die Berlinerinnen und Ber- liner zu hören und ihre BedĂŒrfnisse in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. Das gilt fĂŒr die Sicherheit und auch fĂŒr die Bildung. Es muss Schluss damit sein, Eltern und SchĂŒler zu bevor- munden und unsere Kinder in Schablonen zu pressen. Wir haben keine Einheitskinder, deshalb brauchen wir auch keine Einheitsschule. [Beifall bei der CDU â Beifall von Dr. Hugh Bronson (AfD) â
Wovon spricht der Mann?] Deshalb geht es darum, mit starken Gymnasien und Se- kundarschulen die Vielfalt der Schulformen zu sichern. Nur so werden wir allen Begabungen gerecht und können jedes Kind bestmöglich fördern; nur so macht jedes Kind das Beste aus seinen Möglichkeiten. Hören Sie mit der Ideologie auf. Richten Sie sich nach der Nachfrage der Eltern und nach den Talenten der Kinder! Wir wollen auch das grundstĂ€ndige Gymnasium stĂ€rken. Teile von Rot-GrĂŒn-Rot hingegen wollen das Leistungsprinzip sabotieren. Nach 25 Jahren SPD-Bildungsversagen ist es höchste Zeit fĂŒr eine neue QualitĂ€t, fĂŒr eine neue VerlĂ€sslichkeit in den Berliner Schulen. Dabei wĂŒnschen wir Ihnen, Frau Busse, eine gute und glĂŒckliche Hand. Weitere wesentliche Zukunftsfelder fĂŒr Berlin sind Wis- senschaft, Forschung und Technologie. Diese Themen waren in den letzten Jahren in der Senatskanzlei gut auf- gehoben. Das wurde auch der Bedeutung der Wissen- schaft fĂŒr Berlin gerecht. Ich bedauere, dass die Wissen- schaft in diesem rot-grĂŒn-roten Senat nicht mehr in der Senatskanzlei angesiedelt sein kann. (Kai Wegner) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 219 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Frau Senatorin Gote! Als Gesundheitssenatorin wartet wegen Corona ein Berg von Arbeit auf Sie. Ich halte es daher fĂŒr einen Fehler der Koalition, Wissenschaft zum Gesundheitsressort zu packen. Wenn ich an die Geschich- te von Berlin denke, dann denke ich an mutige VisionĂ€re, wie Werner von Siemens oder den AEG-GrĂŒnder Emil Rathenau. Die Wissenschaft, das Streben nach neuen Erkenntnissen, Erfindergeist â das alles gehört seit jeher zur Berliner DNA. Das muss auch in Zukunft so sein, und es darf nicht sein, dass die Wissenschaft zum fĂŒnften Rad am Wagen verkommt, liebe Frau Gote. Bitte vergessen Sie die Wissenschaft nicht! Bitte setzen Sie hier die richtigen Schwerpunkte! Bitte kĂ€mpfen Sie dafĂŒr, dass hier die richtigen Zukunftsinvestitionen statt- finden! Wenn wir Berlin als Metropole von morgen mit Wissenschaft und Forschung stĂ€rken wollen, geht das nur mit angemessener Finanzierung. Das ist gut angelegtes Geld, denn es handelt sich um Zukunftsinvestitionen, die sich rentieren. Wenn wir Forschung und Lehre, Innovati- on und Produktion, Start-ups und Weltkonzerne endlich konsequent zusammendenken, können wir riesige Syner- gien erzielen. Um diese Synergien zu heben, brauchen wir auch RĂ€ume: RĂ€ume der KreativitĂ€t, RĂ€ume der Zu- sammenarbeit. Ein solcher Raum kann das FlughafengebĂ€ude in Tem- pelhof sein. Es gibt fĂŒr die Entwicklung des Flughafen- gebĂ€udes so tolle Ideen. An diesen Ort mitten in Berlin gehören junge Leute, Start-ups, die Kultur und Kreativ- wirtschaft. Machen Sie diesen Ort zu einem echten Zukunftsort fĂŒr Berlin! Ja, wir mĂŒssen groĂ denken, um GroĂes zu bewegen. Das nĂ€chste Google, das nĂ€chste Biontech muss ein Berliner Kind werden. [Steffen Zillich (LINKE): Genau! â
Oh Gott!] An dieser Stelle ein herzliches Willkommen, lieber Herr Stephan Schwarz, in der Landespolitik! Wir haben â als Sie noch in anderen Funktionen unterwegs waren â im- mer gut zusammengearbeitet. Ich schĂ€tze Sie als einen pragmatischen Fachmann, dem die Wirtschaft wirklich am Herzen liegt. Herr Kollege! Ich darf Sie fragen, ob Sie die Zwischen- frage des Abgeordneten SchlĂŒsselburg zulassen.
Nein danke! â Gerade deshalb kann ich nur hoffen, dass das, was Sie mir immer gesagt haben, auch weiterhin gilt: wie skeptisch Sie Rekommunalisierung sahen, wie wich- tig BĂŒrokratieabbau ist und wie wichtig auch die Nach- wuchsgewinnung und die FachkrĂ€ftesicherung im Hand- werk sind. Ich kann zum Wohle unserer Stadt nur hoffen, lieber Herr Schwarz, dass Ihnen die Koalition fĂŒr diesen Kurs die nötige Beinfreiheit lĂ€sst. Wir werden jedenfalls konstruktiv sein und alle MaĂ- nahmen unterstĂŒtzen, die den Unternehmen helfen und gute ArbeitsplĂ€tze sichern. Lieber Herr Schwarz! Die Wirtschaft ist zudem darauf angewiesen, dass die Verwaltung richtig funktioniert. Ăber die Amtsflure soll nicht lĂ€nger der Aktenwagen ruckeln, sondern wir mĂŒssen die Chancen der Digitalisie- rung endlich voll nutzen. In Nordrhein-Westfalen lassen sich 344 VerwaltungsvorgĂ€nge online erledigen. In Berlin laut Bundesministerium des Inneren nur 77. Von diesen 77 VorgĂ€ngen sind 76 vom Bund umgesetzt. Der Senat hat also de facto nichts, gar nichts, selbst auf die Reihe bekommen, Frau Giffey. Das kann doch nicht ernsthaft Anspruch als Hauptstadt dieses Landes sein! Frau Giffey! Sie wollen Termine in den BĂŒrgerĂ€mtern binnen 14 Tage â das ist gut, das ist richtig. Das hat Ihr VorgĂ€nger vor fĂŒnf Jahren auch schon gesagt, und nichts ist passiert. Wie wollen Sie das schaffen? â Dazu haben Sie einmal mehr nichts gesagt. Auch in Ih- rem 100-Tage-Programm steht dazu nichts. Berlin muss endlich von der Hauptstadt der Warteschlangen zur Ser- vicehauptstadt werden â fĂŒr die Unternehmen und natĂŒr- lich fĂŒr die Berliner und Berlinerinnen. Genau deshalb braucht Berlin eine Reform an Haupt und Gliedern. Wir mĂŒssen den Mut haben, ZustĂ€ndigkeiten, AblĂ€ufe, Strukturen und Prozesse grundlegend neu zu denken. Deshalb beantragen wir heute die Einsetzung eines Verfassungskonvents. Ich kann mich noch gut erin- nern, dass wir im Wahlkampf alle zusammensaĂen, und ich bin heute sehr gespannt, wie Sie sich zu dem Antrag verhalten werden. Wir brauchen endlich eine wirklich strategische Perso- nalbedarfsplanung fĂŒr die Verwaltung. Frau Giffey, Sie sagten gerade, hip sei derjenige, der sich um seine Leute kĂŒmmere â dann seien Sie endlich hip! KĂŒmmern Sie sich um die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im öffent- (Kai Wegner) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 220 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 lichen Dienst! Wir haben tolle, motivierte Mitarbeiter, aber Berlin muss endlich auch die Rahmenbedingungen bieten, dass Berlin nicht nur WorthĂŒlsen hört, dass die BeschĂ€ftigten nicht nur WorthĂŒlsen hören, sondern dass Berlin dem Anspruch gerecht wird, der attraktivste Ar- beitgeber dieser Stadt zu sein. Das muss der Anspruch sein! Deswegen wĂŒnsche ich mir, dass Sie hip werden. Ja, bestmögliche Rahmenbedingungen verdient auch das mobile Berlin. Wir mĂŒssen von der Stauhauptstadt weg- kommen, hin zu einer wirklichen MobilitĂ€tshauptstadt. Wir wollen Leuchtturm der MobilitĂ€t von morgen wer- den; ein Vorbild fĂŒr neue, fĂŒr urbane MobilitĂ€t. Ihr Senat hat in den letzten fĂŒnf Jahren die AuĂenbezirke abge- schnitten. Ich hoffe, dass Sie endlich pragmatisch wer- den. Holen Sie die Verkehre dort ab, wo Sie entstehen, und nutzen Sie jeweils das Verkehrsmittel, das wirklich funktioniert und nicht das, was in Ihre ideologische Brille passt. Die Berlinerinnen und Berliner wollen gute Lösun- gen statt Ideologie. Sie wollen Angebote statt Verbote. Diesen Kurs der Berlinerinnen und Berliner unterstĂŒtzen wir gerne. Bei diesem Senat ist vieles unterirdisch â nur der U-Bahnausbau leider nicht; der kommt nĂ€mlich gar nicht voran. [Heiterkeit bei der FDP â
Unterirdisch passt!] Bringen Sie, Herr Schneider, doch endlich die Planungen aufs Gleis â im MĂ€rkischen Viertel, in WeiĂensee, an der HeerstraĂe-Nord in Rudow sowie am Mexikoplatz. Wir haben so viel diskutiert, dass es zu lange gedauert hat, dass wir zu viel Zeit vergeudet haben. WĂ€re das nicht eine MaĂnahme fĂŒr das 100-Tage-Programm gewesen, Frau Giffey? Frau Giffey, auch hier platzen Ihre Wahlversprechen. Nicht nur die Koalitionspartner fallen Ihnen in den RĂŒ- cken, auch Ihre eigenen Genossen. Frau Giffey kann einem fast leidtun. Aber besonders leid tun mir die Berli- nerinnen und Berliner, die weiter schlecht regiert werden. Frau Giffey, setzen Sie sich endlich durch! Die Menschen erwarten FĂŒhrung. DafĂŒr sind Sie gewĂ€hlt. Können Sie nicht oder wollen Sie nicht? Der rot-grĂŒn-rote Koalitionsvertrag, das sind viele Frage- zeichen, wenig Ausrufezeichen, unzĂ€hlige PrĂŒfauftrĂ€ge und AbsichtserklĂ€rungen. Doch die Wahrheit ist immer konkret. Wir werden uns von Ihren Wortgirlanden nicht einwickeln lassen, sondern wir werden Rot-GrĂŒn-Rot an den Taten messen. Wollen, Können, Machen, das muss der Dreiklang fĂŒr unsere Stadt sein. Mit einer Politik des âWeiter soâ finden wir uns nicht ab. Manch einer sagt, die Politik des âWeiter-so-Senatsâ bedeutet goldene Zeiten fĂŒr die Opposition. Wir aber wollen, dass fĂŒr Berlin wieder goldene Zeiten anbrechen. Das werden wir immer wieder herausstellen. [Torsten Schneider (SPD): Amen! â
Da machen wir uns keine Sorgen!] DafĂŒr arbeiten wir, und darauf können sich die Berline- rinnen und Berliner dann tatsĂ€chlich auch verlassen. â Herzlichen Dank! [Beifall bei der CDU â
BloĂ gut, dass wir Sie haben!] FĂŒr die SPD-Faktion hat nun der Kollege Saleh das Wort. [Kurt Wansner (CDU): Mal sehen, ob der alte Saleh kommt oder der neue! â
Es ist der alte! â
Sie mĂŒssen froh sein, dass Sie dabei sein dĂŒrfen! â Zuruf von Steffen Zillich (LINKE)]
Sehr geehrte Frau PrĂ€sidentin! Meine sehr geehrten Da- men und Herren! Lieber Kai Wegner! Du hast es gerade geschafft, 25 Minuten zu reden, ohne etwas Konkretes zu sagen. Du hast gerade 25 Minuten kritisiert, was noch fehlt, ohne etwas ganz Konkretes zu sagen. Das war kein guter Einstieg fĂŒr dich. [Kai Wegner (CDU): Tempelhof! â
FĂŒnf Jahre!] Jeden Schritt! Keinen einzigen hast du zugelassen. Du hast gegen das Thema, gegen den Mietendeckel geklagt. Ihr habt dagegen geklagt, dass Milieuschutz möglich ist. Ihr habt immer wieder die SPD ausgebremst, wenn es darum ging, Schritte fĂŒr Mieterschutz zu unternehmen. [Starker Beifall bei der SPD, den GRĂNEN und der LINKEN â
Ich bin gespannt, was ihr jetzt macht! â Zuruf von den GRĂNEN: Jawohl! â Zuruf von der SPD: Bravo!] Jetzt stellst du dich mit einer reinen Weste hin und sagst: Tut mal was fĂŒr Mieterschutz! â Da sage ich: Da ruft der falsche Prophet. Du hĂ€ttest alles im Bundestag machen können, und du persönlich hast vieles verhindert, lieber Kai. [Beifall bei der SPD, den GRĂNEN und der LINKEN â
In Berlin steigen die Mieten, nicht in Hamburg!] Wie eine Stadt mit den SchwĂ€chsten umgeht, verrĂ€t viel ĂŒber den Charakter einer Stadt. Diese Koalition hat in den vergangenen Jahren Charakter bewiesen. Wir haben uns immer wieder im Kampf gegen Obdachlosigkeit enga- giert, gegen die Armut auf den StraĂen und PlĂ€tzen unse- rer Stadt, und das gilt auch in Zukunft. Die BekĂ€mpfung der Obdachlosigkeit ist eine andauernde Aufgabe in unse- rer Stadt. Ganz wichtig ist auch, dass die Richtung beim Thema Bildung wieder stimmt. Denn die Pandemie hat sehr groĂen Schaden angerichtet. Kinder aus bildungsnahen Familien sind viel besser durch die schwierige Pandemie gekommen, weil Papa oder Mama daheim die besseren Voraussetzungen fĂŒr ihre Kinder hatten. FĂŒr viele andere Kinder waren die vergan- genen Jahre extrem schwierig und frustrierend. Sie haben eine gefĂ€hrliche Konsequenz, die wir dringend beheben mĂŒssen: Viele Kinder bei uns in Berlin wurden bedingt durch die Pandemie abgehĂ€ngt, und es droht, dass der Vorsprung nicht mehr aufgeholt werden kann, und das darf niemals passieren. Deswegen ist die Bildungspo- litik fĂŒr uns die gröĂte Aufgabe und die gröĂte Heraus- forderung fĂŒr die kommenden Jahre. [Dr. Kristin Brinker (AfD): Was ist denn in den letzten 25 Jahren passiert? â
GröĂter Versager hier im Raum!] Daher möchte ich Ihnen, Frau Bildungssenatorin Busse, versichern, dass Sie sich auf meine Fraktion und auf mich und auf uns alle verlassen können. Wir sind froh, dass eine Frau der Praxis und der Tat nun Verantwortung trĂ€gt. Ich bin mir sicher, dass mit Ihnen die Richtung stimmt. Sie sorgen dafĂŒr, dass die Schulen in Berlin allen Kindern die gleichen Chancen einrĂ€umen und nicht da- nach trennen, woher jemand kommt, wie jemand aus- sieht, welche Religion die Eltern haben oder wie dick der Geldbeutel der Eltern ist. Sie sorgen dafĂŒr, dass die Schu- len in Berlin Schulen der Vielfalt sind, die alle Kinder im Blick haben. Daher können Sie sicher sein, dass wir Sie auf Ihrem Weg mit allen KrĂ€ften begleiten, und ich den- ke, das gilt auch fĂŒr die Fraktionen der Linken und der GrĂŒnen. Es ist unser gemeinsames Ziel, dass keinem Kind in Ber- lin durch die Coronakrise die Chance auf ein gutes Leben genommen wird. Das ist Verantwortung, die wir fĂŒr die jĂŒngsten Menschen in unserer Stadt tragen. Verantwortung bedeutet, so die Definition, dass das je- weils Notwendige und Richtige getan wird und möglichst kein Schaden entsteht. Das können wir gerade beim Thema innere Sicherheit geradezu wörtlich nehmen. Es ist das Ziel dieser Koaliti- on, dass sich niemand in Berlin fĂŒrchten muss, dass nie- mand Angst haben muss, die U-Bahn zu nehmen, in eine bestimmte Gegend zu kommen, [Heiko Melzer (CDU): Welche U-Bahn denn? â
Ah, ja, es gibt ja keine U-Bahn in Berlin!] nachts vor die TĂŒr zu mĂŒssen oder etwa beim Tragen eines religiösen Symbols oder SchmuckstĂŒcks angegrif- fen oder beleidigt zu werden. Wir wollen, dass Berlin sicherer wird, und dafĂŒr werden wir alles tun, was not- wendig ist. Orte wie das Kottbusser Tor, der Bahnhof Zoo oder der Alexanderplatz, wo es besonders viel Kri- minalitĂ€t gibt, wo die Situation vor Ort unĂŒbersichtlicher ist als anderswo, werden wir sicherer machen: mit mehr Polizistinnen und Polizisten, mit Sicherheit auch mit VideoĂŒberwachung, aber auch mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern. Beim Besuch in Mitte gab es auch so eine Situation, als ein Sozialarbeiter auf uns zugekommen ist und gesagt hat: Wir finden es gut, dass die Politik in Berlin einen Schwerpunkt auf den Alexanderplatz setzt. Es ist gut, (Raed Saleh) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 224 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 dass wir vermehrt Sicherheitsdienste wahrnehmen. Es ist gut, dass wir Polizeiwachen, eine feste Polizeiwache haben. â Und er hat dann auch noch den Wunsch bzw. die Bitte ausgesprochen: Aber gut wĂ€re es, zeitgleich auch eine Anlaufstelle fĂŒr junge Menschen zu haben, damit wir als Sozialarbeiter unsere Arbeit machen können. â Ich finde, er hat absolut recht: PrĂ€vention ist genauso wichtig wie konsequente Verfolgung! Sicherheit ist immer auch eine Frage der Gerechtigkeit. Eine Stadt ist dann gerecht, wenn alle Einwohnerinnen und Einwohner ohne Angst die U-Bahn nehmen oder nachts zu FuĂ nach Hause gehen können. Eine Stadt ist dann gerecht, wenn eine muslimische Frau unterwegs sein kann, ohne Angst zu haben, dass man sie aufgrund ihres Kopftuchs angreift. Eine Stadt ist dann gerecht, wenn ein jĂŒdischer Mann mit seiner Kippa selbstbewusst und stolz durch Berlins StraĂen gehen kann. Eine Stadt ist dann gerecht, wenn jeder, der es will, im- mer und ĂŒberall mit Stolz seine Regenbogenfahne tragen kann, ohne Anfeindungen und Furcht. Ja, Sicherheit ist eben auch eine Frage von Gerechtigkeit! Hier wird Senatorin Iris Spranger alles dafĂŒr tun, dass es auch bei der Sicherheit in Berlin gerechter wird. Liebe Iris Spranger, du hast die UnterstĂŒtzung der gesamten Koalitionsfraktionen! Viel GlĂŒck, um gemeinsam diese Arbeit zu meistern! Vielen Dank dafĂŒr! Wir werden â und die Regierende BĂŒrgermeisterin hat das mit Beispielen deutlich gemacht â alles dafĂŒr tun, dass bei den verschiedenen Themen, dass bei der Zielset- zung alles einen möglichst guten Verlauf nimmt, dass das jeweils Notwendige und Richtige getan wird â noch bes- ser, kann man sagen â, da wir auch auf die UnterstĂŒtzung der Berlinerinnen und Berliner angewiesen sind. Ich wiederhole es daher noch einmal: Diese Koalition wird alles dafĂŒr tun, dass die Zukunft gut wird, und wir werden deswegen entsprechendes Engagement in der Bevölkerung noch stĂ€rker fördern als bisher. Nirgends ist es klarer, wie wichtig diese UnterstĂŒtzung ist, als beim Thema Corona. Hier sind wir besonders auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Wir haben alle sehr harte Monate, sehr harte Jahre hinter uns. Ganz Berlin, alle haben die Nase voll. Viele können nicht mehr. Wenn wir alle zu- sammenstehen und gemeinsam diszipliniert und ent- schlossen die Pandemie bekĂ€mpfen, dann sind wir bald aus dem Schlimmsten raus, da sind wir uns ganz sicher. Wir nehmen unsere Verantwortung ernst, und deswegen werde wir auch deutlich machen â Franziska Giffey hat es gesagt â: Es wird nicht aus der Krise herausgespart. In der Krise spart man nicht. Nein, im Gegenteil: Wir inves- tieren sogar mehr. Der nĂ€chste Haushalt wird ungefĂ€hr 1 Milliarde Euro mehr umfassen als der Haushalt zuvor. So wird es gelingen, dass unsere Wirtschaft in der Stadt nicht abgewĂŒrgt wird, sondern durch intelligente Investi- tionen neu entfacht wird, damit Berlin nach den Coronajahren wieder dort steht, wo es vorher stand. Und es wird uns gelingen, den Wohnungsmarkt durch Neubau zu entspannen, sodass sich die Berlinerinnen und Berliner ihre Wohnung leisten können. Deswegen bin ich froh und glĂŒcklich, dass wir mit An- dreas Geisel einen kundigen und engagierten Senator fĂŒr den Bereich Bauen und Wohnen haben. Hier werden wir uns in den kommenden Jahren alle gemeinsam besonders anstrengen mĂŒssen. Lieber Andreas! Ich freue mich, dass du das machst, und die gesamten Fraktionen von Rot- Rot-GrĂŒn unterstĂŒtzen dich dabei. Vielen Dank! [Beifall bei der SPD â Vereinzelter Beifall bei den GRĂNEN und der LINKEN â
NatĂŒrlich!] Die Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey hat mit ihrer heutigen RegierungserklĂ€rung einen Weg fĂŒr die Stadt aufgezeigt. Einen Weg, den wir als Fraktionen unterstĂŒtzen, einen Weg, den wir als Fraktionen mittragen. â Vielen Dank! Wir gehen jetzt in eine LĂŒftungspause von 40 Minuten, und wir treffen uns hier um 13.05 Uhr wieder. Wir setzen nun die Aussprache zur RegierungserklĂ€rung fort. Es folgt fĂŒr die AfD-Fraktion Frau Dr. Brinker.
Sehr geehrte Frau PrĂ€sidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! â Das Mikrofon ist nicht an, nicht? (Raed Saleh) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 225 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Jetzt! Frau Dr. Brinker, Sie haben das Wort! Jetzt ist es an.
Jetzt geht es â wunderbar! Noch mal von vorne: Sehr geehrte Frau PrĂ€sidentin! Sehr geehrte Damen und Her- ren! â So können wir das gern fortfĂŒhren. â Von 2015 bis 2019 lebte der chinesische KĂŒnstler Ai Weiwei in Berlin. Im Dezember wurde er in einem Interview gefragt, ob er gern in Berlin gelebt habe; daraufhin Ai Weiwei wörtlich: âNein! ⊠Berlin ist eine Stadt ohne Hoffnungâ. â Und er stellte die Frage: Wie kann âdie drittmĂ€chtigste Nation der Welt ⊠eine Hauptstadt wie ein Dritte-Welt-Land haben!â â Eine gute Frage. [Beifall bei der AfD â
Anti-Berliner!] Die Antworten haben wir heute hier gehört. Aber nicht Berlin ist hoffnungslos. Dieser Senat, die Koalition gibt keinen Grund zur Hoffnung. Frau Giffeys Regierungs- programm verliert sich im Klein-Klein. Das ist nicht das Programm fĂŒr eine Weltstadt. Alles, was dieser Senat zu bieten hat, sind leere Versprechungen und phrasenhafte AnkĂŒndigungen. Selbst diese Phrasen sind nicht gerade originell, denn die meisten Versprechen kennen wir schon. Vor fĂŒnf Jahren hat Michael MĂŒller uns diese Floskeln teilweise fast wortgleich schon einmal vorgetragen. MĂŒller damals: âDer Senat verfolgt das Ziel, den sozialen Zusammenhalt zu stĂ€rken.â â Frau Giffey heute: Der Senat tritt fĂŒr sozia- le Gerechtigkeit ein und stĂ€rkt den Zusammenhalt. [Sebastian Walter (GRĂNE): Sehr gut aufgepasst! â
Bleibt ja auch richtig!] â Ja, aber wie wird es denn umgesetzt? â Es gab ja keine vernĂŒnftige Umsetzung. Das ist genau das Problem. Mi- chael MĂŒller hat gesagt: Berlin ist âWillkommensort und stolz auf die eigene Vielfalt.â â Frau Giffey heute: âViel- falt ist StĂ€rke und Markenzeichen Berlins.â Prima! Und, was folgt daraus? Was passiert? â Herr MĂŒl- ler hat damals, vor fĂŒnf Jahren, gesagt: Der Senat wird seine Anstrengungen ⊠auf die weitere StĂ€rkung des Industriestandortes Berlin richten. â Was ist denn passiert? â Wir haben viele Unternehmen verloren. Frau Giffey sagt: Der Senat will Berlin zu ei- nem der bedeutendsten Wirtschafts- und Technologie- standorte Europas entwickeln. Vier Monate nach der Wahl mĂŒssen wir feststellen: Die Neuauflage der links-grĂŒnen Koalition ist nur eine blasse Kopie des MĂŒller-Senats. Frau Giffey hat ihr Regierungsprogramm letztlich von Herrn MĂŒller abgeschrieben â kaum eigene Ideen, vieles im Copy-Paste-Verfahren zusammengestĂŒckelt. Frau Giffeys Programm fĂŒr Berlin ist ein konzept- und ideen- loses Plagiat. [Beifall bei der AfD â
Das war ja originell!] Das hat Berlin nicht verdient. Das haben die 3,5 Millio- nen Berliner nicht verdient. Aber um die Berliner geht es diesem Senat ja auch nicht. Dieses Regierungsprogramm ist eine Belastungsprobe fĂŒr diese Stadt und die Men- schen, die hier leben. Der Senat wird unsere Stadt noch Ă€rmer, noch rĂŒckstĂ€ndiger, noch ungerechter und noch fremder machen. Wie das geht, kann man in der Regie- rungserklĂ€rung lesen. Dieser Senat wird die Berliner teuer zu stehen kommen. Ich will mich hier nur auf die gröĂten Belastungen, die heftigsten Zumutungen konzentrieren. Die erste Zumu- tung: Rot-GrĂŒn-Rot will â wörtlich â âdie Politik der Willkommenskulturâ fortsetzen und Berlin zum globalen Zufluchtsort machen. â Was heiĂt das konkret? â Der Familiennachzug soll erleichtert werden, die Seenotret- tung im Mittelmeer soll gefördert werden, die Passpflicht fĂŒr AuslĂ€nder soll wegfallen, Zuwanderer sollen schneller eingebĂŒrgert werden, das Wahlrecht soll es nach fĂŒnf Jahren fĂŒr alle geben. Wissenschaftler wie Prof. Raffel- hĂŒschen â das habe ich hier schon mehrfach gesagt â haben es nachgewiesen: Der Sozialstaat braucht Grenzen. Wir können nicht die ganze Welt nach Berlin einladen. Unsere Mittel und Möglichkeiten sind begrenzt. [Beifall bei der AfD â
Bravo! â Zuruf von der LINKEN] Ihr Regierungsprogramm ist eine offene Einladung an viele Millionen Menschen in Afrika und im Orient, die bereits auf gepackten Koffern sitzen. Laut einer Studie der UN wollen ein Drittel der Afrikaner nach Europa auswandern. Das sind ĂŒber 300 Millionen Menschen. Wir können diese Menschen schlicht nicht alle aufnehmen; das geht nicht. Ihre Politik der unbegrenzten Willkom- menskultur ist doch bereits krachend gescheitert. Kommen wir zur zweiten Zumutung: Berlin hat bereits heute ĂŒber 65 Milliarden Euro Schulden. Dazu kommen die Versprechen an unsere Landesbeamten zur Pensions- zahlung, die sich auf zusĂ€tzlich ĂŒber 60 Milliarden Euro Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 226 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 summieren. Insgesamt haben wir also einen Schulden- stand des Landes Berlin von weit ĂŒber 100 Milliarden Euro. Das ist der höchste Schuldenstand in der Geschich- te dieser Stadt. Wer soll das bezahlen? â DarĂŒber steht nichts im Programm. DarĂŒber macht sich dieser Senat keine Gedanken. Wir leben auf Kosten zukĂŒnftiger Gene- rationen. Das ist in höchstem MaĂe ungerecht. Ungerecht ist es aber auch gegenĂŒber den Steuerzahlern zum Beispiel in Bayern und Baden-WĂŒrttemberg. Die mĂŒssen nĂ€mlich diese extreme MaĂlosigkeit mitfi- nanzieren. Mit 3,6 Milliarden Euro im Jahr ist Berlin das gröĂte Nehmerland im LĂ€nderfinanzausgleich. Das kann doch kein Dauerzustand sein. â DarĂŒber können wir gern noch reden, aber das machen wir gesondert im Hauptausschuss. Es gibt eine Menge SparvorschlĂ€ge. Wir haben Ihnen das schon einmal gesagt. Wir kommen auf jeden Fall auf mehrere Milliarden Euro. Wir haben es in den letzten Haushaltsberatungen ge- macht. 3,5 Milliarden Euro Einsparpotenzial gibt es in dieser Stadt definitiv. Davon wird kein Mensch Ă€rmer; so viel mal ganz kurz. Kommen wir zur dritten Zumutung, die heute schon oft Thema war, zum Wohnungsbau: Wir wissen alle, wie angespannt der Wohnungsmarkt in Berlin ist. Die Berli- ner sind zu Recht sauer und haben fĂŒr die Enteignung groĂer Immobilienkonzerne gestimmt. Da sich die Koali- tion aber nicht einigen kann, ob sie das Ergebnis des Volksentscheids respektieren oder ignorieren will, â Das glaube eher ich nicht, dass Sie sich da einig sind, denn was passiert denn jetzt? â Da frage ich Sie, Frau Giffey, in aller Offenheit: Was ist denn nun mit dem Volksentscheid? Sollen groĂe Immobilienkonzerne ent- eignet werden oder nicht? â Ich weiĂ, das haben Sie heute hier auch gesagt; Sie bleiben die Antwort schuldig, weil sich die Koalition nicht einig ist und erst mal einen Arbeitskreis grĂŒnden muss, eine sogenannte Expertenkommission, die prĂŒfen soll, wie eine Enteignung von Immobilienbesitzern mit dem Grundgesetz zu ver- einbaren ist. FĂŒr BautrĂ€ger und Investoren ist das ein fatales Signal. Wer will denn noch Wohnungen in Berlin bauen, wenn nicht klar ist, ob Enteignung droht? Das trifft nicht nur irgendwann die groĂen Konzerne, sondern auch die kleinen Wohnungsanbieter. Auch sie haben inzwischen Ăngste entwickelt durch diese fatale Politik, die schon in den letzten fĂŒnf Jahren regiert hat. Wir fordern den Senat deshalb auf, unverzĂŒglich die VerfassungsmĂ€Ăigkeit und Umsetzbarkeit des Volksent- scheids zu prĂŒfen. Die WĂ€hler mĂŒssen nicht mit drei Expertenkommissionen im Anschluss, sondern schnellstens ĂŒber die Ergebnisse informiert werden. Es darf keine jahrelange HĂ€ngepartie geben, denn die Folgen fĂŒr den Wohnungsmarkt wĂ€ren fatal. Wir mĂŒssen uns aber auch fragen, weshalb die Lage am Berliner Wohnungsmarkt so angespannt ist. Warum gibt es in Berlin zu wenige Wohnungen? â Ganz einfach: Die Mieten steigen, weil es mehr Nachfrage, aber nicht mehr Angebot gibt. Es wurden zu wenige neue Wohnungen gebaut, aber es wurden auch Hunderttausende FlĂŒchtlinge und Migranten ins Land geholt. Auch wenn Sie es nicht gern hören: Diese unkontrollierte groĂe Massenmigration ist natĂŒrlich auch eine der Ursachen der Wohnungsnot in Berlin. Das muss man realistisch sehen und auch mal zur Kenntnis nehmen. Das weiĂ auch dieser Senat. Das weiĂ auch Frau Giffey, aber die PrioritĂ€t von Ihnen sind ja nicht die Berliner. Der Senat will lieber allen Migranten eine Wohnung verschaffen, auch den illegalen. Sie schreiben es doch selbst in Ihrer RegierungserklĂ€- rung. Wörtlich steht dort: Der Wohnberechtigungsschein WBS wird fĂŒr alle in Berlin lebenden Wohnungslosen ermöglicht unabhĂ€ngig vom Aufenthaltsstatus. Das ist ja prima. (Dr. Kristin Brinker) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 227 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Aber wir haben nicht so viele Sozialwohnungen. Wir haben ĂŒber 1 Million WBS-Berechtigte hier in der Stadt. Wo sollen die dann alle unterkommen? Wie viele Woh- nungen wollen Sie denn bauen? Das funktioniert schlicht nicht. Das ist Ihre linke, unsoziale Politik. WĂ€hrend Familien, Rentner, Studenten oder Alleinerziehende in Berlin keine Wohnung finden, bekommen illegale Einwanderer Zu- gang zu öffentlich gefördertem Wohnraum. Das ist wirk- lich unsozial. Damit nicht genug. Sozialsenatorin Kipping will FlĂŒcht- linge in Hotels unterbringen. â Das stand in der Zeitung. Das haben Sie selbst gesagt: Hotels, Hostels, Wohnun- gen, alles was geht. Sie haben auch eine Vorlage in den Hauptausschuss ge- bracht mit quasi Blankovollmacht, die Sie zur Anmietung von Objekten haben wollten. Bezahlen muss das aber der Steuerzahler. Von so viel staatlicher FĂŒrsorge können Berliner Familien nur trĂ€umen. Das ist keine gerechte Politik, mit Verlaub. Wenn wir den Berliner Wohnungsmarkt entlasten wollen, mĂŒssen wir bauen, und wir mĂŒssen vor allem auch krimi- nelle und illegale Migranten konsequent abschieben. Davon wollen Sie nichts hören. Kommen wir zur vierten Zumutung, auch das war heute schon Thema, der katastrophale Zustand des Berliner Bildungssystems. Unsere SchĂŒler schneiden im bundesweiten Leistungs- vergleich regelmĂ€Ăig am schlechtesten ab. Das ist auch kein Wunder, denn Leistung spielt in der Bildungspolitik dieses Senats keine Rolle. Stattdessen finden wir in der RegierungserklĂ€rung die ĂŒblichen linken Floskeln: DiversitĂ€t, Inklusion, Vielfalt und so weiter. So geht das seit Jahren. Das Ergebnis ist katastrophal. Ein Drittel der Berliner GrundschĂŒler kann kaum lesen und schreiben. SchulabgĂ€nger sind mangels grundlegender Rechen- kenntnisse kaum auszubilden. Jeder zehnte SchĂŒler ver- lĂ€sst die Schule ohne Abschluss. Was machen Sie, was macht der Senat? â Ja, er gendert auch. Er tĂ€uscht die Eltern schulpflichti- ger Kinder und zwar so: Berliner Eltern haben MĂŒhe, eine gute Schule fĂŒr ihre Kinder zu finden. Ein wichtiges Kriterium fĂŒr diese Entscheidung ist auch der Anteil deutschsprechender SchĂŒler an einer Schule. Das ist doch logisch. Wenn in einer Klasse die HĂ€lfte der SchĂŒler wenig oder gar kein Deutsch spricht, ist vernĂŒnftiger Unterricht nach Lehrplan kaum möglich. Mangelnde Deutschkenntnisse an Berliner Schulen sind ein Problem. Viele Eltern haben dieses Problem erkannt. Im vergange- nen Schuljahr haben sich etwa ein Drittel der Eltern ge- gen die Einzugsschule entschieden. Auch der Senat kennt dieses Problem. Doch statt es zu lösen, wird es verschlei- ert. Der Anteil von SchĂŒlern, die zu Hause kein Deutsch sprechen, soll in Zukunft nicht mehr gezĂ€hlt werden. Es gibt keine Informationen. Warum? Damit Eltern nicht mehr die Möglichkeit haben, sich vollstĂ€ndig ĂŒber die zukĂŒnftige Schule ihres Kindes zu informieren? Das Ergebnis ist, wer es sich leisten kann, wird sein Kind lieber auf eine Privatschule schicken. Eltern, die ihren Kindern keine Privatschule finanzieren können, haben das Nachsehen. Das ist linke Bildungspolitik von heute. Auch hier: Gerechtigkeit sieht anders aus. Wir fordern deshalb volle Transparenz bei den Schulleis- tungsdaten. Die LehrplĂ€ne mĂŒssen die Ausbildungs- und StudierfĂ€higkeit der SchĂŒler sicherstellen nach individu- ellen FĂ€higkeiten. Wir mĂŒssen die Gymnasien und die Hochbegabtenförderung stĂ€rken. Schule soll wieder Ort des Lernens und Leistens werden, kein Experimentierfeld fĂŒr linke Ideologien. Kommen wir zur fĂŒnften Zumutung, die absolute Ver- harmlosung linksextremer Gewalt in unserer Stadt. Laut Kriminalstatistik ist linke Gewalt in Berlin zuletzt deut- lich gestiegen. In einem Jahr, 2019, hat sie sich knapp verdoppelt. Auch Gewalt gegen Polizisten, Feuerwehrleu- te, SanitĂ€ter nimmt immer mehr zu. Dazu verliert Frau Giffey kein Wort, kein einziges, auch kein Wort zu den BrandanschlĂ€gen auf Autos. Extremisten und Kriminelle haben im Jahr 2021 sage und schreibe ĂŒber 700 Autos in Berlin angezĂŒndet. Der Senat will Rechtsextremismus bekĂ€mpfen. Das ist richtig so. Das wollen wir auch. Wir dĂŒrfen aber auf dem linken Auge nicht blind sein. (Dr. Kristin Brinker) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 228 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Alle Formen des politischen und religiösen Extremismus sind gefĂ€hrlich und mĂŒssen entsprechend bekĂ€mpft wer- den. Gewalt darf niemals Mittel der politischen Ausei- nandersetzung werden, egal von wem sie ausgeht. Ein weiterer blinder Fleck in der Innenpolitik des Senats ist das Thema ClankriminalitĂ€t. Kollege Wegner hat das auch schon angesprochen. Im vergangenen Jahr hat der Berliner Oberstaatsanwalt Knispel dazu ein Buch ge- schrieben. Er schreibt â wörtlich: âIn Berlin kontrollieren kriminelle Banden ganze Stadtviertel.â 15 bis 20 Clans mit mehreren 100 Mitgliedern werden fĂŒr ein Viertel der FĂ€lle organisierter KriminalitĂ€t verantwortlich gemacht. Es geht um Drogen und Menschenhandel, Mord und Totschlag, Schutzgelderpressung, Zwangsprostitution, Sozialbetrug. Das Erschreckende ist, wegen der Ăberlas- tung der Berliner Gerichte mĂŒssen viele dringend Tatver- dĂ€chtige, GroĂdealer, sogar Mörder und Vergewaltiger, zum Beispiel wegen Fristverletzung aus der Untersu- chungshaft entlassen werden. Dem Senat ist dieses The- ma keine Silbe wert. ClankriminalitĂ€t sucht man in Ihrem Regierungsprogramm vergeblich. Das ist ein Skandal. â Warum benennen Sie es nicht offen? Organisierte Kri- minalitĂ€t ist ClankriminalitĂ€t. Davor verschlieĂen Sie aber die Augen. Die sechste Zumutung ist die schamlose Abzocke von Autofahrern in dieser Stadt. Frau Giffey schreibt: âDas Ziel der Landesregierung ist ein klimaneutrales Berlin.â â Autofahrer stören da natĂŒr- lich und sind nur als mögliche Geldquelle interessant. Frau Giffey will deshalb die ParkgebĂŒhren deutlich anhe- ben. AnwohnerparkgebĂŒhren sollen verzwölffacht wer- den, von bisher 20 Euro auf 240 Euro. Mittelfristig sollen innerhalb des S-Bahnrings nur noch Elektroautos fahren dĂŒrfen. Verbrennermotoren will der Senat verbieten. FĂŒr Frau Giffey und ihre Kollegen ist das sicher kein Prob- lem, sie werden chauffiert. Aber was machen denn die vielen Berliner Familien, Senioren, Handwerker, die es sich nicht leisten können, ein neues Auto anzuschaffen? FĂŒr diese Leute sind diese Fahrverbote und Verteuerun- gen eine Katastrophe. Solche MaĂnahmen schaffen eine Innenstadt, die sich nur noch Reiche leisten können, dank links-links-grĂŒner Politik. Es wird noch absurder. Frau Giffey schreibt: âDer Senat strebt die Anbindung des BER ĂŒber das Radver- kehrsnetz an.â â Meine Damen und Herren, das ist doch irre! Wer fĂ€hrt denn mit dem Fahrrad zum Flughafen? Das sind halt die PrioritĂ€ten des Senats. Der neue Flughafen funktioniert nicht. Die Verkehrsan- bindung fĂŒr Autofahrer, Taxis und mit den ĂPNV ist suboptimal, von einer U-Bahnanbindung ganz zu schwei- gen. Da ĂŒberlegt sich die SPD noch, wie sie eigentlich dazu steht. Aber mit dem Fahrrad ist der BER dann gut zu erreichen. Das ist, mit Verlaub, eine Provinzposse. FahrrĂ€der scheinen fĂŒr diesen Senat sowieso das Ver- kehrsmittel der Zukunft zu sein. Deshalb soll auch die FriedrichstraĂe weiter fĂŒr den Autoverkehr gesperrt blei- ben gegen den Widerstand der Ladenbesitzer, die erhebli- che Verluste hinnehmen mĂŒssen. 150 Gewerbetreibende haben vor ein paar Tagen öffentlich darum gebeten, die Verkehrssperrung endlich aufzuheben. Doch unsere grĂŒ- ne Umweltsenatorin bleibt kalt. Sie will die Sperrung sogar bis zum Gendarmenmarkt ausweiten. Durch Ihre autofeindliche Politik treiben Sie die GeschĂ€f- te in der FriedrichstraĂe in den Ruin, und nicht nur dort. Der Einzelhandel stirbt, und Sie befördern das GeschĂ€ft von MilliardĂ€ren wie Jeff Bezos von Amazon. Auch das ist keine soziale Politik. Unsere Position ist eindeutig: Autofahren darf in Berlin kein Privileg der Reichen sein. Die siebte Zumutung im Regierungsprogramm ist die einseitige Erinnerungspolitik dieses Senats. Frau Giffey erklĂ€rt wörtlich: Die Koalition wird weiterhin ⊠an die koloniale Vergangenheit, den Nationalsozialismus und das geteilte Berlin erinnern. Die Erinnerung an die Kolonialvergangenheit ist wichtig und richtig. Und besonders heute, zum 77. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, wird deutlich, wie wichtig und notwendig auch das Gedenken an die vielen Opfer der dĂŒstersten Zeit hier in Deutschland ist. Es macht mich immer wieder fassungslos, was Menschen anderen Menschen angetan haben und antun können. Dennoch: An das geteilte Berlin will der linke Senat offenbar nicht erinnern. Da muss ich Sie fragen, Frau Giffey â Sie haben zu Recht gesagt, Sie waren noch ein Kind, als Sie in der DDR aufgewachsen sind. Ich bin ein paar Jahre Ă€lter und habe es als Jugendliche, als junge Frau miterlebt â: Wer hat denn Berlin geteilt? â Ich sage es Ihnen: Das waren die Kollegen von den Linken. Diese Leute, mit denen Sie an einem Tisch sitzen, haben eine Mauer durch diese Stadt gezogen, (Dr. Kristin Brinker) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 229 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 damit die Menschen im Osten der Stadt nicht mehr ent- kommen konnten. Wer das trotzdem versucht hat, wurde verhaftet, eingesperrt oder erschossen. So sieht es aus. Ich schlage Ihnen deshalb vor: Wir sollten nicht nur an das geteilte Berlin erinnern. Wir sollten an die SED- Diktatur erinnern. Der Stasiterror muss weiter aufgearbei- tet werden, und zwar ohne RĂŒcksicht auf einzelne Partei- en oder Personen. Sie aber wollen dieses dunkle Kapitel nicht aufarbeiten, weil Sie Ihre linken Koalitionspartner nicht verprellen wollen. Stattdessen sollen sich die Berliner jetzt auch noch fĂŒr die Episoden der deutschen Kolonialgeschichte schĂ€men. Das wird der historischen Wirklichkeit nicht gerecht. Wir wollen eine Erinnerungskultur, die nicht einseitig ausge- richtet ist. Mit Erlaubnis der PrĂ€sidentin zitiere ich eine berĂŒhmte Persönlichkeit: ⊠die deutsche Geschichte besteht nicht nur aus einem Verbrecheralbum. Das ist der Irrtum einiger Wichtigtuer. Das sind die Worte des ehemaligen SPD-Bundeskanzlers Helmut Schmidt. FĂŒr dieses Selbstbewusstsein habe ich Helmut Schmidt immer bewundert. Wir mĂŒssen auch die positiven Seiten unserer Geschichte in den Vordergrund stellen, damit sich die Menschen mit dieser Stadt und diesem Land besser identifizieren kön- nen. Kommen wir zur aktuell schwersten Zumutung, die der Senat den Berlinern aufbĂŒrdet â das sind die erratischen und willkĂŒrlichen ZwangsmaĂnahmen in der Coronakri- se. Ein kleines Beispiel: In der Berliner Gastronomie gilt seit zwei Wochen die 2G-plus-Regel fĂŒr GĂ€ste. Unge- impfte dĂŒrfen nicht mehr ins Restaurant gehen, es sei denn, sie arbeiten dort, denn fĂŒr Mitarbeiter gilt weiterhin 3G. Das Ergebnis ist absurd: Ein ungeimpfter Kellner darf zwar weiterhin die geimpften GĂ€ste bedienen, er darf aber nach Feierabend nicht selbst im Restaurant essen, da er ja andere Menschen anstecken könnte. Was soll dieser Unsinn? Auch bildungspolitisch ist Ihre Coronapolitik eine Kata- strophe. Anfang der Woche wurde die PrĂ€senzpflicht ausgesetzt, ohne RĂŒcksprache mit dem zustĂ€ndigen Ex- pertengremium. Der Reinickendorfer Amtsarzt Larscheid nennt das wörtlich eine entsetzliche Dummheit, denn die Wirkung auf das Pandemiegeschehen ist quasi gleich null, Kinder aus bildungsfernen Familien aber werden immer weiter abgehĂ€ngt. Es gibt noch etliche weitere Beispiele fĂŒr die Unstimmig- keiten der aktuellen Coronapolitik, so die Unklarheit durch die VerkĂŒrzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate. In Berlin weiĂ eigentlich keiner genau, was wann wo gilt: Wann ist man sechs Monate genesen, wann drei? Seltsamerweise gilt das nicht fĂŒr den Bundestag. Oder die falschen Versprechungen zur Wirksamkeit der Impfstoffe oder das unĂŒberschaubare Chaos mit Test- pflicht und QuarantĂ€neregeln. Oder die aktuelle unselige Debatte ĂŒber die Impfflicht. Oder, und das ist ganz dra- matisch, die extreme Zunahme psychischer Erkrankungen bei Kindern bis hin zum Suizid. Die Folgen Ihrer Politik sind erschreckend. Hören Sie endlich auf, die Gesell- schaft zu spalten und das Gegenteil zu behaupten! Das Chaos muss ein Ende haben. Wir brauchen eine klare Linie, eine Ăffnungsperspektive zur RĂŒckkehr in die NormalitĂ€t. Der Kollege Saleh ist gerade nicht im Saal, aber: Hören Sie endlich auf, die Menschen, die heute wegen Ihrer CoronamaĂnahmenpolitik auf die StraĂe gehen, die sich Sorgen um ihre körperliche Unversehrt- heit aus welchen GrĂŒnden auch immer machen, als Nazis zu diffamieren! Das geht nicht. Das funktioniert so nicht, und genau das ist der Punkt, wo Sie dem nicht Folge leisten, was im Regierungsprogramm steht, wonach Sie den Zusammenhalt der Gesellschaft fördern wollen. Sie tun genau das Gegenteil. Das Regierungsprogramm ist letztlich ein Sammelsurium kleiner MaĂnahmen, die zur Weiterentwicklung Berlins nicht viel beitragen werden. Die echten Probleme packen Sie nicht an. Was wird aus dem ICC, was aus dem ehe- maligen FlughafengebĂ€ude Tempelhof? Statt endlich eine Nutzungsperspektive zu entwickeln, gibt es keine Ideen, keinen Plan, dafĂŒr aber einen gigantischen Sanierungs- stau in Milliardenhöhe. Wie soll es mit dem Flughafende- saster weitergehen? Kaum eröffnet, hat der BER schon wieder Sanierungsbedarf und braucht 2,4 Milliarden Euro zum Ăberleben. Welche Bauprojekte wollen Sie prioritĂ€r angehen? Wo ist die GesamtĂŒbersicht ĂŒber den Sanie- rungsstau aller öffentlichen GebĂ€ude in Berlin? Wo ist Ihre PrioritĂ€tenliste? Was genau tun Sie fĂŒr die BĂŒrger (Dr. Kristin Brinker) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 230 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 dieser Stadt, damit sie ohne monatelanges Warten Termi- ne bei den BĂŒrgerĂ€mtern bekommen? Wann werden Baugenehmigungen in einer akzeptablen Frist erteilt, wann die Bauordnung entrĂŒmpelt, vereinfacht, ebenso die Vergabeordnung usw.? Was sind Ihre Lösungen fĂŒr diese existenziellen Probleme? Berlin ist eine wunderbare Stadt mit einer groĂen Geschichte. Wir stehen auf den Schul- tern von Riesen wie Friedrich dem GroĂen, Hardenberg, Bismarck, von Genies wie Hegel, Virchow, Einstein oder Planck. LegendĂ€re Unternehmer wie Siemens, Borsig oder Rathenau haben in Berlin Weltkonzerne gegrĂŒndet. FurtwĂ€ngler, Karajan, Abbado haben die Berliner Phil- harmoniker dirigiert. Lange vor Hollywood hat Fritz Lang in den Filmstudios von WeiĂensee die erste Traum- fabrik erschaffen. Wir dĂŒrfen dieses groĂe Erbe nicht verspielen. â Vielen Dank! Als NĂ€chstes hat fĂŒr die GrĂŒnenfraktion Frau Kapek das
Was soll dieser Blödsinn! Haben Sie ĂŒberhaupt zugehört?] Das ist nicht nur ekelhaft, das ist widerlich. Es ist gut, dass genau das jetzt zu einer Straftat erklĂ€rt wurde, denn: Heute vor 77 Jahren wurde das Konzentra- tionslager Auschwitz befreit. Allein an diesem Ort des Grauens wurden mehr als 1 Million Menschen umge- bracht. Wer einmal diesen Ort besucht hat, der wird sa- gen: I remember! Ich selbst war als 16-JĂ€hrige zwei Wochen in OĆwiÄcim, und ich kann Ihnen sagen: Wenn man einmal diese Berge von Haaren und ZĂ€hnen gesehen hat, die einst Menschen gehört haben, oder diese Zeichnungen, die in Zeiten der Tyrannei entstanden sind, dann brennt sich das ins Ge- dĂ€chtnis ein, dann begleitet das einen fĂŒr den Rest des eigenen Lebens. Und angesichts des offen zu Tage getra- genen Rechtsextremismus auf unseren StraĂen, aber auch in diesem Hause, muss ich ganz klar sagen: Jeder Mensch und vor allem jeder Abgeordnete sollte einmal in seinem Leben nach Auschwitz gefahren sein, denn dieses Erleb- nis stellt eins sicher: niemals vergessen, nie wieder Auschwitz! [Beifall bei den GRĂNEN, der SPD, der CDU, der LINKEN und der FDP â
Frau Spranger, nicht Sie!] KriminalitĂ€tsbekĂ€mpfung ist aber nur ein Teilaspekt von Sicherheit. Zur Sicherheit gehört auch ein GefĂŒhl und die Gewissheit eines Zuhauses. Ein Zuhause, in dem ich mich sicher und geborgen fĂŒhlen kann. Ich möchte, dass Berlin ein sicheres Zuhause fĂŒr alle Menschen ist. Damit meine ich wirklich alle Menschen â egal welchen Ge- schlechts, egal welchen Alters, egal welcher Hautfarbe und egal, ob mit Religion oder ohne. Ob bei Tag, ob bei Nacht, ob zu FuĂ, mit dem Rad oder im Rollstuhl â Ber- lin muss ein sicherer Hafen sein. Dass Menschen heute, in diesem Moment, an der belarus- sischen Grenze hungern und frieren und dass nach wie vor Menschen im Mittelmeer ertrinken, ist fĂŒr mich uner- trĂ€glich â eine Schande, Frau Brinker. Es ist deshalb nicht nur eine Frage der Menschlichkeit, dass wir in Berlin GeflĂŒchtete ĂŒber ein Landesprogramm aufnehmen, sondern â liebe AfD â es ist unsere humani- tĂ€re Verantwortung, dass wir dies tun. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine letzte Rede in diesem Haus habe ich vor ungefĂ€hr einem Jahr gehalten, und zwar zum ersten Jahrestag des Anschlags in Hanau. Dieser furchtbare Terroranschlag jĂ€hrt sich demnĂ€chst zum zweiten Mal. Dort sind zehn Menschen nicht nur ermordet worden, sondern die Betroffenen, die Familien und ihre Angehörigen leiden bis heute. Wir können die Zeit nicht zurĂŒckdrehen, aber wir sind ihnen schuldig, die Taten aufzuklĂ€ren. Das bedeutet auch, dass wir die Kon- sequenzen aus rechtem Terror ziehen mĂŒssen â egal, ob in Hanau oder in Berlin-Neukölln. (Antje Kapek) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 234 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Immer hĂ€ufiger sind auch Abgeordnete dieses Hauses oder Engagierte aus der Zivilgesellschaft Opfer von An- schlĂ€gen, von Drohungen oder von menschenfeindlichen Beleidigungen, aber sie alle lassen sich davon nicht ein- schĂŒchtern, weder von Hass, noch von Hetze. Im Gegen- teil, sie setzen sich weiter fĂŒr unsere Stadt ein. Viele von Ihnen haben sich sogar in unser Parlament wĂ€hlen lassen, und dafĂŒr sind wir ihnen zu groĂem Dank verpflichtet. Aber Dank alleine reicht nicht, sondern es braucht konse- quentes Handeln. Deshalb setzen wir auch eine Forde- rung aus der Zivilgesellschaft als eine unserer ersten Handlungen um. Das Parlament wird einen Untersu- chungsausschuss zur AufklĂ€rung der rechten Anschlags- serie in Neukölln auf den Weg bringen. Mehr noch: Wir mĂŒssen an die Strukturen ran. Deshalb werden wir in dieser Legislatur ebenfalls eine Enquete- Kommission einsetzen, die strukturelle VorschlĂ€ge fĂŒr mehr Vielfalt und Partizipation sowie einen klar antiras- sistischen Kurs in der Berliner Verwaltung erarbeiten wird. Eines ist klar: Das Berlin der Zukunft ist bunt, of- fen, frei und vielfĂ€ltig, und es lĂ€sst keinen FuĂbreit Platz fĂŒr rechte Angstmache, Hass oder Hetze. Unsere Koalition, und ich hoffe, auch weite Teile der Opposition, haken sich hier unter, um unsere wehrhafte Demokratie nicht nur mit Worten, sondern auch mit Le- ben zu fĂŒllen. Auf dem Weg zur Zukunftshauptstadt Berlin haben wir viel vor, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Dass gera- de einiges in Bewegung ist, sehen wir allein mit Blick in dieses Haus: ein höherer Frauenanteil im Berliner Senat, drei StaatssekretĂ€rinnen und eine VizeprĂ€sidentin, die People of Color sind, und die erste weibliche Regierende BĂŒrgermeisterin Berlins. Es gibt einen Wind der VerĂ€n- derung, und der war schon immer der RĂŒckenwind, den diese Stadt bekanntlich gebraucht hat. Wir laden Sie alle dazu ein, diesen Wandel mit uns gemeinsam zu gestalten. Lassen Sie uns konstruktiv, fair und respektvoll um die besten Ideen streiten, denn, wie ich vorhin schon sagte, es ist unser aller Stadt. Wir wohnen alle in demselben Ber- lin. Und dann hoffe ich, dass nach fĂŒnf Jahren, am Ende dieser Legislatur, vielleicht auch die kritischste Berlinerin sagen kann: Dit is vielleicht noch nich allet perfekt, aber dit is schon ziemlich jut jeworden. â Herzlichen Dank! Vielen Dank! â FĂŒr die FDP-Fraktion hat der Kollege Czaja das Wort.
Wozu wollen Sie denn beitragen! â
So geht nachhaltige Wirtschaft, Herr Czaja!] Ich bin gespannt, was das mit Ihnen macht. Wir werden das erleben. Ich glaube, es wĂ€re viel besser, wenn Sie sich auf die wirklich groĂen Themen, nĂ€mlich die Frage: Wie können wir die Metropolregion zu einem wirtschaft- lichen Kraftzentrum entwickeln? â, konzentrieren könn- ten. Das sind die Aufgaben, die anstehen, und man kann Ihnen nur Erfolg dafĂŒr in der Koalition wĂŒnschen, dass das gelingt. Auch hier haben Sie unsere UnterstĂŒtzung, aber auch unseren kritischen Blick, damit Sie sich eben nicht in diesen kleinen Themen verlieren, sondern in den relevanten. Ein weiteres relevantes Thema wird die Fokussierung auf den Glasfaserausbau sein. Absolut relevant! Die fehlende Fokussierung auf den Glasfaserausbau hat Berlin um Jahre zurĂŒckgeworfen. So ist unser Blick darauf. Es fehlt bei diesem Thema nach wie vor massiv an Tempo. Das zeigt sich auch leider an Ihrem Regierungsprogramm. Da sehe ich nicht das Tempo, das notwendig ist. Erneut wird dem Ausbau von GlasfaseranschlĂŒssen zwar hohe PrioritĂ€t eingerĂ€umt, aber bereits im letzten Koaliti- onsvertrag sollte der Glasfaserausbau mindestens bis zur GrundstĂŒcksgrenze vorangetrieben werden. BloĂe Worte machen das allerdings nicht, denn wir haben den Glasfa- serausbau leider immer noch nicht an der GrundstĂŒcks- grenze. Klare Aufgabe fĂŒr diese Legislaturperiode: Erhö- hen Sie das Umsetzungstempo! Herr Kollege! Gestatten Sie eine Zwischenfrage des Kol- legen SchlĂŒsselburg?
Das regelt alles der Markt!] Wir erwarten auch, dass Sie das Neustartprogramm fĂŒr die Berliner Wirtschaft richtig angehen. Die von der Pandemie besonders gebeutelten Unternehmen warten seit mehreren Monaten auf den Start des â bereits seit Mitte letzten Jahres im Ăbrigen, Sie waren im Wahl- kampf, Frau Giffey â angekĂŒndigten Förderprogramms. Damals hieĂ es noch âBerlin Investâ. Wir schlagen vor: Verbringen Sie nicht Ihre Zeit mit der Umetikettierung dieser Programme, und verkaufen Sie das nicht plakativ als etwas Neues, sondern fokussieren Sie sich auf die Verzahnung zwischen Start-ups und etabliertem Mittel- stand! Das sind unserer Ăberzeugung nach die Treiber der Berliner Wirtschaft, und die gehören ins Zentrum einer engagierten Wirtschaftspolitik. Die Coronapandemie hat im Ăbrigen die SchwĂ€chen auch in der Gesundheitsstruktur in dieser Stadt extrem offenge- legt. Deshalb bleibt es mir ein RĂ€tsel, dass Sie bei dem Thema Digitalisierung nicht den umfassenden Turbo (Sebastian Czaja) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 238 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 zĂŒnden und den Gesundheitssektor nicht gleich umfas- send mitdenken. Wir halten es fĂŒr wichtig, Frau Senatorin Gote â wo ist sie? â, dass die vom Senat verfolgten Vorhaben zum Ausbau der Digitalisierung und Vernetzung an dieser Stelle dringend umgesetzt werden, dass wir die Kraft an Innovationspo- tenzial schnellstmöglich heben und dass wir den öffentli- chen Gesundheitsdienst endlich so aufstellen, dass wir nicht mehr die Schlagzeilen in âB. Z.â und anderen Berli- ner Tageszeitungen lesen mĂŒssen, dank derer wir das GefĂŒhl haben, wir sind immer noch im Faxzeitalter. Ich finde es maximal absurd, dass Faxe in dieser Stadt abge- tippt und digitalisiert werden. Damit muss doch wirklich mal Schluss sein! Deshalb: VernachlĂ€ssigen Sie nicht den Gesundheitsbe- reich, nicht den Gesundheitsdienst in der Stadt. Gerade jetzt ist es umso wichtiger, den Gesundheitsdienst gut auszustatten. Frau Regierende BĂŒrgermeisterin Giffey! Ich sage Ihnen auch: Der Personal- und Pflegenotstand in Berlin darf nicht nur beklagt, sondern muss endlich konsequent be- kĂ€mpft werden. Vielleicht haben Sie alle hier die erschĂŒt- ternden Posts unter dem Hashtag âPflege-Exitâ auf Twit- ter gelesen. Dort schreiben Pflegerinnen und Pfleger, wie sie sich von HeulkrĂ€mpfen geplagt auf den Kranken- haustoiletten einschlieĂen, da der Arbeitsdruck unaufhör- lich zunimmt. Deshalb wundert es mich, dass Sie in Ihrer Darstellung heute abseits von altbekannten leider keine weiteren Impulse und Lösungen angeboten haben. Das ist ein sehr relevantes Thema fĂŒr unsere Stadt, und deshalb braucht es unter anderem auch dringend ein Programm, wie wir auslĂ€ndische FachkrĂ€fte schnellstmöglich anwer- ben können, um hier beim Pflegenotstand zusĂ€tzlich eine Antwort zu haben. Die Gesundheits- und Pharmalandschaft, die Hochschul- und Wissenschaftslandschaft in der Metropolregion Ber- lin leben auch von der Vielfalt der FĂ€cher an den Hoch- schulen. Nun ist das Thema nicht mehr Chefinnensache, und leider wird âForschungâ auch nicht mehr im Namen der zustĂ€ndigen Senatsverwaltung zu finden sein. Ihnen muss aber klar sein, dass der Forschungsstandort ein deutliches Bekenntnis zur Forschungsfreiheit sowie klare Willkommenssignale und verstĂ€rkte Anstrengungen fĂŒr die Ansiedlung weiterer auĂeruniversitĂ€rer Forschungs- einrichtungen braucht â all das habe ich heute nicht ge- hört â, zumal der Wissenschafts- und Forschungsstandort das Asset ist, das wir in Berlin haben. Wenn Sie sich die Briefings der IHK und anderer Institu- te ansehen, dann wird das genau der Hebel sein, der uns im VerhĂ€ltnis zu allen anderen BundeslĂ€ndern möglich- erweise schneller wieder starkmachen wird. Deshalb brauchen wir genau an dieser Stelle einen starken Fokus auf unsere Forschungs- und Wissenschaftsstandortsein- richtungen hier in der Stadt. Wir waren im Ăbrigen erstaunt, dass Sie das Thema der MobilitĂ€tswende als Gewinn fĂŒr die Berlinerinnen und Berliner darzustellen versucht haben. Sie werden sich doch nicht davon lösen können, was Ihre Verkehrssenatorin plant, Ihr Koalitionspartner sitzt ja neben Ihnen. Die GrĂŒnen werden Ihnen in dieser Legisla- turperiode noch deutlich zeigen, dass das Auto ein inner- stĂ€dtisches Tabu ist. Davon bin ich ĂŒberzeugt; Frau Ja- rasch bestĂ€tigt das. [Lachen bei den GRĂNEN â
Leben Sie in derselben Stadt wie ich?] Frau Regierende BĂŒrgermeisterin! Sie werden erkennen mĂŒssen, dass die Verkehrswende im Sinne Ihres Koaliti- onspartners auch dazu fĂŒhrt, dass genau die Wahlfreiheit, die uns miteinander immer wichtig war, am Ende des Tages möglicherweise auf der Strecke bleibt. Wir jeden- falls werden darauf achten, dass die Berlinerinnen und Berliner weiterhin die Wahlfreiheit in der Stadt haben, denn es gibt auch Berlinerinnen und Berliner, die ihr Auto brauchen. Ob dieses Ziel, das Frau Jarasch und die GrĂŒnen als âBul- lerbĂŒâ beschrieben haben, dann wirklich lebenswert ist, kann niemand von Ihnen mit Sicherheit voraussagen â niemand. Wissen Sie, ich lese meiner Tochter öfters mal Geschich- ten vor, und dazu zĂ€hlt natĂŒrlich auch Astrid Lindgren. Ich mag das wirklich gern, aber was mir daran auffĂ€llt: Es bleibt unklar, wovon diese Figuren eigentlich leben und wie sie sich finanzieren. [Heiterkeit â
Das stimmt!] Es bleibt also nur zu hoffen, dass unser neuer Finanzsena- tor Herr Wesener die Abenteuer der Kinder aus BullerbĂŒ nicht als Grundlage seiner Finanzplanung hinterlegt hat; das ist unsere groĂe Hoffnung. Dass der BER zum Beispiel weiter ein Problem ist, zeigt ja auch, dass der Flughafen Schönhagen durchaus eine gewisse AttraktivitĂ€t bekommt. Dass genau dieses opera- tive und finanzielle Sorgenkind namens BER auch eine (Sebastian Czaja) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 239 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 haushaltspolitische Herausforderung ist, wissen wir alle zusammen. Dass wir aber diesen BER jetzt zu einem Kraftzentrum machen mĂŒssen in der Metropolregion, damit wir fĂŒr die Anbindung in die Welt offen sind, fĂŒr den Tourismus- und Wirtschaftsstandort Berlin- Brandenburg, ist die entscheidende operative Aufgabe. Deshalb mĂŒssen Sie dringend dafĂŒr sorgen, dass die Ab- fertigung, die Check-in-Situation einfacher wird am BER. Mit leichten UmbaumaĂnahmen â wir haben Ihnen dazu umfassende VorschlĂ€ge gemacht â wĂ€re das möglich. Wenn Sie dann noch nicht nur den Austausch mit Herrn Woidke hier noch einmal referieren, Frau Regierende BĂŒrgermeisterin, sondern tatsĂ€chlich an einer echten Lösung beim Laderecht fĂŒr das Berliner Taxigewerbe arbeiten, dann wĂ€re das ein erster groĂer Erfolg, den wir immer eingefordert haben, und wir wĂ€ren froh, wenn er endlich umgesetzt wĂŒrde in dieser Stadt. [Beifall bei der FDP â
Oh, Mann!] Die Senatsverwaltung fĂŒr Justiz bekommt ebenso eine neue Senatorin; ich habe es ja eingangs erwĂ€hnt. Man sagt dann aber lieber â ich glaube, Frau Schubert, Sie waren das, als der Koalitionsvertrag vorgestellt wurde â Zitat: Wir wollen die KnĂ€ste und GefĂ€ngnisse noch schöner und besser machen. Wissen Sie was? â Wir Freie Demokraten hĂ€tten erwartet, dass man an dieser Stelle, da der Koalitionsvertrag vorge- stellt wird, sagt: Wir wollen in dieser Stadt die Schulen und Kitas besser machen. â Das wĂ€re fĂŒr uns etwas ge- wesen, worĂŒber wir uns gern weiter mit Ihnen ausge- tauscht hĂ€tten! [Beifall bei der FDP â
Das hĂ€tte ich auch gesagt, aber danach wurde ich halt nicht gefragt! â
Man muss eben auf Fragen antworten, Herr Czaja, und kann nicht einfach frei assoziieren!] Wollen Sie eine Frage stellen, Herr Schatz? â Bitte, nur zu! Ich warte! Aber Kollege SchlĂŒsselburg hĂ€tte eine Zwischenfrage!
Vielen Dank, Herr Czaja! Habe ich Sie als Fraktionsvor- sitzenden der FDP, dem Grundrechte immer sehr wichtig waren, dahingehend richtig verstanden, dass Ihnen die grundrechtskonforme Unterbringung von Gefangenen in unseren Justizvollzugsanstalten egal ist?
Dann sollten Sie mal richtig lesen lernen!] Ich finde nichts. Sie haben das Chaos in den Berliner BĂŒrgerĂ€mtern angesprochen. Damit machen wir kein pauschales Bashing gegen die BeschĂ€ftigten; wir können dankbar sein fĂŒr das, was sie dort leisten. Aber die Orga- nisationsstruktur und die Frage, wie wir in dieser Stadt die Dinge hintereinander kriegen, erwarten wir tatsĂ€ch- lich. Und da ist es nicht damit abgetan, dass in Ihrem 100-Tage-Programm â Sie haben ja alle so schön âdochâ gesagt â das Thema Onlinekampagne aufgeschrieben wurde. Meine GĂŒte, wir brauchen doch keine Online- kampagne, wir brauchen Onlineangebote in dieser Stadt! Das ist das Wichtige, was wir dringend brauchen, nicht eine Kampagne, die das noch mal erklĂ€rt. An dieser Stelle haben Sie dann eben noch mal schnell ein Hunderegister auf den Weg gebracht. Sie kriegen es nicht mal mehr hin, dass man sich ordentlich in dieser Stadt registrieren kann, an-, ab- und ummelden kann, aber (Sebastian Czaja) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 240 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 ein Hunderegister, das in dieser Stadt keinen einzigen Mehrwert herbeibringt, bringen Sie auf den Weg! Da hĂ€tten wir uns wirklich mehr erwartet, gerade wenn es um die Frage der Zukunfts- und Hauptstadt Berlin geht. Das wĂ€re unsere Erwartung an dieses 100-Tage-Pro- gramm gewesen, aber auch vor allen Dingen an Ihre RegierungserklĂ€rung am heutigen Tag. Lassen Sie mich abschlieĂend noch sagen, dass wir eine Metropole möchten, in der die Menschen tatsĂ€chlich gerne leben, aber wir möchten eine Metropole, in der wir den Menschen auch etwas zutrauen! Wir möchten den Menschen in dieser Stadt zutrauen, Dinge einfach zu erreichen und groĂ zu werden. Jeder muss ĂŒber unser Bildungssystem und die Rahmenbedingungen, die wir als Politik leisten, die Chance haben, groĂ zu werden. Neuen Ideen sollten wir nicht mit Skepsis und Misstrauen be- gegnen, sondern neuen Ideen sollten wir in dieser Stadt viel mehr Lauf lassen, viel mehr Raum geben, damit Berlin endlich das Klingelschild fĂŒr die klĂŒgsten Köpfe wird und wir in dieser Stadt tatsĂ€chlich die Chancenmet- ropole innerhalb Deutschlands und Europas werden. Wir haben Ihnen dazu mit unserem EntschlieĂungsantrag einen sehr klaren Vorschlag gemacht, wie man mehr Fortschritt und Zukunft wagen kann. Genau an diesem Entwurf orientiert werden wir unsere Rolle als Oppositi- on in diesem Parlament und auch in der Stadt in den nĂ€chsten Jahren wahrnehmen und Sie immer wieder daran erinnern, was Sie den Berlinerinnen und Berlinern versprochen haben, und vor allem eins zu tun: die Stadt fĂŒr die Zukunft fit zu machen, mit einer echten Perspekti- ve aufzustellen und sich nicht in dem Kleinklein zu ver- lieren. â Vielen Dank! Vielen Dank, Herr Kollege! â FĂŒr die Linksfraktion hat die Kollegin Helm jetzt das Wort.
Vielen Dank, Frau PrĂ€sidentin! â Sehr geehrte Damen und Herren! Ich freue mich, dass Sie nach der langen Debatte noch alle munter sind und auch mir noch mal Ihr Ohr leihen. â Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an meine letzte Rede in diesem Hause kurz vor der Wahl. Da habe ich nĂ€mlich angekĂŒndigt, dass das Jahrzehnt der Investitionen, das wir 2016 ausgerufen haben, selbstverstĂ€ndlich lĂ€nger ist als eine Wahlperiode. Wir gehen jetzt also in die zweite Runde und setzen die Investitionsoffensive fort. Wir werden die Schulbauof- fensive fortfĂŒhren. Wir werden weiter KitaplĂ€tze schaf- fen. Wir werden weiterhin die Strukturen der Verwaltung stĂ€rken. Trotz aller Unkenrufe hat diese Koalition dafĂŒr eine deut- liche Mehrheit der Bevölkerung dieser Stadt im RĂŒcken und konnte diese Mehrheit gegenĂŒber der letzten Legisla- turperiode sogar noch ausbauen. Ich weiĂ, vielen Berlinerinnen und Berlinern geht es nicht schnell genug, und das geht uns auch so. Die Coronakrise hat viele Vorhaben von uns zurĂŒckgeworfen und unsere HandlungsspielrĂ€ume eingeschrĂ€nkt. Und doch hat gerade die Krise bewiesen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Wir werden uns nicht aus der Krise heraussparen, im Gegenteil, wir sind ĂŒberzeugt, dass der Weg aus der Krise nur SolidaritĂ€t sein kann. Nur eine stabile öffentliche Daseinsvorsorge und armuts- sichere Löhne sind krisenfest und nachhaltig. Wir bauen heute die Infrastruktur auf, die auch morgen noch Krisen standhalten kann. Nicht zuletzt deshalb haben wir den Landesmindestlohn schon vor zwei Jahren von 9 auf 12,50 Euro erhöht. Nach dem Regierungswechsel im Bund soll der flĂ€chendeckende Mindestlohn dem ja nun auf wenigstens 12 Euro nahezu angepasst werden. Aber wer 45 Jahre lang fĂŒr einen Lohn unter 13 Euro arbeitet, kann in seinem gesamten Leben nicht genĂŒgend Renten- anspruch aufbauen, um mehr als die gesetzliche Min- destrente zu bekommen. Das bedeutet, dass die Bundes- regierung nach wie vor Altersarmut mit Ansage fördert. Dem stellt sich Berlin entgegen. Wer fĂŒr Berlin arbeitet, soll eben nicht in Altersarmut fallen. Deswegen werden wir den Landesmindestlohn und den Vergabemindestlohn auf 13 Euro anheben. Wir bezahlen unsere Mitarbeitenden so auskömmlich, dass sie auch spĂ€ter und in Zukunft noch davon leben können. Dazu hat die Kollegin Dr. Jasper-Winter, die heute, glaube ich, nicht da sein kann, ihr UnverstĂ€ndnis geĂ€uĂert, dass dann ja Mitarbeitende im Betrieb je nach Auftrag unterschiedlich hohe Stundenlöhne hĂ€tten. Das hat mich ein bisschen ĂŒberrascht, denn die FDP hat ja bei der EinfĂŒhrung des ArbeitnehmerĂŒberlassungsgesetzes noch eine völlig andere Position vertreten, als Menschen aus Zeitarbeitsfirmen neben Festangestellten an den FlieĂbĂ€ndern standen und fĂŒr dieselbe Arbeit eindeutig nicht den gleichen Lohn bekamen. Ungleicher Lohn ist (Sebastian Czaja) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 241 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 offenbar fĂŒr die FDP nur dann ein Problem, wenn sein Zweck ist, Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerrechte zu stĂ€rken, nicht aber, wenn es darum geht, sie zu schlei- fen. Wir als Land Berlin haben uns entschlossen, an dieser Stelle Vorbild zu sein, und freuen uns selbstverstĂ€ndlich, wenn andere nachziehen. Deshalb werden wir es auch zu unserem Grundsatz machen, dass die UnterstĂŒtzung und Förderung wirtschaftlicher Branchen an die Vorausset- zung gebunden ist, dass diese auch gute Arbeit bieten und sich an die Tarifbindung halten. Das gilt auch fĂŒr die Neustartprogramme in der Coronakrise. Wer öffentliche Hilfe in Anspruch nimmt, muss zumindest gesellschaftli- che Mindeststandards einhalten. Um auch kĂŒnftig gute Arbeit zu garantieren, brauchen die Berlinerinnen und Berliner gute Ausbildungschancen. Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, wollen wir deshalb nach Ende des zehnten Pflicht- schuljahres fĂŒr mindestens ein Jahr ein garantiertes An- gebot der Berufsausbildungsvorbereitung machen. Das ist noch nicht die Ausbildungsplatzgarantie, die wir anstre- ben, aber es ist ein wichtiger Schritt dahin. Wir werden dafĂŒr auch die Unternehmen stĂ€rker in die Pflicht nehmen und eine branchenspezifische Ausbil- dungsplatzabgabe einfĂŒhren. Es kann nicht sein, dass viele Unternehmen groĂe Anstrengungen aufbringen, um dem FachkrĂ€ftemangel zu begegnen, wĂ€hrend sich andere dieser Aufgabe entziehen. Hier braucht es einen gerech- ten Ausgleich. Die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner hat dieser Koalition einen wichtigen Auftrag erteilt. Mehr als eine Million Wahlberechtigte haben dafĂŒr gestimmt, dass die WohnungsbestĂ€nde groĂer Immobilienunternehmen ver- gesellschaftet werden sollen. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird ernsthaft darĂŒber geredet, wie Artikel 15 des Grundgesetzes konkret angewendet wer- den kann. Allein das ist schon historisch. Unsere Erwartung ist, dass auf Grundlage der Ergebnisse der Kommission in etwa anderthalb Jahren ĂŒber ein sol- ches Gesetz beraten und am Ende auch beschieden wird. Wir wissen, wie viele WiderstĂ€nde und Vorbehalte es dagegen gibt, nicht nur in diesem Hause. Umso wichtiger ist es, dass wir hier grĂŒndlich und sorgfĂ€ltig vorgehen. Ich finde, es ist in einer Demokratie schwer ertrĂ€glich, wenn ĂŒber den Umgang mit lebenswichtigen GĂŒtern nicht demokratisch, sondern durch Marktmacht entschieden wird. Aber wir sind dem in einer Demokratie nicht ausge- liefert. Wir können unsere Zukunft und die unserer Stadt aktiv gestalten. Das haben die Berlinerinnen und Berliner mit ihrer Initiative getan. Wir mĂŒssen ihnen jetzt zusi- chern, dass das nicht folgenlos bleibt. UnabhĂ€ngig davon mĂŒssen wir alle unsere Anstrengun- gen zur Mietenregulierung fortsetzen. Liebe Kolleginnen und Kollegen von SPD und GrĂŒnen! Ich kann es ja ver- stehen, aber wenn Ihr es nicht vermocht habt, eine Ăff- nungsklausel fĂŒr den Mietendeckel gegen die FDP auf Bundesebene durchzusetzen, erwarte ich zumindest von der neuen Bundesregierung, dass sie dem erklĂ€rten Wunsch aller BundeslĂ€nder auĂer Bayern, das sich an dieser Stelle dezidiert gegen den Willen der Landeshaupt- stadt positioniert, schnellstmöglich nachkommt und ge- setzlich klarstellt, dass das Vorkaufsrecht wieder ange- wendet werden kann. Schon morgen gibt es dazu Gelegenheit, weil da nĂ€mlich auf Antrag der Linksfraktion im Bundestag darĂŒber de- battiert wird. Eine gemeinsame Bundesratsinitiative haben wir auch gestartet, und ich gehe davon aus, dass wir diesem Willen der Hauptstadt gemeinsam stark Ausdruck verleihen. Ăbrigens ist das Problem der immens steigenden Mieten in dieser Hauptstadt auch ein Problem fĂŒr die lokale Wirtschaft. Das ist in den Reden der Opposition, finde ich, viel zu kurz gekommen, denn gerade handwerkliche Betriebe und Dienstleister haben diese immensen Prob- leme auch, und das ist ein Standortnachteil fĂŒr Berlin. Vielleicht eines der ambitioniertesten Ziele des Senats ist es, die unfreiwillige Obdachlosigkeit in dieser Stadt bis 2030 zu ĂŒberwinden. Mit dem Modellprojekt âHousing firstâ haben wir gezeigt, wie es gelingen kann, Menschen dauerhaft von der StraĂe zurĂŒck in Wohnungen und in die Gesellschaft zu holen. Damit wir unser Ziel erreichen, muss dieses Projekt aber im groĂen Stil stetig ausgeweitet werden, und dafĂŒr ist es wichtig, mehr Wohnungen im geschĂŒtzten Marktsegment zur VerfĂŒgung zu stellen, und zwar nicht nur fĂŒr Menschen, die auf der StraĂe leben. Auch diejenigen, die derzeit in Einrichtungen fĂŒr Woh- nungslose oder GeflĂŒchtete leben, mĂŒssen dazu Zugang haben. Eine eigene Wohnung ist eine Frage der Men- schenwĂŒrde. (Anne Helm) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 242 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Aber abgesehen davon ist es sogar die finanziell gĂŒnsti- gere Version fĂŒr den Landeshaushalt. Das ist noch ein zusĂ€tzliches Argument, das voranzutreiben, fĂŒr diejeni- gen, denen die MenschenwĂŒrde nicht reicht. Deshalb muss auch das BĂŒndnis fĂŒr bezahlbaren Wohnraum, das der Senat einrichtet, sich mit der Frage beschĂ€ftigen, wie schnell Wohnungen gebaut werden können, aber auch damit, wie diese den Menschen, die sie am dringendsten benötigen, zugĂ€nglich gemacht werden. Auch das muss ein ausgemachtes Ziel dieses BĂŒndnisses und eine seiner vordringlichen Aufgaben sein. Wir werden uns in den kommenden Jahren noch stĂ€rker darum kĂŒmmern, dass Menschen gar nicht erst in Obdachlosigkeit abrutschen. Dazu gehört neben einer weiteren Anpassung der Kosten der Unterkunft an die RealitĂ€t auf dem Berliner Woh- nungsmarkt auch das Verhindern von ZwangsrĂ€umungen. Dass die Justizsenatorin das in einem ihrer ersten Inter- views zu ihrem Vorhaben erklĂ€rt, ist kein Zufall, sondern ein Merkmal linker, sozialer Rechtspolitik. Nach zwei Jahren pandemiegebeutelter Stadtkultur dĂŒrfen wir uns auf einen Sommer freuen, der hoffentlich ein bisschen kompensiert, worauf wir in dieser schweren Zeit leidvoll verzichten mussten und wofĂŒr wir Berlin doch eigentlich so sehr lieben. Im Kultursommer werden ĂŒber- all in Berlin umsonst und drauĂen Kulturreinrichtungen und freie KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler zu Veranstaltungen einladen. Es wird in jedem Bezirk fĂŒr jedes Alter etwas dabei sein. Unser Kultursektor wird hoffentlich von die- ser Anschubhilfe nachhaltig profitieren und schnell aus der Krise kommen und wieder der Anziehungspunkt sein, der er schon immer war. Aber es geht dabei natĂŒrlich auch um diskriminierungs- freien Zugang zu Kultur fĂŒr alle. Es wird kĂŒnftig ein festes Kontingent an 3-Euro-Tickets fĂŒr Kulturreinrich- tungen geben, statt wie bisher lediglich ĂŒbrig gebliebene Karten. Das ist fĂŒr Menschen, die sich ansonsten einen Besuch in der Oper niemals leisten könnten, ein wichtiger Zugewinn. FĂŒr drei Viertel der Menschen, die an einem eintrittsfreien Sonntag ein Museum besuchten, war der Wegfall des Eintritts die Motivation. Das zeigt doch, wie hoch fĂŒr viele Menschen in unserer Stadt die HĂŒrden liegen, die Kultur zu erleben, die Berlin weltweit zu ei- nem Anziehungspunkt macht. Die Coronapandemie hat uns gezeigt, wie anfĂ€llig unsere auf ökonomische Effizienz getrimmten Strukturen sind. Es ist nicht in erster Linie die Technik, an der es uns mangelt. Wir haben bewiesen, dass wir durchaus in der Lage sind, kurzfristig ein Notfallkrankenhaus aus dem Boden zu stampfen. Aber wir haben kaum Personal, um es zu betreiben. Zu viele haben sich ĂŒber die Jahre gegen diesen Beruf entschieden â und nicht, weil sie ihre Arbeit nicht gern gemacht hĂ€tten. Ich habe bei den Streikposten mit Pflegern gesprochen, die ihren Beruf lieben und auch bereit sind, dafĂŒr temporĂ€r ein erhebliches MaĂ an psy- chischem Stress in Kauf zu nehmen. Aber wenn sie dau- erhaft ihre Patientinnen und Patienten aus Ăberlastung nicht mehr nach besten Gewissen versorgen können, dann ist das unertrĂ€glich. Es ist ein starkes Signal, dass diese Koalition sich fĂŒr den Abschluss des Entlastungstarifver- trags bei CharitĂ© und Vivantes eingesetzt hat. Diese Koa- lition kommt ihren Verpflichtungen gegenĂŒber ihren KrankenhĂ€usern nach und wird die Investitionen in die- sem Bereich deutlich erhöhen. Wir haben erlebt, wie wichtig es ist, diese starken Strukturen in öffentlicher Hand zu haben. Aber man muss an dieser Stelle auch einmal sagen, dass es grundsĂ€tzlich darum geht, die Finanzierung von Kran- kenhĂ€usern wieder vom Kopf auf die FĂŒĂe zu stellen und endlich dafĂŒr zu sorgen, dass die KrankenhĂ€user wieder dazu da sind, Menschen zu heilen, und nicht dazu, mit ihnen Profite zu machen. Eine weitere Lehre aus der Coronapandemie ist, denke ich, fĂŒr alle, dass sie die Frage aufgeworfen hat, wie krisenfest unsere Gesellschaft insgesamt ist. Wir alle wissen, dass uns die Klimakatastrophe vor groĂe Heraus- forderungen stellt â sagen wir mal: fast alle. Wie in der Pandemie geht es jetzt darum, ob wir bereit sind, MaĂ- nahmen zu ergreifen und die Folgen der Katastrophe fĂŒr die Menschen abzumildern, um sie beherrschbar zu ma- chen, oder ob wir lieber noch abwarten und hoffen, dass es doch nicht so schlimm wird, obwohl uns die Wissen- schaft klare Daten liefert. Es ist gut, dass diese Koalition entschieden handelt. Wir werden einen klaren Schwerpunkt auf die energetische Sanierung von GebĂ€uden legen. Wir werden auch weiter daran arbeiten, das Bauen selbst klimavertrĂ€glicher zu machen. Wir werden auf dem GelĂ€nde des ehemaligen Flughafens Tegel ein komplettes Quartier in Holzbauwei- se entwickeln und werden dann die Erfahrungen damit in einem Kompetenzzentrum sammeln. Das ist ein spannen- des Projekt, auf das ich mich freue. Wir werden die Berliner KleingĂ€rten absichern, damit die Berlinerinnen und Berliner auch weiterhin selbst beim Klimaschutz mitmachen und zur Artenvielfalt und dem Erhalt des Berliner StadtgrĂŒns beitragen können. Wir werden den Ausbau der Solarenergie vorantreiben und das Ende der Kohleverstromung in Berlin in weiteren Stadtwerken voranbringen. DafĂŒr ist es gut, dass das Stromnetz jetzt wieder in der öffentlichen Hand ist. Mit den Stadtwerken verfĂŒgen wir ĂŒber ein handlungsfĂ€higes Unternehmen, um die Nutzung regenerativer Energien zu verstĂ€rken. (Anne Helm) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 243 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 FĂŒr uns Linke steht bei der MobilitĂ€tswende der Ausbau des ĂPNV im Zentrum. Er bildet das KernstĂŒck, mit dem wir fĂŒr alle in der Stadt ihr Recht auf MobilitĂ€t gewĂ€hr- leisten können. Und wie wir im Koalitionsvertrag verein- bart haben, hat der Ausbau der StraĂenbahn fĂŒr uns die absolute PrioritĂ€t. Sie ist das mit Abstand beste E-Mobility-Konzept, und ihr Bau ist wesentlich klimafreundlicher und wesentlich schneller als der Bau von U-Bahnen. [Beifall bei der LINKEN â
Da sind Sie sich ja total einig in der Koalition!] â Ja, das steht so auch im Koalitionsvertrag. â Nur wenn der ĂPNV fĂŒr die Menschen zu einer praktischen Alter- native zur Nutzung des eigenen Autos wird, werden wir die Menschen vom Auto wegbewegen können. Wenn wir nur darauf setzen, den Menschen die Nutzung des Autos zu erschweren und unbequem zu machen, ohne ihnen alternative Angebote zu machen, erzeugen wir lediglich Frust und Widerstand. Das ist nicht unser Weg. Wir bauen stattdessen Beteili- gungsmöglichkeiten zur gerechten Verteilung des öffent- lichen Raums so aus, dass die Berlinerinnen und Berliner in die Lage versetzt werden, ihre Kieze selbst mitgestal- ten zu können. Gestatten Sie auch mir, kurz noch einige Worte zum heutigen Datum zu verlieren und einen Moment innezu- halten. Genau heute vor 77 Jahren wurde das Konzentra- tionslager Auschwitz durch die 322. Infanteriedivision der 1. Ukrainischen Front befreit. Nichts, was die jungen Soldaten in ihrem bisherigen Leben gesehen oder gehört hatten, konnte sie auf das Grauen vorbereiten, das sie in den Lagern der deutschen Vernichtungsmaschinerie er- wartete. Weniger als 8 000 Menschen, die ĂŒberlebt hat- ten, fanden sie dort vor. Ihrer und der Millionen Men- schen, die ihr Leben durch die schlimmste Barbarei der Menschheitsgeschichte verloren, gedenken wir heute. Von immer mehr Ăberlebenden und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mĂŒssen wir uns verabschieden â im letzten Jahr erst von Esther Bejarano, die bis zuletzt unermĂŒdlich gegen rechts engagiert blieb. Und noch immer sind so viele Schicksale unaufgeklĂ€rt, so viele Geschichten nicht erzĂ€hlt. Jede davon ist ein Grund fĂŒr eine aktive Erinne- rungskultur, die manchen auch in diesem Haus ein sol- cher Dorn im Auge ist. Wir werden uns entschlossen denen entgegenstellen, die von âSchuldkultâ schwadro- nieren und versuchen, die Geschichte zu klittern. Sie bagatellisieren die Mordindustrie auf den Corona- demos oder so wie die Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag gestern, die wiederholt in der Debatte ĂŒber eine Impfpflicht von Zivilisationsbruch sprach â wohlwissend, dass mit diesem Wort die Schoah ge- meint ist, die uns daran erinnern soll, wie es zum Zivilisa- tionsbruch kam. Wir mĂŒssen uns bewusst sein, dass sol- che VorstöĂe stets der Versuch sind, die ideologische Grundlage fĂŒr diese Verbrechen zu legitimieren. Ich gehe davon aus, dass alle Demokratinnen und Demo- kraten das nicht zulassen werden und entschieden zu- rĂŒckweisen. Selbst an einem Tag wie heute hat die ex- treme Rechte auch hier in diesem Haus, ganz höflich vorgetragen, Hilfe- und SchutzbedĂŒrftige nach rassisti- schen Kriterien aufeinandergehetzt. Das bleibt nicht un- widersprochen. Gerade hier in Berlin, der Stadt, von der der Terror des Dritten Reichs ausging, mĂŒssen wir uns auch mit der KontinuitĂ€t rechten Terrors auseinanderset- zen und sie auch als solche anerkennen â bis hin zu Hanau, das hier schon genannt wurde. Denn mit der be- dingungslosen Kapitulation von 1945 endete der rechte Terror nicht. In Deutschland gehen seriöse SchĂ€tzungen davon aus, dass rechte Gewalt nach 1945 mehr als 300 Menschen das Leben kostete. Die wenigsten FĂ€lle davon sind vollstĂ€ndig in ihrer politischen Motivation aufge- klĂ€rt, sie wurden bis 1990 nicht einmal als solche erfasst. Auch Berlin beklagt diverse FĂ€lle, in denen Menschen Opfer von Nazis wurden. Nicht zuletzt seien an dieser Stelle Burak BektaĆ und Luke Holland genannt, die bis heute nicht als Opfer rechter Gewalt anerkannt sind. Beide wurden ermordet in Neukölln, das seit ĂŒber zehn Jahren Schauplatz einer Terrorserie ist, deren mutmaĂli- che HaupttĂ€ter zwar namentlich bekannt sind, aber ver- mutlich fĂŒr die meisten Taten nie zur Rechenschaft gezo- gen werden. Mehrere Mitglieder dieses Hauses und der hier vertretenen Parteien, aber insbesondere Menschen aus der engagierten Zivilgesellschaft wurden von diesem Nazi-Ring bedroht und angegriffen. Wir, die Fraktionen von SPD, GrĂŒnen und Linken, werden auf parlamentari- scher Ebene alles in unserer Macht Stehende unterneh- men, um dem AufklĂ€rungsanspruch der Betroffenen gerecht zu werden, und schnellstmöglich einen Untersu- chungssauschuss einrichten. Und wir werden die Beratungs- und Monitoringstrukturen ausbauen und sie ĂŒber ein Demokratiefördergesetz auch dauerhaft absichern. Denn auch, wenn sich diese Fraktion hier rechts im Saal halbiert hat, muss man leider sagen, dass diese Strukturen nicht weniger, sondern mehr zu tun haben und dass viele rechte Bewegungen gerade Krisen- zeiten nutzen, um rechten Umsturzphantasien Vorschub zu leisten. (Anne Helm) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 244 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 â Ja, diese Reaktion ist klar. Das musste natĂŒrlich sein. Ohne Verhöhnung geht es nicht. Wir stehen an der Seite der Betroffenen von Bedrohung, Ausgrenzung und Diskriminierung. Dessen können Sie sich sicher sein. Denn Berlin bleibt Sehnsuchts- und Zufluchtsort, wie die Regierende BĂŒrgermeisterin heute abschlieĂend schon so schön sagte, fĂŒr alle, die hier frei und sicher leben wollen â in Kiez und Metropole zu- gleich. Ich bin stolz darauf, dass wir weiterhin daran mitwirken können, dass das auch so bleibt. â Herzlichen Dank! Vielen Dank! â Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor, und wir kommen zur Behandlung der Vorlage. ZunĂ€chst lasse ich ĂŒber den Antrag der Fraktion der FDP auf An- nahme einer EntschlieĂung abstimmen. Wer also den Ihnen vorliegenden Antrag der Fraktion der FDP auf Drucksache 19/0129 annehmen möchte, den bitte ich jetzt um das Handzeichen. â Das ist die FDP-Fraktion. Gegen- stimmen? â Gegenstimmen der Koalitionsfraktionen. Enthaltungen? â Bei Gegenstimmen der Koalitionsfrakti- onen und bei Enthaltung der CDU-Fraktion und der AfD- Fraktion ist der Antrag abgelehnt. Dann frage ich weiter: Wer nach der soeben erfolgten ErklĂ€rung der Regierenden BĂŒrgermeisterin die Richtli- nien der Regierungspolitik entsprechend der Vorlage â zur Beschlussfassung â auf Drucksache 19/0114 billigen möchte, den bitte ich jetzt um das Handzeichen. Das sind die Koalitionsfraktionen. Gegenstimmen?â Gegenstim- men der CDU-Fraktion, der FDP-Fraktion und der AfD- Fraktion. Damit sind die Richtlinien der Regierungspoli- tik entsprechend der Verfassung von Berlin vom Abge- ordnetenhaus gebilligt worden. Ich rufe auf lfd. Nr. 2: Fragestunde gemÀà § 51 der GeschĂ€ftsordnung des Abgeordnetenhauses von Berlin Nun können mĂŒndliche Anfragen an den Senat gerichtet werden. Die Fragen mĂŒssen ohne BegrĂŒndung, kurz ge- fasst und von allgemeinem Interesse sein sowie eine kurze Beantwortung ermöglichen; sie dĂŒrfen nicht in Unterfragen gegliedert sein. Ansonsten werde ich die Fragen zurĂŒckweisen. Zuerst erfolgen die Wortmeldungen in einer Runde nach der StĂ€rke der Fraktionen mit je einer Fragestellung. Nach der Beantwortung steht mindestens eine Zusatzfra- ge dem anfragenden Mitglied zu, eine weitere Zusatzfra- ge kann auch von einem anderen Mitglied des Hauses gestellt werden. Fragen und Nachfragen werden von den SitzplĂ€tzen aus gestellt. Es beginnt fĂŒr die SPD-Fraktion der Kollege DĂŒsterhöft. â Bitte schön!
Danke schön, Frau PrĂ€sidentin! â Ich frage den Senat: Seit nun fast zwei Wochen gelten die neuen QuarantĂ€ne- regeln. Unklar ist bisher jedoch, wann die ZĂ€hlung der QuarantĂ€netage beginnt. Daher meine Frage: Ab wann genau werden die QuarantĂ€netage gezĂ€hlt, bzw. was wird als erster Tag berechnet? Der Tag der ersten Symptome, der Tag des positiven Schnelltestergebnisses, der Tag des PCR-Tests oder der Tag des PCR-Testergebnisses? â Vielen Dank! Vielen Dank! â Frau Senatorin Gote, bitte schön! Senatorin Ulrike Gote (Senatsverwaltung fĂŒr Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung): Sehr geehrte Frau PrĂ€sidentin! Herr Abgeordneter! Es ist gut, dass Sie diese Frage noch mal stellen, weil das tat- sĂ€chlich ja oft auch in der öffentlichen Berichterstattung durcheinandergeht. Wir mĂŒssen erst mal unterscheiden zwischen QuarantĂ€ne und Isolation. Ein Teil Ihrer Fragen betrifft die Isolation, und ein Teil der Fragen betrifft die QuarantĂ€ne. Von QuarantĂ€ne sprechen wir nur, wenn es um Kontaktpersonen geht, und bei Kontaktpersonen ist der erste Tag der QuarantĂ€nezeit der Tag des letzten nĂ€heren Kontakts mit der Person. Ab dann wird gezĂ€hlt. Wenn man von Isolation spricht, dann meint man infizier- te oder auch erkrankte Personen. Bei infizierten Personen ist es grundsĂ€tzlich der Tag des Testergebnisses. Treten aber schon vorher Symptome auf, und es ist noch gar kein Test gemacht, dann sagt man, eigentlich ist es dann der Tag des Symptomauftretens, also der erste Tag, an dem Symptome auftreten. GrundsĂ€tzlich entscheidet das das Gesundheitsamt und erklĂ€rt das dann auch so. Aber die Faustregel ist: Wenn man einen Test gemacht hat, dann zĂ€hlt das Testergebnis, es sei denn, man hat vorher schon Symptome, und dann sind es zehn Tage. Man kann sich freitesten ab dem siebten Tag mit einem Test â bisher noch mit einem PCR-Test, aber das wird wahrscheinlich im Testregime dann noch geĂ€ndert werden. (Anne Helm) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 245 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Vielen Dank! â Dann geht die erste Nachfrage an den Kollegen DĂŒsterhöft. â Bitte schön!
Ist Ihnen denn bekannt, dass die bezirklichen Gesund- heitsĂ€mter diese Regelung komplett unterschiedlich aus- legen und die BezirksĂ€mter bei ihren Bescheiden an- scheinend je nach GutdĂŒnken â also diesen Eindruck muss man tatsĂ€chlich gewinnen â diese QuarantĂ€nezeiten berechnen? In manchen Bezirken wird nach dem Tag der ersten Symptome gefragt, in vielen Bezirken wird ĂŒber- haupt nicht danach gefragt, kann dort also durch das Amt gar nicht wahrgenommen werden. Frau Senatorin â bitte schön! Senatorin Ulrike Gote (Senatsverwaltung fĂŒr Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung): GrundsĂ€tzlich sollte das nicht so sein, dass es unter- schiedlich gehandhabt wird. Es ist aber auch ganz klar festgelegt, dass natĂŒrlich die GesundheitsĂ€mter hier ein Ermessen haben. Das war auch schon wĂ€hrend der ganzen Zeit der Pandemie so. So kann es sein, dass hier tatsĂ€chlich bei einigen gefragt wird, bei anderen nicht. Es ist aber nun auch so, dass es hĂ€ufig keinen groĂen Unterschied macht. Aber hier ist tatsĂ€ch- lich zu sagen: Die GesundheitsĂ€mter haben einen Ermes- sensspielraum, den sie hier auch ausĂŒben können. Ich kann Ihnen aber auch sagen, dass es mir ein Dorn im Auge ist, dass ich das immer höre, dass es unterschiedli- che Regelungen gibt, und wir sind bemĂŒht, hier zu einer gemeinsamen Kommunikation zu kommen. Deshalb werde ich morgen noch mal eine Runde haben, auch mit den GesundheitsĂ€mtern, wo wir solche Fragen noch mal diskutieren, damit es fĂŒr jede BĂŒrgerin und jeden BĂŒrger klar verstĂ€ndlich erklĂ€rt wird und auch möglichst einheit- lich gehandhabt wird. Vielen Dank, Frau Senatorin! â Die zweite Nachfrage geht an den Kollegen Lux. â Bitte schön!
Vielen Dank, Frau Senatorin, fĂŒr die AufklĂ€rung! â Mich bewegt eine andere Frage, die gestern in den Medien heiĂ diskutiert wurde, nĂ€mlich ob Abgeordnete im Deutschen Bundestag einen besonderen Status haben, weil bei denen der Genesenenstatus sechs Monate, aber bei BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern nur drei Monate dauern soll. Ich bin bei der Medienrecherche nicht weitergekommen, nur an einer Stelle habe ich gesehen, dass das wohl auf eine Berliner Regelung zurĂŒckgehen soll, wonach der Genesenenstatus hier â dann aber fĂŒr alle Berlinerinnen und Berliner, nicht nur fĂŒr Abgeordnete; das möchte ich noch mal betonen â fĂŒr sechs Monate gilt. Können Sie diesbezĂŒglich noch zur Versachlichung und AufklĂ€rung beitragen? Frau Senatorin, bitte schön! Senatorin Ulrike Gote (Senatsverwaltung fĂŒr Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung): Das ist ein weiteres Thema, das alle verwirrt. Wir wissen, dass diese Entscheidung, dass es auf drei Monate verkĂŒrzt wurde, sehr kurzfristig kam, und dadurch gibt es tatsĂ€chlich Inkonsistenzen, die in den Verordnungen bestehen. Ich sage mal so: GrundsĂ€tzlich soll es keineswegs so sein â da sind wir uns, glaube ich, alle einig â, dass es fĂŒr Abgeordnete andere Rechte gibt als fĂŒr die normale BĂŒrgerin und den normalen BĂŒrger. Sie wissen aber, dass wir unsere Verordnungen auch immer nur laufend â also auch nachlaufend â an das an- passen können und mĂŒssen, was sich geĂ€ndert hat. Das werden wir in dem Fall prĂŒfen und dann auch dement- sprechend tun, dass es eine einheitliche Regelung geben wird. Vielen Dank, Frau Senatorin! Die nĂ€chste Frage geht an die Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen und dort die Kollegin Burkert-Eulitz. â Bitte schön!
Vielen Dank! â Ich frage den Senat: Die Regierende BĂŒrgermeisterin hat vorhin darauf schon etwas Bezug genommen, aber ich habe es noch nicht verstanden. Wa- rum wurde am Montag die PrĂ€senzpflicht in den Schulen abgeschafft, wenn es noch am Ende der letzten Woche unbedingt notwendig war, dass die PrĂ€senzpflicht erhal- ten bleibt? Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 246 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Frau Senatorin Busse, bitte schön! Senatorin Astrid-Sabine Busse (Senatsverwaltung fĂŒr Bildung, Jugend und Familie): Sehr geehrte Frau PrĂ€sidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! In der Pandemie ist es so, dass wir stĂ€ndig neu schauen und ĂŒberlegen und sehr schnell handeln mĂŒssen. Wir haben es uns nicht leicht gemacht und haben aufgrund vieler Sorgen, die Eltern entwickelt haben und die wir ganz ernst nehmen, und der tĂ€glich steigenden Inzidenzen und auch, weil die AmtsĂ€rzte die KontaktquarantĂ€ne eingestellt haben, uns dazu entschlossen, fĂŒr kurze Zeit die PrĂ€senzpflicht auszusetzen. Das heiĂt aber: Die Schu- len sind geöffnet. Wir kommen nur den besorgten Eltern entgegen, die nun seit Anfang dieser Woche entscheiden können: Schicke ich mein Kind in die Schule oder nicht? â Ich kann Ihnen sagen, dass die allermeisten Kinder in der Schule sind. Wir haben jetzt noch keine Statistik, es aber abgefragt, und es sind meistens drei Kinder, manchmal noch weniger, auch fĂŒnf Kinder, also Gott sei Dank sehr wenige. Wir haben die PrĂ€senzpflicht jetzt erst einmal nur bis Ende Februar ausgesetzt. Wir haben Gott sei Dank morgen den letzten Schultag vor den Winterfe- rien, nur drei Stunden Unterricht. Es gibt die Zeugnisse und nochmals als Sicherheitsbonbon einen Test fĂŒr zu Hause mit. Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen, aber auch von allen, die in den Schulen tĂ€glich ihr Bestes geben, ist uns ganz wichtig. â Danke! Die erste Nachfrage geht an die Kollegin Burkert-Eulitz. â Bitte schön!
Vielen Dank! â Wir haben die Stellungnahmen von Kin- derĂ€rztinnen und KinderĂ€rzten und auch von den Schul- psychologen, die sich besonders viele Sorgen um die Kinder machen, die sowieso schon benachteiligt sind. Wie sorgen Sie denn dafĂŒr, dass gerade diese Kinder auch den Ort Schule aufsuchen, wenn sie es eigentlich nicht mehr mĂŒssen? Frau Senatorin, bitte schön! Senatorin Astrid-Sabine Busse (Senatsverwaltung fĂŒr Bildung, Jugend und Familie): Gott sei Dank, obwohl das jetzt etwas seltsam klingt, haben die Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher jetzt schon zwei Jahre Erfahrung mit der Pan- demie und mit Kindern, die nicht in der Schule sind. Sie haben immer Lernangebote gehabt, ob digital oder auch analog, und, was ich ganz wichtig finde, auch den Kontakt, dass man mit dem Kind telefoniert und fragt: Wie geht es dir denn? â Auch dieser Bereich ist ganz wichtig. Es ist eine Mischung, und ich kann Ihnen versichern: Die Kollegin- nen und Kollegen geben sich seit zwei Jahren groĂe MĂŒ- he, um alle mitzunehmen und SchĂŒlerinnen und SchĂŒler â Gott sei Dank sind, wie schon erwĂ€hnt, sehr wenige zu Hause â gut zu unterstĂŒtzen. Es ist nur noch morgen. Es ist eine relativ gĂŒnstige Zeit. Wir reden auch nach den Ferien nur von fĂŒnfzehn Schultagen. Vielen Dank! â Die zweite Nachfrage geht an den Kolle- gen Fresdorf. â Bitte schön!
Vielen Dank! â Wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Solebehandlung erst mal nur auf den Hochbordrad- wegen vorgesehen. Jetzt haben wir aber zahlreiche Rad- wege, Schutzstreifen, die auf der Fahrbahn angebracht sind, im besten Fall als Protected Bike Lanes. Dort haben wir mit der SchneerĂ€umung das Problem, dass die Fahr- bahn fĂŒr die Autos gern auf Kosten des Radweges freige- rĂ€umt wird. Ist angedacht, insbesondere bei stĂ€rkerem Schneefall darauf zu achten, dass diese Radwege ver- stĂ€rkt und prioritĂ€r von Schnee gerĂ€umt werden? Frau Senatorin Jarasch, bitte schön! BĂŒrgermeisterin Bettina Jarasch (Senatsverwaltung fĂŒr Umwelt, MobilitĂ€t, Verbraucher- und Klimaschutz): Vielen Dank, Frau PrĂ€sidentin! â Herr Abgeordneter! An dieser Frage zeigt sich, wie vielschichtig vermeintlich kleine Probleme wie die Verkehrssicherheit im Winter und der Winterdienst sein können. â Das ist natĂŒrlich jetzt schon nicht so gedacht und ist ein Missstand, den man ausrĂ€umen muss. DafĂŒr braucht es keine Gesetzes- Ă€nderung. Wir sind in einem stĂ€ndigen Austausch, auch mit der BSR, mit den WinterrĂ€umdiensten, und werden uns bemĂŒhen, auch das zu verbessern â schon in diesem Winter, wenn es in diesem Winter ĂŒberhaupt noch einmal zu Schneefall kommt. â Vielen Dank! Vielen Dank, Frau Senatorin! FĂŒr die Fraktion Die Linke hat jetzt die Kollegin Fuchs die Gelegenheit zur Frage.
Vielen Dank, Frau PrĂ€sidentin! â Ich möchte direkt daran anschlieĂen: Mehrere Landkreise in Deutschland haben bereits angekĂŒndigt, die ab dem 16. MĂ€rz geltende Impf- pflicht fĂŒr BeschĂ€ftige in Gesundheits- und Pflegeeinrich- tungen nicht umzusetzen. Gibt es seitens des Berliner Senats Ă€hnliche PlĂ€ne mit Blick auf die zu erwartende hohe Zahl an dann nicht mehr einsetzbarem medizini- schen Personal? â Das geht ja quasi in die Richtung. Sie sagten gestern im Ausschuss, dass wir hier vor dem wirklich nicht schönen Wort â was wir alle nicht wollen â der Durchseuchung stehen. Aber wenn sie dann in Qua- rantĂ€ne kommen und die Leute nicht mehr da sind, wie gehen Sie damit um? Frau Senatorin Gote, bitte schön! Senatorin Ulrike Gote (Senatsverwaltung fĂŒr Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung): Danke schön, Frau PrĂ€sidentin! â Herr Abgeordneter! Die berufsgruppenbezogene Impflicht ist beschlossen. Wir haben versucht deutlich zu machen, auch in der Gesund- heitsministerkonferenz, dass wir die berufsgruppenbezo- gene Impflicht als einen ersten Schritt hin zu einer allge- meinen Impfpflicht verstehen. Das ist deshalb wichtig, weil damit an die betroffenen Berufsgruppen das Signal geht: Wir haben hier nicht nur euch im Blick, sondern uns geht es darum, dass alle Gruppen der Bevölkerung, also die Bevölkerung insgesamt ihre Verantwortung gegen- ĂŒber den zu schĂŒtzenden, vulnerablen Gruppen wahr- nimmt. â Das war uns wichtig, an dieser Stelle noch ein- mal auszudrĂŒcken. Wir werden hier in Berlin die berufsgruppenspezifische Impfpflicht auch umsetzen. Hier sind aber auch noch Fragen offen, zum Beispiel die Frage, wie lange die Ăbergangszeit ist, die man den Einrichtungen gibt, bis das dann tatsĂ€chlich vollstĂ€ndig umgesetzt werden muss. Es ist auch noch nicht ganz geklĂ€rt, wer es durchsetzen muss, wer welche Kontrollfunktionen zu ĂŒbernehmen hat. Das wird sich aber, denke ich, in den nĂ€chsten GMK oder MPK auch regeln lassen, sodass wir Klarheit haben, wie dann konkret umgesetzt wird. GrundsĂ€tzlich habe ich aber hier in RĂŒcksprache mit verschiedenen Pflegeein- richtungen schon den Eindruck, dass diese die Impfflicht auch umsetzen wollen. Hier gibt es eine groĂe Bereit- schaft auch gerade bei den Berliner Einrichtungen. Die offenen Fragen klĂ€ren wir gemeinsam. Ich denke, insge- samt ist das schon eine sehr sinnvolle MaĂnahme. Vielen Dank! â Dann hat Herr Hansel die Gelegenheit zur
Frau Senatorin! Möglicherweise spielt in der Ausgangs- frage der Vorgang in Bautzen eine Rolle, wo sich ein stellvertretender Landrat merkwĂŒrdig geĂ€uĂert hat. Kön- nen Sie vielleicht einmal fĂŒr uns sagen oder feststellen, dass Bundesgesetze in allen BundeslĂ€ndern gleicherma- Ăen gelten und auch umgesetzt werden sollen? Frau Senatorin Gote, bitte schön! Senatorin Ulrike Gote (Senatsverwaltung fĂŒr Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung): Ich möchte jetzt sicher nicht in die Kompetenz der Justiz- senatorin eingreifen, aber natĂŒrlich ist das ein ganz be- rechtigter Hinweis. Es ist ein unglaublicher Vorgang, dass man sich auf dieser Ebene auch in dieser Verantwor- tung im Amt ĂŒber Bundesgesetze meint, hinwegsetzen zu können. Vielen Dank! FĂŒr die FDP-Fraktion hat der Kollege Jotzo die Gelegen- heit zur Frage.
Vielen Dank! â Herr Senator Geisel! Inwiefern werden Sie denn, wenn Sie morgen und an anderen Tagen mit der Wohnungswirtschaft zusammenkommen, auch darĂŒber verhandeln, dass wir mehr als 30 Prozent sozialen Woh- nungsbau auf privaten FlĂ€chen brauchen und uns eben das Beispiel MĂŒnchen vor Augen fĂŒhren, wo wir 50 Pro- zent sozialen Wohnungsbau bei privaten FlĂ€chen haben. Werden Sie sich dafĂŒr einsetzen? Werden Sie das disku- tieren? Wir wissen, Hamburg mit 30 Prozent reicht lange nicht. Herr Senator Geisel, bitte schön! Senator Andreas Geisel (Senatsverwaltung fĂŒr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen): Sehr geehrte Frau Schmidberger! Das erinnert mich ein wenig an unsere Koalitionsverhandlungen. Ich sehe uns noch miteinander genau diese Frage disku- tieren. Die Antwort, die ich darauf gebe, lautet zunĂ€chst einmal: Es kommt auf das Wohngebiet an. An den Stel- len, an denen ein gröĂerer Anteil als 30 Prozent Sozial- wohnungen notwendig ist, halte ich das durchaus fĂŒr machbar. Ich finde aber auch, dass wir die Warnungen beispielsweise unserer kommunalen Wohnungsbauunter- nehmen ernst nehmen sollten, die sagen, die soziale Mi- schung in den Wohngebieten muss schon gewahrt blei- ben. Wenn wir soziale Mischungen in Berlin halten wol- len, dann können wir solche Entscheidungen nicht pau- schal, sondern von Wohngebiet zu Wohngebiet treffen. Deshalb haben wir, Sie erinnern sich wahrscheinlich, im (Senator Andreas Geisel) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 253 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Koalitionsvertrag eine Formulierung festgelegt, die das offenlĂ€sst. Wir haben uns gemeinsam darauf verstĂ€ndigt, Frau Schmidberger, dass wir uns das Wohngebiet fĂŒr Wohngebiet genau anschauen. Insofern gilt ein Sowohl- als-auch. Grundvoraussetzung dafĂŒr wĂ€re aber, und daran arbeite ich auch, daran arbeitet die Senatsverwaltung fĂŒr Stadt- entwicklung, Bauen und Wohnen, dass wir unser Förder- programm fĂŒr den Sozialwohnungsbau attraktivieren. Bisher ist das alles nur Fiktion, ĂŒber solche GröĂenord- nungen zu sprechen, denn von den Mitteln fĂŒr Sozial- wohnungen, die wir im bisherigen Haushalt zur VerfĂŒ- gung gestellt haben, wurden im vergangenen Jahr nur Gelder fĂŒr etwas mehr als 1 000 Wohnungen tatsĂ€chlich abgerufen. Deshalb mĂŒssen wir selbst, das ist wieder unsere Verpflichtung, unser Programm attraktivieren, damit ĂŒberhaupt die Chance besteht, mehr Sozialwoh- nungen zu bauen, egal in welchem Wohngebiet. Vielen Dank, Herr Senator! â Die Runde nach der StĂ€rke der Fraktionen ist damit beendet. Nun können wir die weiteren Meldungen im freien Zugriff berĂŒcksichtigen. Ich werde diese Runde mit einem Gongzeichen eröffnen. Schon mit dem Ertönen des Gongs haben Sie die Mög- lichkeit, sich durch Ihre Ruftaste anzumelden. Alle vorher eingegangenen Meldungen werden hier nicht berĂŒck- sichtigt, sondern gelöscht. Ich gehe davon aus, dass alle Fragestellerinnen und Fra- gesteller die Möglichkeit hatten, sich einzuwĂ€hlen. Ich beende hiermit die Anmeldung. Ich darf die Liste der ersten Kolleginnen und Kollegen verlesen: Es ist zunĂ€chst der Abgeordnete Schenker, Herr Trefzer, Herr SchlĂŒsselburg, Herr Friederici, Herr Lin- demann, Herr Zander, Herr Kluckert und Herr Jotzo. Wir beginnen mit Herrn Schenker. â Bitte schön!
Vielen Dank! â Ich frage den Senat: Die Initiative âDeut- sche Wohnen & Co. enteignenâ hat wiederholt öffentlich darauf hingewiesen, dass sie jetzt mit dem Senat ĂŒber die Ausgestaltung der geplanten Expertinnen- und Experten- kommission sprechen möchte; das haben wir ja auch entsprechend im Koalitionsvertrag festgehalten. Deswe- gen möchte ich fragen, wann der Senat denkt, mit der Initiative âDeutsche Wohnen & Co. enteignenâ das Ge- sprĂ€ch zu suchen und sie einzuladen, um mit ihr gemein- sam ĂŒber die Einsetzung der Kommission zu sprechen. Herr Senator Geisel, bitte schön! Senator Andreas Geisel (Senatsverwaltung fĂŒr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen): Frau PrĂ€sidentin! Meine sehr geehrten Damen und Her- ren! Sehr geehrter Herr Abgeordneter Schenker! Fast hĂ€tte ich empfohlen, dass 100-Tage-Programm des Senats und die Richtlinien der Regierungspolitik, die vorhin besprochen und beschlossen worden sind, zu lesen. Da steht drin, dass der Senat die Expertenkommission bis zum 31. MĂ€rz dieses Jahres, also in den ersten 100 Tagen, berufen wird. Es ist aber eine Expertenkommission des Senats, und diese Expertenkommission soll zunĂ€chst die juristischen Fragen klĂ€ren, also die Frage: Ist ein solches Gesetz verfassungskonform? â Dazu gibt es unterschied- liche Auffassungen, sage ich mal vorsichtig, und unter- schiedliche Gutachten. Die zweite Frage, die die Exper- tenkommission beantworten soll, lautet: Ist es woh- nungswirtschaftlich sinnvoll? Die Expertenkommission hat dann ĂŒber ein Jahr Zeit, dem Senat eine Empfehlung vorzulegen. Das MissverstĂ€ndnis mit der Initiative, jedenfalls habe ich die PresseerklĂ€rung der Initiative so wahrgenommen, besteht darin, dass es keine Entscheidungskommission ist, es also nicht um Mehrheitsentscheidungen oder gar um politische Besetzungen geht. Es ist ein Beratungs- gremium mit Expertinnen und Experten, die den Senat beraten. Die politische Diskussion findet dann im Senat und in der Folge im Abgeordnetenhaus statt. Insofern wird sich zunĂ€chst der Senat ĂŒber eine Struktur einer solchen Expertenkommission verstĂ€ndigen. In die- sem VerstĂ€ndigungsprozess befinden wir uns gerade. Wenn dann der Senat eine Struktur fĂŒr eine solche Exper- tenkommission festgelegt hat, werden wir mit den Exper- tinnen und Experten Kontakt aufnehmen. Wir haben zu jeder Zeit zugesichert: SelbstverstĂ€ndlich wird auch die Initiative des Volksbegehrens eine Einladung erhalten, in dieser Expertenkommission mitzuarbeiten. Sobald wir ĂŒber die GröĂenordnung Bescheid wissen, sobald wir dort ein konkretes Angebot unterbreiten können, werden wir auch Kontakt aufnehmen. Vielen Dank, Herr Senator! â Dann geht die erste Nach- frage an den Kollegen Schenker, bitte schön!
Vielen Dank! â Das klang jetzt nicht direkt nach âman lĂ€dt sie sofort einâ, deshalb an der Stelle die Nachfrage â und Sie haben es selbst gesagt, die Initiative hat am ver- gangenen Freitag ihre Vorstellungen zur Ausgestaltung der Kommission prĂ€sentiert â: Kann ich Ihre AusfĂŒhrung trotzdem so verstehen, dass Sie durchaus dazu bereit sind, mit der Initiative auf Augenhöhe und gemeinsam zu be- sprechen, wie man so eine Kommission konkret aus- (Senator Andreas Geisel) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 254 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 gestaltet, wie man eine gemeinsame Lösung findet, ganz nach dem Prinzip Kooperation statt Konfrontation? Herr Senator, bitte schön! Senator Andreas Geisel (Senatsverwaltung fĂŒr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen): Sehr geehrter Herr Schenker! Ich wiederhole noch mal: Es ist eine Expertenkommission des Senats, und der Se- nat wird eine Entscheidung treffen, welche Kommission er beruft. Er wird die Initiative dazu einladen, an dieser Stelle mitzumachen. Was der Senat nicht tun wird, ist, sich diktieren zu lassen, wer in der Expertenkommission Mitglied ist. Das entscheidet der Senat souverĂ€n, alleine. Ich möchte gerne noch einmal richtigstellen: Es ist auch nicht so, dass wir uns erst kennenlernen mĂŒssten. Die Initiative und ich, wir kennen uns. Wir haben ĂŒber ein Jahr lang miteinander ĂŒber die Frage gesprochen, wie die Fragestellung zu dem Volksentscheid aussehen kann, weil der ursprĂŒngliche Textentwurf der Initiative vorsah, den Senat zu verpflichten, ein Gesetz zu erlassen. Das wĂ€re wahrscheinlich nicht verfassungskon- form gewesen, wĂ€re also zum Verfassungsgerichtshof gegangen und hĂ€tte dort geprĂŒft werden mĂŒssen. Da die Initiative aber wollte, dass am 26. September vergange- nen Jahres abgestimmt wird, hat sie den Fragetext fĂŒr die Abstimmung verĂ€ndert, und zwar in eine unverbindliche Fragestellung, um die PrĂŒfung vor dem Verfassungsge- richt zu vermeiden. Deshalb haben wir lange miteinander darĂŒber gesprochen und uns mehrfach dazu ausgetauscht. Das Kennenlernen muss insofern nicht mehr sein. Ich sage aber an der Stelle â Sie haben ja völlig recht mit Kooperation statt Konfrontation â: Sobald der Senat sich ĂŒber eine Struktur verstĂ€ndigt hat â und das muss sorgfĂ€l- tig miteinander abgewogen werden, damit sind wir gera- de beschĂ€ftigt â, werden wir selbstverstĂ€ndlich ein Ge- sprĂ€chsangebot unterbreiten, eine Einladung aussprechen. Ich selbst werde diese Einladung auch gerne noch mal erlĂ€utern. Zu der Vorstellung aber, mit einzelnen WĂŒn- schen festzulegen, mit wie viel Prozent bestimmte Vertre- ter dabei sein dĂŒrfen und wer nicht dabei sein darf: Das ist eine Entscheidung, die ausschlieĂlich der Senat trifft. Vielen Dank, Herr Senator! â Die zweite Nachfrage geht an den Kollegen Kluckert, bitte schön!
Vielen Dank, Frau PrĂ€sidentin! â Meine Frage bezieht sich auf die Entwicklung des ehemaligen PolizeigefĂ€ng- nisses an der KeibelstraĂe. Die KeibelstraĂe ist ja als Bildung- und Erinnerungsort im Koalitionsvertrag er- wĂ€hnt. Es wird aber nicht gesagt, wie es dort weitergehen soll. Deswegen frage ich den Senat, welche Schlussfolge- rungen zieht der Senat aus der Machbarkeitsstudie und welche konkreten Schritte sind dort jetzt geplant. Vielen Dank! â Herr Senator Dr. Lederer, bitte schön! BĂŒrgermeister Dr. Klaus Lederer (Senatsverwaltung fĂŒr Kultur und Europa): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Abgeordneter! In den vergangenen fĂŒnf Jahren ist am Standort KeibelstraĂe ein auĂerschulischer Lernort entwickelt worden. Parallel dazu hat dann das Abgeord- netenhaus in der vergangenen Legislaturperiode den Senat aufgefordert, auszuloten, inwieweit man an der KeibelstraĂe, am Standort des ehemaligen PolizeigefĂ€ng- nisses tatsĂ€chlich auch einen Lern- und Erinnerungsort gestalten kann. Das fasse ich jetzt mal ein bisschen wei- ter. Ein auĂerschulischer Lernort richtet sich vornehmlich an junge Leute im schulischen Kontext â ein Lern- und Erinnerungsort sollte breiter sein, sollte umfassend ĂŒber das Wirken des Polizeiapparats in der SED-Diktatur informieren. Jetzt ist die Situation wie folgt: Es gibt diese Machbar- keitsstudie. Wir haben uns mit BKM in der vergangenen Legislaturperiode dazu verstĂ€ndigt, dass uns BKM an dieser Stelle unterstĂŒtzt, dass diese Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden kann. Die liegt jetzt vor, die wird jetzt ausgewertet. Nominell ist immer noch das Haus von Frau Busse derzeit fĂŒr diesen Ort in der Ressortver- antwortung, aber wir sind in Kommunikation, dass die dann wechselt, wenn es mit der Entwicklung des Lern- und Erinnerungsortes tatsĂ€chlich ernst wird. Das macht einen gewissen Sinn und hat eine gewisse Logik. Das Problem ist aber: Das GebĂ€ude ist in seiner Struktur derzeit fĂŒr einen öffentlich zugĂ€nglichen Lern- und Erin- nerungsort nicht wirklich geeignet. Deswegen braucht es Investitions- und UmbaumaĂnahmen, die brauchen einen entsprechenden Vorlauf, und vor allem braucht es Res- sourcen. Da fragt sozusagen das Abgeordnetenhaus den Senat: Wie geht es jetzt weiter? â Da sage ich umgekehrt dem Parlament: Meine Damen und Herren, entscheiden Sie, wie es weitergehen soll! Vielen Dank, Herr Senator! â Dann geht die erste Nach- frage an den Abgeordneten Trefzer. â Bitte schön!
Vielen Dank, Herr Senator! â Gibt es denn PlĂ€ne, Vor- stellungen, wer dann die Leitung, die Verantwortung fĂŒr den Betrieb der GedenkstĂ€tte ĂŒbernehmen soll? Herr Senator, bitte schön! BĂŒrgermeister Dr. Klaus Lederer (Senatsverwaltung fĂŒr Kultur und Europa): Im Augenblick gibt es Vorarbeiten, die wir als Land Berlin in der Stiftung GedenkstĂ€tte Hohenschönhausen finanzieren. Da wird inhaltlich vorgearbeitet. Da werden bestimmte wissenschaftliche Untersuchungen und kon- zeptionelle Ăberlegungen laufen. DafĂŒr stehen die ent- sprechenden Ressourcen bereits zur VerfĂŒgung. Aber ich sage es noch mal: Einen Lern- und Erinnerungsort im PolizeigefĂ€ngnis KeibelstraĂe zu errichten, erfordert Investitionsmittel. Sie alle kennen die Lage. Das Abge- ordnetenhaus hat den Senat aufgefordert, einen solchen Ort zu entwickeln. Der Senat kann es aber nicht tun, ohne dass er die entsprechenden Ressourcen zur VerfĂŒgung hat. Deswegen sage ich, es wird vermutlich noch ein paar Tage dauern, weil die Ressourcen bereitstehen mĂŒssen, sonst kann da nichts gebaut und der Ort auch nicht be- trieben werden. Aber sehen wir es doch einmal positiv: Wir haben jetzt dort schon einen auĂerschulischen Lernort, der funktio- niert. Die junge Generation hat schon die Möglichkeit, sich an diesem Ort zu informieren und historisch zu ler- nen. Wir werden das Weitere im Blick behalten und da- ran arbeiten, sodass wir dann vorbereitet sind, wenn (Senator Andreas Geisel) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 256 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 dieses Parlament sagt: Wir stellen euch Investitionsmittel zur VerfĂŒgung, um dieses Haus umzubauen. Ich habe auch schon mit der neuen Kulturstaatsministerin geredet. Das interessiert sie sehr, vielleicht wird das ja auch ein gemeinsames Projekt von Bund und Land. Das halte ich im Ăbrigen fĂŒr richtig, weil das Land Berlin fĂŒr die Aufarbeitung der SED-Diktatur im gesamten Bun- desmaĂstab nicht allein verantwortlich ist, wenn es sich um zentrale Einrichtungen handelt. Es ist bei der Stiftung Berliner Mauer und bei der GedenkstĂ€tte Hohenschön- hausen so, dass Bund und Land gemeinsam in die Finan- zierung einsteigen. Auch diese GesprĂ€che fĂŒhren wir dann zum geeigneten Zeitpunkt. Vielen Dank, Herr Senator! â Dann geht die zweite Nach- frage an den Abgeordneten Otto.
Vielen Dank, Herr Senator! Es ist bestimmt richtig, dass wir fĂŒr die Finanzen verantwortlich sind. Die Haushalts- beratungen kommen, es gibt auch Investitionsberatungen etc. Aber ich wĂŒrde es trotzdem gut finden, wenn Sie noch mal sagen â dazu braucht man keine AfD-Frage â , dass der Lern- und Erinnerungsort KeibelstraĂe im Rah- men der Aufarbeitung fĂŒr den Berliner Senat ein zentrales Projekt ist. Herr Senator, bitte schön! BĂŒrgermeister Dr. Klaus Lederer (Senatsverwaltung fĂŒr Kultur und Europa): Herr Otto, ich glaube, das ist aus meinen ĂuĂerungen deutlich geworden: Wir arbeiten dran. Trotzdem bleibt die Situation so, wenn alles PrioritĂ€t ist, ist am Ende nichts mehr PrioritĂ€t. Das Abgeordnetenhaus war in der jĂŒngsten Legislaturperiode, ich wĂŒrde einmal sagen, sehr ambitioniert, dem Senat in relativ engen Rhythmen Prio- ritĂ€ten aufzudrĂŒcken, ohne dazu zu sagen, aus welchen finanziellen Mitteln diese PrioritĂ€ten abgearbeitet werden sollen. Aus diesem Dilemma komme ich alleine nicht raus. [Torsten Schneider (SPD): Das tut uns aber leid! Siehst du, wie mir das Herz blutet! Das bedaure ich zutiefst, dass ihr euch unter Druck fĂŒhlt! â
Vielen Dank, Frau PrĂ€sidentin! â Ich frage den Senat, wie der aktuelle Stand der Ermittlungs- und Gerichtsverfah- ren im sogenannten Encrochat-Komplex ist. Frau Senatorin Kreck, bitte schön! Senatorin Dr. Lena Kreck (Senatsverwaltung fĂŒr Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung): Frau PrĂ€sidentin! Lieber Abgeordnete SchlĂŒsselburg, vielen Dank fĂŒr die Frage! Ich wĂŒrde gern in Ruhe sprechen, danke schön! â Zum Stand heute bzw. Beginn der Woche haben wir 123 En- crochat-Verfahren bei der Staatsanwaltschaft anhĂ€ngig. Das sind Verfahren, die nur deshalb anhĂ€ngig sein kön- nen, weil Beschuldigte namhaft gemacht werden konnten. Es ist so, dass bisher in 17 Verfahren Anklage erhoben werden konnte und auch Verfahren schon zum Abschluss gekommen sind. Drei Angeklagte sind zu BewĂ€hrungs- strafen von zwei Jahren verurteilt worden, fĂŒnf Ange- klagte zu Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren und vier Monaten und sechs Jahren und zwei Monaten. Das hört sich noch etwas wenig an. Wir gehen davon aus, dass der groĂe Anstieg an Verfahren uns ab dem FrĂŒhjahr erwar- tet. Deshalb haben wir â ich noch nicht, aber mein Vor- gĂ€nger und das Haus â seit vergangenem Herbst Vorkeh- rungen getroffen. Diese Vorkehrungen sind personeller, rĂ€umlicher und technischer Natur. Bei der Staatsanwalt- schaft hat die Abteilung 279 seit dem 1. Januar 2022 ihre Arbeit aufgenommen. Die befasst sich mit Rauschgiftsa- chen, bei denen Krypto-Handys eingesetzt wurden und die nicht unter die organisierte KriminalitĂ€t fallen. Vielen Dank, Frau Senatorin! â Dann geht die erste Nachfrage an den Kollegen SchlĂŒsselburg.
Vielen Dank, Frau Senatorin! Das sind erfreuliche Nach- richten und wirksame SchlĂ€ge gegen die organisierte KriminalitĂ€t. (BĂŒrgermeister Dr. Klaus Lederer) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 257 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 â Wir freuen uns darĂŒber, Sie nicht? â Können Sie etwas dazu sagen, wie viele Waffen, BetĂ€ubungsmittel oder auch Geld oder sonstige GegenstĂ€nde zu gegebenenfalls welchen Gesamtsummen beschlagnahmt oder arrestiert wurden? Frau Senatorin, bitte schön! Senatorin Dr. Lena Kreck (Senatsverwaltung fĂŒr Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung): Die Frage kann ich nur bedingt befriedigend beantworten, denn die Menge und Art der Beschlagnahmungen werden nicht statistisch erfasst. Ich kann Ihnen jetzt nicht sagen, wie viele Waffen im Konkreten beschlagnahmt worden sind. Es wird erhoben, soweit Arreste der Vermögensab- schöpfung zugĂ€nglich sind. In 46 Ermittlungsverfahren wurden Vermögensarreste zur Vollziehung an die Abtei- lung fĂŒr Vermögensabschöpfung abgegeben. Wir reden hier ĂŒber eine Summe von 24 116 509 Euro und â Ach- tung! â 42 Cent. TatsĂ€chlich gesichert sind derzeit 613 329 Euro und 44 Cent. Ansonsten konnten Sie der Berichterstattung des âTagesspiegelâ entnehmen, dass weitere Erfolge zu ver- zeichnen sind. Vielen Dank, Frau Senatorin! â Hier vorne ist noch eine Nachfrage von Herrn Trefzer angezeigt. Die ist aber von vorhin, richtig? Okay. â Dann hat der Kollege Schrader die Gelegenheit zur zweiten Nachfrage.
Vielen Dank Frau PrĂ€sidentin! â Frau Senatorin, das klingt so, als wĂŒrde da noch ganz schön was auf uns zukommen, auch wenn das schon eine Menge war. Wie wird sichergestellt, dass das alles bearbeitet werden kann, dass insbesondere die 1,6 Millionen DatensĂ€tze vom LKA ausgewertet werden â das betrifft jetzt nicht Ihren ZustĂ€ndigkeitsbereich â , und auch, dass entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet und auch mit der nötigen GrĂŒndlichkeit bearbeitet werden können? Frau Senatorin, bitte schön! Senatorin Dr. Lena Kreck (Senatsverwaltung fĂŒr Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung): Zu den Ausstattungen, die mein Haus betreffen, habe ich gerade schon AusfĂŒhrungen gemacht. Was die MaĂnah- men der Polizei angeht, möchte ich Sie bitten, sich an Senatorin Iris Spranger zu wenden. Dazu kann ich nicht antworten. Entschuldigung! Es antwortet immer ein Senatsmitglied. Die Senatorin Kreck hat das so weit beantwortet, wie sie es beantworten konnte. Wenn es weitere Fragen gĂ€be, mĂŒsste bei nĂ€chster Gelegenheit noch einmal ein Abge- ordneter nachfragen. Es antwortet immer ein Senatsmit- glied auf eine Frage. Dann kommen wir zur nĂ€chsten Frage, und die geht an den Kollegen Friederici. â Bitte schön!
Es ist auch eine Frage, die sich um den BER dreht, aber ein anderer Kontext. Ist das zulÀssig? Das kommt darauf an.
Okay! Ich habe nur eine Frage: Habe ich es vorhin in der RegierungserklĂ€rung der Regierenden BĂŒrgermeisterin richtig verstanden, dass die VerlĂ€ngerung zum BER, also die U 7-VerlĂ€ngerung, zusammen mit Frau Jarasch und der BVG zu einer PrioritĂ€t auserkoren worden ist? Wenn ja, welchen Wert hat dann das Wort der Regierenden BĂŒrgermeisterin, wenn sie sich spĂ€ter nicht gegen die eigene Partei durchsetzen kann, wie das in den vergange- nen Tagen in den Medien zu lesen war? Ich finde, das ist sehr ĂŒberspannt, aber Frau Senatorin Jarasch wirkt so, als wĂŒrde sie eine kurze Antwort versu- chen. Beim nĂ€chsten Mal wĂ€re es schön, wenn es mehr im Kontext der eigentlichen Frage bliebe. BĂŒrgermeisterin Bettina Jarasch (Senatsverwaltung fĂŒr Umwelt, MobilitĂ€t, Verbraucher- und Klimaschutz): Ich definiere das einmal als ausnahmsweises Ja und ant- worte Ihnen gerne. â Richtig? So habe ich das gemeint. BĂŒrgermeisterin Bettina Jarasch (Senatsverwaltung fĂŒr Umwelt, MobilitĂ€t, Verbraucher- und Klimaschutz): Das wĂŒrde ich Ihnen tatsĂ€chlich gerne genau sagen, denn tatsĂ€chlich passiert in Sachen U-Bahn mehr, als es die Diskussionen der letzten Monate haben erscheinen lassen. Wir haben uns im Koalitionsvertrag und auch in den entsprechenden Richtlinien der Regierungspolitik darauf verstĂ€ndigt, dass wir Nutzen-Kosten-Untersuchungen fĂŒr fĂŒnf Strecken machen werden, nĂ€mlich fĂŒr die U 2 in Richtung Pankow Kirche, fĂŒr die U 7 in beide Richtun- gen, fĂŒr die U 3 zum Netzschluss am Mexikoplatz und fĂŒr die U 8 in das MĂ€rkische Viertel. Nutzen-Kosten-Untersuchungen bedeuten, dass wir die weitere Planungen und die Realisierung dieser U-Bahn- Strecken von bestimmten Kriterien abhĂ€ngig machen. Das bedeutet: Wie hoch ist das erwartete Fahrgastauf- kommen? Was bringt ein U-Bahn-Bau fĂŒr ein verbesser- tes ĂPNV-Netz â denn das ist insgesamt unser Ziel â? Wie viele FahrgĂ€ste wĂŒrden umsteigen? Und nicht zu- letzt, wie es mit der Wirtschaftlichkeit aussieht, denn das ist die Voraussetzung dafĂŒr, dass der Bund auch in eine Finanzierung einsteigen wĂŒrde. Das heiĂt, wir haben nicht einfach gesagt, wir bauen U-Bahnen, sondern wir gehen die nĂ€chsten Planungsschritte, und wir wollen fĂŒr jede dieser Strecken Geld vom Bund haben. (Senator Daniel Wesener) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 259 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Wir sind uns alle einig, das haben wir bei einem gemein- samen Antrittsbesuch der Regierenden BĂŒrgermeisterin und mir bei Frau Kreienkamp und der BVG letzte Woche auch bestĂ€tigt, dass wir gerne mit der U 3 anfangen wĂŒr- den â das ist ein relativ schnell zu realisierendes Projekt, wo die Sinnhaftigkeit in Sachen Anschlussverbindungen und Netzschluss eigentlich fĂŒr alle Beteiligten auĂer Frage steht â und dass wir auĂerdem in Nutzen-Kosten- Analysen fĂŒr die U 7 einsteigen wollen. Ich sage noch einmal dazu: Die weiteren Schritte â das gilt fĂŒr alle U-Bahnprojekte â hĂ€ngen davon ab, ob wir positive Er- gebnisse bekommen, die bedeuten, dass es sinnvoll ist, diese U-Bahnen zu bauen. Beim Thema U 7 in Richtung BER kommt noch dazu, dass wir auch vom Land Brandenburg und dem entspre- chenden Landkreis abhĂ€ngen, denn der GroĂteil der Stre- cke fĂŒhrt nicht ĂŒber Berliner Gebiet. Das sind alles The- men, die noch zu klĂ€ren sind. Das wollen wir im Rahmen von Nutzen-Kosten-Untersuchungen machen. Wir wer- den sehen, wie sie ausgehen. â Danke schön! Herzlichen Dank! â Die Fragestunde hat damit fĂŒr heute ihr Ende gefunden. Wie eingangs beschlossen rufe ich vorgezogen auf lfd. Nr. 26: Feststellung der Anwendbarkeit der AbsĂ€tze 1 bis 6 des § 28a des Infektionsschutzgesetzes Vorlage â zur Beschlussfassung â gemÀà § 28a Abs. 8 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes Drucksache 19/0115 hierzu: Ănderungsantrag der Fraktion der CDU Drucksache 19/0115-1 Eine Beratung ist nicht vorgesehen. ZunĂ€chst lasse ich ĂŒber den Ănderungsantrag der Fraktion der CDU ab- stimmen. Wer dem Ănderungsantrag der Fraktion der CDU auf Drucksache 19/0115-1 zustimmen möchte, den bitte ich um das Handzeichen. â Das sind die Fraktionen der CDU und FDP. Gegenstimmen? â Das sind die Koali- tionsfraktionen und die AfD-Fraktion. Damit ist der Ăn- derungsantrag abgelehnt. Dann kommen wir zur Abstimmung ĂŒber die Vorlage. Wer die Vorlage â zur Beschlussfassung â auf Drucksa- che 19/0115 annehmen möchte, den bitte ich jetzt um das Handzeichen. â Das sind die Koalitionsfraktionen und die CDU-Fraktion. â Gegenstimmen? â Gegenstimmen der AfD-Fraktion. Enthaltungen? â Enthaltung der FDP- Fraktion. Damit ist die Vorlage zur Beschlussfassung angenommen. Ich rufe, wie eingangs beschlossen, vorgezogen auf lfd. Nr. 7: Wahl des Richterwahlausschusses Wahl Drucksache 19/0100 GemÀà § 88 Abs. 1 Satz 1 des Berliner Richtergesetzes erfolgt die Wahl geheim. Die VorschlĂ€ge können Sie der Ihnen vorliegenden Tischvorlage entnehmen. Die Frakti- onen haben sich auf eine verbundene Wahl verstĂ€ndigt, wobei die Wahl der VorschlĂ€ge der Fraktionen nach Einzelpersonen und die Wahl der VorschlĂ€ge der Stan- desvertretungen gemeinsam durchgefĂŒhrt wird. Im Ăbrigen verlĂ€uft das Wahlverfahren wie folgt: Bitte bleiben Sie wie ĂŒblich auf Ihren PlĂ€tzen, bis Sie aufgeru- fen werden. Bitte nutzen Sie wieder den Ihnen exklusiv von uns zur VerfĂŒgung gestellten Kugelschreiber fĂŒr die Wahl. Wenn Sie aufgerufen worden sind, kommen Sie bitte mit diesem Stift nach vorne, meinetwegen auch mit einem anderen, aber jedenfalls mit einem eigenen. Bitte setzen Sie zuvor Ihre Maske auf, und denken Sie daran, Abstand zu halten. Ein Mitglied des PrĂ€sidiums hĂ€ndigt Ihnen dann den Stimmzettel und den Umschlag dafĂŒr aus. Abgeordnete, deren Namen mit A bis K beginnen, gehen bitte von Ihnen aus gesehen auf der linken Seite, Abge- ordnete, deren Namen mit L bis Z beginnen, nutzen bitte die rechte Seite. Wie soeben erlĂ€utert ist zur GĂŒltigkeit Ihrer Stimmabgabe â jetzt bitte ich noch einmal um Auf- merksamkeit! â bei den VorschlĂ€gen der Fraktionen hin- ter jedem einzelnen Namen ein Kreuz zu setzen. Bei den VorschlĂ€gen der Standesvertretungen ist fĂŒr alle Personen gemeinsam ein Kreuz zu setzen. Wenn Sie den jeweiligen VorschlĂ€gen zustimmen möchten, dann mĂŒssten Sie âJaâ ankreuzen. Sie haben auĂerdem die Möglichkeit âNeinâ oder âEnthaltungâ anzukreuzen. Sofern in einer Zeile kein Kreuz oder mehrere Kreuze gemacht werden, gilt dies fĂŒr den jeweiligen Wahlvorschlag als ungĂŒltige Stimme. Stimmzettel, die zusĂ€tzliche Bemerkungen ent- halten, sind insgesamt ungĂŒltig. Der Stimmzettel darf nur in der Wahlkabine ausgefĂŒllt werden und ist noch in der Wahlkabine zu falten und in den Umschlag zu legen. Abgeordnete, die ihren Stimmzettel auĂerhalb der Wahl- kabine kennzeichnen oder in den Umschlag legen, sind nach § 74 Abs. 2 der GeschĂ€ftsordnung zurĂŒckzuweisen. Der Umschlag ist auch erst dann in die Wahlurne zu legen, wenn die Stimmabgabe von einer Beisitzerin oder einem Beisitzer vermerkt worden ist. Bitte geben Sie dazu Ihren Namen an, und achten Sie darauf, dass Ihr Name auf der Liste abgehakt worden ist. Ich bitte nun den Saaldienst, die vorgesehenen Tische aufzustellen. Ich weise wie immer darauf hin, dass die Fernsehkameras nicht auf die Wahlkabinen ausgerichtet werden dĂŒrfen und auch die PlĂ€tze hinter den Wahlkabinen und um die Wahlkabinen herum bitte freigemacht werden. Ferner bitte ich darauf zu achten, dass es zu keinen Ansammlun- gen kommt und der erforderliche Abstand hier zu jeder Zeit eingehalten wird und dass die Mitglieder, die noch (BĂŒrgermeisterin Bettina Jarasch) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 260 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 nicht zur Wahl aufgerufen worden sind oder bereits ge- wĂ€hlt haben, auf ihrem Platz sitzen oder sich dann auĂer- halb des Plenarsaals aufhalten. Nun bitte ich die Beisitzerinnen und Beisitzer an den Wahlkabinen bzw. Wahlurnen Aufstellung zu nehmen und die Ausgabe der Stimmzettel vorzunehmen und deren Abgabe zu kontrollieren. Dann scheint alles zu stehen, und damit eröffne ich die Wahl. Ich bitte um den Aufruf der Namen und die Aus- gabe der Stimmzettel. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eine Bitte an Sie: So- fern Sie Ihre Stimme schon abgeben konnten, wĂŒrde ich Sie bitten, den Saal jetzt schon in die Pause zu verlassen. Das hat den Vorteil, dass wir dann gleich die LĂŒftungs- pause vielleicht etwas kĂŒrzer halten können und heute Abend alle etwas frĂŒher nach Hause kommen. Also wer schon gewĂ€hlt hat, kann gerne jetzt schon in die Pause starten. FrĂŒhestens um 17.15 Uhr geht es hier weiter, vielleicht auch noch ein paar Minuten spĂ€ter. Das ent- scheidet sich abhĂ€ngig davon, wie schnell wir hier fertig werden. Also mindestens bis 17.15 Uhr hat jeder, der jetzt schon gewĂ€hlt hat und nicht im PrĂ€sidium mit aus- zĂ€hlen muss, Pause. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Dann frage ich, ob alle Abgeordneten die Gelegenheit hatten zu wĂ€hlen, vor allem auch die Beisitzerinnen und Beisitzer. â Es kommt niemand mehr von auĂen. Der Kollege Trefzer als PrĂ€si- diumsmitglied hat auch gewĂ€hlt. Damit haben alle die Gelegenheit gehabt zu wĂ€hlen. Damit kann ich den Wahlgang schlieĂen. Ich bitte die Beisitzerinnen und Beisitzer, mit der AuszĂ€hlung zu beginnen. Das findet im Vorraum der Bibliothek statt. Bis zur Feststellung des Ergebnisses und zum LĂŒften unterbreche ich die Sitzung bis 17.40 Uhr; dann bitte ich alle, wieder hier zu sein, im Idealfall auch die AuszĂ€hlenden, aber da habe ich es nicht selbst in der Hand. Ansonsten bitte ich alle, den Saal jetzt zu verlassen, damit wir die Maschine auf Volllast fahren können, um hier durchzulĂŒften. â Vielen Dank! Es liegt ein Ergebnis vor, und das verlese ich jetzt. Wir hatten die Wahl des Richterwahlausschusses; das ist die Drucksache 19/0100. Ich lese Ihnen nun vor, welche Stimmen auf die WahlvorschlĂ€ge der Fraktionen entfallen sind. Zum Wahlvorschlag der Fraktion der SPD: Als Mitglieder Herr Abgeordneter Tom Schreiber â gĂŒltige Stimmen: 134, mit Ja gestimmt haben 120, Nein- Stimmen: 9, Enthaltungen: 5; Tom Schreiber ist damit gewĂ€hlt â, Frau Barbara Loth â gĂŒltige Stimmen: 133, ungĂŒltige Stimmen: 1, mit Ja: 119, Nein-Stimmen: 8, Enthaltungen: 6; auch Frau Loth ist damit gewĂ€hlt. Als stellvertretende Mitglieder: Frau Abgeordnete Sebahat Atli â 133 gĂŒltige Stimmen, 1 ungĂŒltige Stimme, 117-mal Ja, 9 Nein-Stimmen und 7 Enthaltungen; Frau Atli ist damit gewĂ€hlt â, Herr Horst Beckmann â 133 gĂŒltige Stimmen, 1 ungĂŒlti- ge Stimme, Ja-Stimmen: 121, Nein-Stimmen: 7, Enthal- tungen: 5. Auch Herr Horst Beckmann ist damit als stell- vertretendes Mitglied gewĂ€hlt. Es folgt nun der Wahlvorschlag der Fraktion BĂŒnd- nis 90/Die GrĂŒnen. Als Mitglieder Frau Abgeordnete Dr. Petra Vandrey â 133 gĂŒltige Stimmen, 1 ungĂŒltige Stimme, 120 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen, 6 Enthaltun- gen; Frau Abgeordnete Dr. Vandrey ist damit gewĂ€hlt â, Herr Abgeordneter Christoph Wapler â 132 gĂŒltige Stimmen, 2 ungĂŒltige Stimmen, 116 Ja-Stimmen, 9 Nein- Stimmen, 7 Enthaltungen; auch Herr Abgeordneter Wap- ler ist damit gewĂ€hlt. Als stellvertretende Mitglieder: Frau Dr. Annette Linkhorst â 133 gĂŒltige Stimmen, 1 ungĂŒltige Stimme, 117-mal Ja, 9 Nein-Stimmen, 7 Enthaltungen; Frau Dr. Annette Linkhorst ist damit als stellvertretendes Mitglied gewĂ€hlt â, Frau Ingrid GĂŒlzow â 133 gĂŒltige Stimmen, 1 ungĂŒltige Stimme, 117-mal Ja, 9 Nein-Stimmen und 7 Enthaltungen; auch Frau Ingrid GĂŒlzow ist damit als stellvertretendes Mitglied gewĂ€hlt. Es folgt der Wahlvorschlag der Fraktion der CDU. Als Mitglied Herr Sven Rissmann â 134 gĂŒltige Stimmen, 121-mal Ja, 8-mal Nein, 5 Enthaltungen. Auch Herr Rissmann ist damit gewĂ€hlt â und Herr Abgeordneter Alexander Herrmann â 134 gĂŒltige Stimmen, 124-mal Ja, 5-mal Nein, 5 Enthaltungen; auch Herr Abgeordneter Alexander Herrmann ist damit als Mitglied gewĂ€hlt. Als stellvertretendes Mitglied entfielen auf Herrn Dr. Robbin Juhnke 134 gĂŒltige Stimmen, von denen 125 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen waren. Herr Abge- ordneter Juhnke ist damit zum stellvertretenden Mitglied gewĂ€hlt. Das gilt auch fĂŒr Herrn Dr. Marc SchĂŒffner â 134 gĂŒltige Stimmen, von denen 122 Ja-Stimmen, 8 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen waren. Auf den Wahlvorschlag der Fraktion Die Linke fĂŒr â als Mitglied â Frau Dr. Anna Luczak entfielen 129 gĂŒltige und 5 ungĂŒltige Stimmen, 106-mal Ja, 14-mal Nein, 9 Enthaltungen; Frau Dr. Anna Luczak ist damit als Mit- glied in den Richterwahlausschuss gewĂ€hlt. Als stellver- tretendes Mitglied fĂŒr die Fraktion Die Linke Herr Abge- ordneter Damiano Valgolio â 131 gĂŒltige und 3 ungĂŒltige Stimmen wurden abgegeben, 106-mal Ja, 17-mal Nein, 8 Enthaltungen. Herr Abgeordneter Valgolio ist damit zum stellvertretenden Mitglied in den Richterwahlaus- schuss gewĂ€hlt. (PrĂ€sident Dennis Buchner) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 261 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Auf den Wahlvorschlag der AfD-Fraktion, als Mitglied Herrn Abgeordneten Marc Vallendar zu wĂ€hlen, entfielen 131 gĂŒltige und 3 ungĂŒltige Stimmen. Mit Ja haben 12 Abgeordnete gestimmt, es gab 102 Nein-Stimmen und 17 Enthaltungen. Herr Abgeordneter Vallendar ist damit nicht in den Richterwahlausschuss gewĂ€hlt. Als stellvertretendes Mitglied lautete der Wahlvorschlag Herr Abgeordneter Antonin Brousek â 131 gĂŒltige und 3 ungĂŒltige Stimmen, davon 12 Ja-Stimmen, 103 Nein- Stimmen und 16 Enthaltungen. Herr Abgeordneter Brousek ist damit nicht als stellvertretendes Mitglied in den Richterwahlausschuss gewĂ€hlt. Auf die Personen aus den Vorschlagslisten der Standes- vertretung entfielen folgende Stimmen: Hier waren 130 Stimmen gĂŒltig, 4 ungĂŒltig, 118 Ja-Stimmen, 9 Nein- Stimmen und 3 Enthaltungen. Das heiĂt, alle Personen aus den Vorschlagslisten der Standesvertretung sind da- mit gewĂ€hlt. Ich rufe, wie ebenfalls eingangs beschlossen, vorgezogen auf lfd. Nr. 8: Wahl der Mitglieder der G-10-Kommission des Landes Berlin Wahl Drucksache 19/0038 Die WahlvorschlĂ€ge der Fraktionen können Sie der Ihnen zu diesem Tagesordnungspunkt vorliegenden Tischvorla- ge entnehmen. Die Fraktionen haben vereinbart, die Wahl durch einfache Abstimmung gemÀà § 74 Abs. 1 Satz 1 der GeschĂ€ftsordnung getrennt nach den Fraktionsvor- schlĂ€gen durch Handaufheben durchzufĂŒhren. Ich rufe also den jeweiligen Fraktionsvorschlag auf und lasse hierĂŒber abstimmen. Wir beginnen mit dem Vorschlag der Fraktion der SPD. Vorgeschlagen sind hier als Vorsitzender Herr Frank Zimmermann, als stellvertretender Vorsitzender Herr Abgeordneter Jan Lehmann, als Beisitzer Herr Abgeord- neter Tom Schreiber und als stellvertretende Beisitzerin Frau Abgeordnete Sebahat Atli. Wer die von mir Genann- ten zu wĂ€hlen wĂŒnscht, den bitte ich jetzt um das Hand- zeichen. â Das sind die Fraktion der SPD, die Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, die Fraktion der CDU, die Frak- tion Die Linke und die Fraktion der FDP. Gegenstim- men? â Enthaltungen? â Bei Enthaltung der AfD-Fraktion sind die genannten Personen gewĂ€hlt. Wir fahren fort mit dem Vorschlag der Fraktion BĂŒnd- nis 90/Die GrĂŒnen. Vorgeschlagen sind als Beisitzerin Frau June Tomiak und als stellvertretender Beisitzer Herr Abgeordneter Vasili Franco. Wer die von mir Genannten zu wĂ€hlen wĂŒnscht, den bitte ich jetzt um das Handzei- chen. â Das sind die Koalitionsfraktionen, die CDU und die FDP. Gegenprobe: Gegenstimmen? â Enthaltungen? â Das ist wiederum die Enthaltung der AfD-Fraktion. Da- mit sind die eben genannten vorgeschlagenen Personen gewĂ€hlt. Es folgt der Vorschlag der Fraktion der CDU. Vorge- schlagen sind als Beisitzer Herr Stephan Lenz und als stellvertretender Beisitzer Herr Abgeordneter Stephan StandfuĂ. Wer die von mir Genannten zu wĂ€hlen wĂŒnscht, den bitte ich um das Handzeichen. â Das sind wiederum die Koalitionsfraktionen, die CDU und die FDP und in diesem Fall auch die AfD-Fraktion. Ich frage nach Gegenstimmen. â Ich frage nach Enthaltungen. â Damit sind die von mir genannten vorgeschlagenen Per- sonen gewĂ€hlt. Wir kommen zum Vorschlag der Fraktion Die Linke. Vorgeschlagen sind als Beisitzer Herr Abgeordneter Niklas Schrader und als stellvertretende Beisitzerin Frau Abgeordnete Anne Helm. Wer die von mir Genannten zu wĂ€hlen wĂŒnscht, den bitte ich um das Handzeichen. â Das sind die Koalitionsfraktionen, die CDU und die FDP. Gegenstimmen? â Enthaltungen? â Bei Enthaltung der AfD-Fraktion sind damit die hier vorgeschlagenen Personen gewĂ€hlt. â Entschuldigung! Herr Wansner war eine Gegenstimme? â Eine Enthaltung. Das halten wir fĂŒr das Protokoll so fest. Es folgt der Vorschlag der AfD-Fraktion. Vorgeschlagen sind als Beisitzer Herr Abgeordneter Karsten Woldeit und als stellvertretender Beisitzer Herr Abgeordneter Martin Trefzer. Wer die von mir Genannten zu wĂ€hlen wĂŒnscht, den bitte ich um das Handzeichen. â Das ist die AfD- Fraktion. Gegenstimmen? â Das sind die Koalitionsfrak- tionen und die FDP. Enthaltungen? â Enthaltung bei der CDU-Fraktion. Damit stelle ich fest, dass die eben ge- nannten vorgeschlagenen Personen nicht gewĂ€hlt sind. Dann stimmen wir noch ab ĂŒber den Vorschlag der FDP. Vorgeschlagen sind als Beisitzer Herr Abgeordneter Holger Krestel und als stellvertretender Beisitzer Herr Abgeordneter Björn Jotzo. Wer die von mir Genannten zu wĂ€hlen wĂŒnscht, den bitte ich um das Handzeichen. â Das sind die Koalitionsfraktionen, CDU und FDP. Ge- genstimmen? â Es gibt eine Gegenstimme des Abgeord- neten Lindemann. Enthaltungen? â Enthaltung bei der (PrĂ€sident Dennis Buchner) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 262 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 restlichen AfD-Fraktion. Damit sind die von mir genann- ten vorgeschlagenen Personen gewĂ€hlt. Ich rufe auf die, wie ebenfalls eingangs beschlossen, vorgezogene lfd. Nr. 9: Wahl von fĂŒnf Personen zu ordentlichen Mitgliedern des Gnadenausschusses und fĂŒnf weiteren Personen zu stellvertretenden Mitgliedern des Gnadenausschusses Wahl Drucksache 19/0033 Auch hierzu können Sie die WahlvorschlĂ€ge der Fraktio- nen der Tischvorlage entnehmen. Die Fraktionen haben vereinbart, die Wahl aller vorgeschlagenen Personen in einem Wahlgang durch einfache Abstimmung gemÀà § 74 Abs. 1 Satz 1 der GeschĂ€ftsordnung durchzufĂŒhren. Zur Wahl werden vorgeschlagen von der Fraktion der SPD als Mitglieder Frau Heidemarie Fischer und Frau Monika Höppner und als stellvertretende Mitglieder Frau Burgunde Grosse und Frau Susanne Pape, von der Frak- tion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen als Mitglied Frau Dr. Annette Linkhorst und als stellvertretendes Mitglied Herr Abgeordneter Benedikt Lux, von der Fraktion der CDU als Mitglied Herr Dieter Hapel und als stellvertre- tendes Mitglied Herr Gregor Hoffmann, von der Fraktion Die Linke als Mitglied Frau Kerstin Pohnke und als stell- vertretendes Mitglied Herr Abgeordneter Sebastian SchlĂŒsselburg. Wer die von mir genannten Personen zu Mitgliedern bzw. stellvertretenden Mitgliedern zu wĂ€hlen wĂŒnscht, den bitte ich um das Handzeichen. â Das sind die Koalitions- fraktionen, die CDU und die FDP-Fraktion. Ich frage nach Gegenstimmen. â Keine Gegenstimmen. Ich frage nach Enthaltungen. â Bei Enthaltung der AfD-Fraktion sind die vorgenannten Personen damit gewĂ€hlt. Ich rufe auf die lfd. Nr. 3: PrioritĂ€ten gemÀà § 59 Abs. 2 der GeschĂ€ftsordnung des Abgeordnetenhauses von Berlin Die Fraktion Die Linke hat keine PrioritĂ€t angemeldet. Wir kommen zu lfd. Nr. 3.2 PrioritĂ€t der AfD-Fraktion Tagesordnungspunkt 25 Konsequenzen aus der DEVI-Studie: Toleranzwahn beenden und religiösem Mobbing, konfrontativer Religionsbekundung und islamistischer Ideologisierung wirksam entgegentreten Antrag der AfD-Fraktion Drucksache 19/0112 Die AfD-Fraktion hat mir signalisiert, dass dieser Tages- ordnungspunkt heute vertagt werden soll. â Widerspruch höre ich nicht. Dann verfahren wir entsprechend. Ich rufe auf lfd. Nr. 3.3: PrioritĂ€t der Fraktion der FDP Tagesordnungspunkt 23 Ein wĂŒrdiger Empfang der Ankommenden am Hauptstadtflughafen â uneingeschrĂ€nktes Laderecht fĂŒr Berliner Taxis am BER Antrag der Fraktion der FDP Drucksache 19/0110 Die Fraktion der FDP hat mir signalisiert, dass dieser Antrag ohne Beratung sein soll. Vorgeschlagen wird die Ăberweisung des Antrags an den Ausschuss fĂŒr MobilitĂ€t sowie an den Hauptausschuss. â Widerspruch höre ich nicht. Dann verfahren wir entsprechend. Die Fraktion der SPD und die Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen hatten keine PrioritĂ€ten angemeldet. Ich rufe auf lfd. Nr. 3.6 PrioritĂ€t der Fraktion der CDU Tagesordnungspunkt 25 A Kein Weiter-so: Eltern, Lehrer und SchĂŒler verdienen endlich eine zeitgemĂ€Ăe Senatsstrategie zur sicheren Schule trotz Coronawelle Dringlicher Antrag der Fraktion der CDU Drucksache 19/0127 Der Dringlichkeit haben Sie eingangs bereits zugestimmt. Die Fraktion der CDU hat mir allerdings signalisiert, dass dieser Antrag heute ohne Beratung sein soll. Er war be- reits vorab an den Ausschuss fĂŒr Bildung, Jugend und Familie ĂŒberwiesen, und ich darf hierzu Ihre nachtrĂ€gli- che Zustimmung feststellen. Ich rufe auf lfd. Nr. 4: Gesetz zur einmaligen GewĂ€hrung einer Corona- Sonderzahlung im Jahr 2022 und zur Ănderung des Landesbeamtenversorgungsgesetzes Dringliche Beschlussempfehlung des Hauptausschusses vom 19. Januar 2022 Drucksache 19/0119 (PrĂ€sident Dennis Buchner) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 263 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 zum Antrag der Fraktion der SPD, der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen und der Fraktion Die Linke Drucksache 19/0095 Zweite Lesung hierzu: Ănderungsantrag der Fraktion der CDU Drucksache 19/0095-1 Ănderungsantrag der Fraktion der SPD, der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen und der Fraktion Die Linke Drucksache 19/0095-2 Ănderungsantrag der Fraktion der FDP Drucksache 19/0095-3 Der Dringlichkeit haben Sie bereits eingangs zugestimmt. Ich eröffne die zweite Lesung des Gesetzesantrags. Ich rufe auf die Ăberschrift, die Einleitung sowie die Arti- kel 1 bis 3 des Gesetzesantrags und schlage vor, die Bera- tung der Einzelbestimmungen miteinander zu verbinden. â Widerspruch höre ich dazu nicht. Eine Beratung ist nicht vorgesehen, sodass wir zur Abstimmung kommen. Der Hauptausschuss empfiehlt gemÀà der Beschlussemp- fehlung Drucksache 19/0119 mehrheitlich â mit SPD, GRĂNE, CDU, LINKE und AfD gegen die FDP â die Annahme des Antrages. ZunĂ€chst lasse ich ĂŒber die drei ĂnderungsantrĂ€ge abstimmen. Wer dem Ănderungsan- trag der Fraktion der CDU auf Drucksache 19/0095-1 zustimmen möchte, den bitte ich um das Handzeichen. â Das ist die Fraktion der CDU. Gegenstimmen? â Das sind die Koalitionsfraktionen und die FDP. Enthaltungen? â Enthaltung bei der AfD-Fraktion. Damit ist der Ănde- rungsantrag abgelehnt. Wer dem Ănderungsantrag der Fraktion der FDP Druck- sache 19/0095-3 zustimmen möchte, den bitte ich jetzt um das Handzeichen. â Das sind die FDP-Fraktion und CDU-Fraktion. Gegenstimmen? â Das sind die Koaliti- onsfraktionen. Enthaltungen? â Enthaltung bei der AfD- Fraktion. Damit ist der Ănderungsantrag abgelehnt. Wer dem Ănderungsantrag der Koalitionsfraktionen, das ist die Drucksache 19/0095-2, zustimmen möchte, den bitte ich jetzt um das Handzeichen. â Das sind die Koali- tionsfraktionen und die CDU. Gegenprobe! â Gegen- stimmen bei der FDP-Fraktion. Enthaltungen? â Enthal- tung bei der AfD-Fraktion. Damit ist dieser Ănderungs- antrag angenommen. Wer nun den Gesetzesantrag mit den soeben beschlosse- nen Ănderungen annehmen möchte, den bitte ich jetzt um das Handzeichen. â Das sind die Koalitionsfraktionen und die Fraktion der CDU. Gegenstimmen? â Das ist die FDP-Fraktion. Enthaltungen? â Das ist die AfD-Fraktion. Damit ist der Gesetzesantrag mit den Ănderungen ange- nommen. Wir kommen zu den Tagesordnungspunkten 5 und 6. Die stehen nĂ€mlich auf der Konsensliste. Ich rufe auf lfd. Nr. 6 A: Gesetz zur Ănderung des Landesabgeordnetengesetzes Dringlicher Antrag der Fraktion der SPD, der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, der Fraktion der CDU, der Fraktion Die Linke und der Fraktion der FDP Drucksache 19/0125 Erste Lesung hierzu: Ănderungsantrag der AfD-Fraktion Drucksache 19/0125-1 Der Dringlichkeit hatten Sie bereits eingangs zugestimmt. Ich eröffne die erste Lesung des Gesetzesantrags. Eine Beratung ist nicht vorgesehen. Vorgeschlagen wird die Ăberweisung des Gesetzesantrages und des Ănderungs- antrages an den Hauptausschuss. â Widerspruch dazu höre ich nicht. Dann verfahren wir so. Die Tagesordnungspunkte 7 bis 9 wurden bereits vorge- zogen nach dem Tagesordnungspunkt 2 behandelt. Ich rufe auf lfd. Nr. 10: Konzerninterne Umwandlungen (Verschmelzungen) innerhalb des DEGEWO- Konzerns und des GEWOBAG-Konzerns Dringliche Beschlussempfehlung des Hauptausschusses vom 19. Januar 2022 Drucksache 19/0120 zur Vorlage â zur Beschlussfassung â gemÀà § 38 der GeschĂ€ftsordnung des Abgeordnetenhauses von Berlin Der Dringlichkeit haben Sie bereits eingangs zugestimmt. Eine Beratung ist nicht vorgesehen. Der Hauptausschuss empfiehlt einstimmig â mit SPD, GRĂNE, LINKE, AfD und FDP bei Enthaltung der CDU â, der Vorlage zuzu- stimmen. Wer der Vorlage gemÀà der Beschlussempfeh- lung des Hauptausschusses Drucksache 19/0120 zustim- men möchte, den bitte ich um das Handzeichen. â Das sind die Koalitionsfraktionen, die FDP-Fraktion und die AfD-Fraktion. Gegenstimmen? â Enthaltungen? â Bei Enthaltung der CDU-Fraktion ist damit die Vorlage an- genommen. Ich rufe auf (PrĂ€sident Dennis Buchner) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 264 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 lfd. Nr. 10 A: Ergebnisse der Besprechung des Bundeskanzlers mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der LĂ€nder vom 24. Januar 2022 zur Coronapandemie Vorlage â zur Kenntnisnahme â gemÀà Artikel 50 Abs. 1 Satz 1 der Verfassung von Berlin Drucksache 19/0126 Von der Vorlage hat das Abgeordnetenhaus hiermit Kenntnis genommen. Die Tagesordnungspunkte 11 und 12 stehen auf der Kon- sensliste. Ich rufe auf lfd. Nr. 13: Zusammenstellung der vom Senat vorgelegten Rechtsverordnungen Vorlage â zur Kenntnisnahme â gemÀà Artikel 64 Abs. 3 der Verfassung von Berlin Drucksache 19/0118 Von den vorgelegten Rechtsverordnungen hat das Abge- ordnetenhaus hiermit Kenntnis genommen. Die Tagesordnungspunkte 14 bis 22 stehen auf der Kon- sensliste. Der Tagesordnungspunkt 23 war PrioritĂ€t der Fraktion der FDP unter Nummer 3.3. Tagesordnungs- punkt 24 steht auf der Konsensliste. Tagesordnungs- punkt 25 war PrioritĂ€t der AfD-Fraktion unter Num- mer 3.2. Tagesordnungspunkt 25 A war PrioritĂ€t der Fraktion der CDU unter Nummer 3.6. Der Tagesord- nungspunkt 26 wurde bereits nach Tagesordnungspunkt 2 behandelt. Meine Damen und Herren! Damit sind wir am Ende unse- rer heutigen Sitzung. Die nĂ€chste Sitzung findet am Don- nerstag, dem 10. Februar 2022, um 10.00 Uhr statt. Die Sitzung ist geschlossen. Vielen Dank! (PrĂ€sident Dennis Buchner) Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 265 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Anlage 1 Konsensliste Vorbehaltlich von sich im Laufe der Plenarsitzung ergebenden Ănderungen haben Ăltestenrat und GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Fraktionen vor der Sitzung empfohlen, nachstehende Tagesordnungspunkte ohne Aussprache wie folgt zu behandeln: Lfd. Nr. 5: HundeâunbĂŒrokratischerâhaltenâGesetz Antrag der Fraktion der FDP Drucksache 19/0098 vertagt Lfd. Nr. 6: Gesetz zur Ănderung des Gesetzes ĂŒber die RechtsverhĂ€ltnisse der Mitglieder des Senats (Senatorengesetz â SenG) Antrag der AfD-Fraktion Drucksache 19/0113 vertagt Lfd. Nr. 11: Dritte Verordnung zur Ănderung der Vierten SARS-CoV-2- InfektionsschutzmaĂnahmenverordnung Vorlage â zur Kenntnisnahme â gemÀà Artikel 64 Abs. 3 der Verfassung von Berlin und § 3 des Berliner COVID-19- Parlamentsbeteiligungsgesetzes Drucksache 19/0116 BestĂ€tigung der VorabĂŒberweisung an GesPflegGleich im Ăbrigen vertagt Lfd. Nr. 12: Siebte Verordnung zur Ănderung der Zweiten Schul-Hygiene-Covid-19-Verordnung Vorlage â zur Kenntnisnahme â gemÀà Artikel 64 Abs. 3 der Verfassung von Berlin Drucksache 19/0117 BestĂ€tigung der VorabĂŒberweisung an BildJugFam und GesPflegGleich im Ăbrigen vertagt Lfd. Nr. 14: ElsenbrĂŒcke schnellstmöglich erneuern â höchste PrioritĂ€t sichern! Antrag der AfD-Fraktion Drucksache 19/0078 vertagt Lfd. Nr. 15: Kein Wegducken bei konfrontativer Religionsbekundung â Planungssicherheit fĂŒr die Forschung Antrag der Fraktion der CDU Drucksache 19/0102 an BildJugFam (f), IntArbSoz und Recht Lfd. Nr. 16: Berlin und Brandenburg: Gemeinsam denken â gemeinsam handeln Antrag der Fraktion der CDU Drucksache 19/0103 vertagt Lfd. Nr. 17: Einsetzung eines Verfassungskonvents zur Reform der Berliner Verwaltung Antrag der Fraktion der CDU Drucksache 19/0104 vertagt Lfd. Nr. 18: Den Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg gemeinsam denken! Und gestalten! Antrag der Fraktion der CDU Drucksache 19/0105 an WiEnBe (f) und EnBuMe Lfd. Nr. 19: GrĂŒndungen vereinfachen â Einrichtung einer GrĂŒnderschutzzone! Antrag der Fraktion der CDU Drucksache 19/0106 an WiEnBe Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 266 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Lfd. Nr. 20: Gemeinsame Clusterpolitik mit Brandenburg neu justieren! Unternehmen in Berlin einbinden â Chancen fĂŒr neue MobilitĂ€t nutzen! Antrag der Fraktion der CDU Drucksache 19/0107 an WiEnBe Lfd. Nr. 21: LĂ€rmschutz an der Avus in Nikolassee prĂŒfen und verbessern Antrag der Fraktion der CDU Drucksache 19/0108 an Mobil (f) und StadtWohn Lfd. Nr. 22: Jugendliche nicht durch 2G plus von der Teilhabe an Bildung, Kultur und dem sozialen Leben ausschlieĂen Antrag der Fraktion der FDP Drucksache 19/0109 an GesPflegGleich (f) und BildJugFam Lfd. Nr. 24: 15 Monate Beta-Test sind genug â mit effektiven MaĂnahmen zum BER-Release! Antrag der Fraktion der FDP Drucksache 19/0111 an Mobil Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 267 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Anlage 2 BeschlĂŒsse des Abgeordnetenhauses Zu lfd. Nr. 8: Wahl der Mitglieder der G-10-Kommission des Landes Berlin Wahl Drucksache 19/0038 GemÀà § 2 Abs. 4 des Gesetzes zur AusfĂŒhrung des Arti- kel-10-Gesetzes (AG G 10) des Landes Berlin wĂ€hlt das Abgeordnetenhaus eine Vorsitzende oder einen Vorsit- zenden sowie eine Stellvertreterin oder einen Stellvertre- ter â jeweils mit BefĂ€higung zum Richteramt â und einer der Anzahl im Abgeordnetenhaus von Berlin vertretenen Fraktionen entsprechende Anzahl von Beisitzerinnen bzw. Beisitzern. Das Vorschlagsrecht fĂŒr den Vorsitz sowie fĂŒr die Stellvertretung hat die stĂ€rkste Fraktion. FĂŒr die Wahl der Beisitzerinnen bzw. Beisitzer und einer persönlichen Vertretung hat jede Fraktion das jeweilige Vorschlagsrecht. Es wurden gewĂ€hlt: auf Vorschlag der Fraktion der SPD: Herr Frank Zimmermann zum Vorsitzenden Herr Abg. Jan Lehmann zum stellvertretenden Vorsitzenden Herr Abg. Tom Schreiber als Beisitzer Frau Abg. Sebahat Atli als stellvertretende Beisitzerin auf Vorschlag der Fraktion BĂŒndnis 90/ Die GrĂŒnen: Frau June Tomiak als Beisitzerin Herr Abg. Vasili Franco als stellvertretender Beisitzer auf Vorschlag der Fraktion der CDU: Herr Stephan Lenz als Beisitzer Herr Abg. Stephan StandfuĂ als stellvertretender Beisitzer auf Vorschlag der Fraktion Die Linke: Herr Abg. Niklas Schrader als Beisitzer Frau Abg. Anne Helm als stellvertretende Beisitzerin auf Vorschlag der Fraktion der FDP: Herr Abg. Holger Krestel als Beisitzer Herr Abg. Björn Matthias Jotzo als stellvertretender Beisitzer Zu lfd. Nr. 10: Konzerninterne Umwandlungen (Verschmelzungen) innerhalb des DEGEWO- Konzerns und des GEWOBAG-Konzerns Dringliche Beschlussempfehlung des Hauptausschusses vom 19. Januar 2022 Drucksache 19/0120 zur Vorlage â zur Beschlussfassung â gemÀà § 38 der GeschĂ€ftsordnung des Abgeordnetenhauses von Berlin Das Abgeordnetenhaus genehmigt nachtrĂ€glich die kon- zerninternen Umwandlungen (Verschmelzungen) der DEGEWO 3. Wohnungsverwaltungsgesellschaft mbH und DEGEWO 4. Wohnungsverwaltungsgesellschaft mbH auf die DEGEWO City Wohnungsgesellschaft mbH zum 1. Januar 2020, der DEGEWO-Hausbau GmbH auf die DEGEWO AG zum 1. Januar 2020, der DEGEWO GrundstĂŒcksgesellschaft AlexanderstraĂe GmbH auf die DEGEWO AG zum 1. Januar 2020, der DEGEWO For- derungsmanagement GmbH auf die DEGEWO AG zum 1. Januar 2021 sowie die konzerninterne Umwandlung (Verschmelzung) eines als Ganzes zu betrachtenden Ver- schmelzungsvorgangs bei der GEWOBAG AG von neun im Rahmen eines Share Deals vollstĂ€ndig erworbenen Objektgesellschaften (Ofek 1 GrundstĂŒcks GmbH, Ofek 2 GrundstĂŒcks GmbH, Ofek 3 GrundstĂŒcks GmbH, Ofek 4 GrundstĂŒcks GmbH, Ofek 5 GrundstĂŒcks GmbH, Galim 1 GrundstĂŒcks GmbH, Galim 2 GrundstĂŒcks GmbH, Galim 3 GrundstĂŒcks GmbH und Shemesh GrundstĂŒcks GmbH) zum 1. Dezember 2019. Zu lfd. Nr. 26: Feststellung der Anwendbarkeit der AbsĂ€tze 1 bis 6 des § 28a des Infektionsschutzgesetzes Vorlage â zur Beschlussfassung â gemÀà § 28a Abs. 8 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes Drucksache 19/0115 FĂŒr das Land Berlin besteht weiterhin die konkrete Ge- fahr der epidemischen Ausbreitung der Coronavirus- Krankheit-2019 (COVID-19). Vor diesem Hintergrund wird die Anwendbarkeit der AbsĂ€tze 1 bis 6 des § 28a des Infektionsschutzgesetzes fĂŒr das Land Berlin weiterhin, bis zum 31. MĂ€rz 2022, festgestellt. Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 268 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 Zu lfd. Nr. 7: Wahl des Richterwahlausschusses Wahl Drucksache 19/0100 Das Abgeordnetenhaus hat gemÀà § 12 Abs. 1 Satz 1 des Berliner Richtergesetzes (RiGBln) in der Fassung vom 9. Juni 2011 (GVBl. S 238), in Kraft seit dem 23. Juni 2011, fĂŒr die 19. Wahlperiode des Abgeordnetenhauses I. zu stĂ€ndigen Mitgliedern des Richterwahlausschusses gewĂ€hlt: 1. acht Abgeordnete oder sonstige Personen, die nicht Berufsrichterin oder -richter oder StaatsanwĂ€ltin oder Staatsanwalt im Dienst des Landes Berlin oder des Landes Brandenburg sein dĂŒrfen, und ihre Stellvertre- tung aufgrund von VorschlĂ€gen aus der Mitte des Par- laments als stĂ€ndiges Mitglied: als stellvertretendes Mitglied: auf Vorschlag der Fraktion der SPD: Herr Abg. Tom Schreiber Frau Abg. Sebahat Atli Frau Barbara Loth Herr Horst Beckmann auf Vorschlag der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen: Frau Abg. Dr. Petra Vandrey Frau Dr. Annette Linkhorst Herr Abg. Christoph Wapler Frau Ingrid GĂŒlzow auf Vorschlag der Fraktion der CDU: Herr Abg. Sven Rissmann Herr Abg. Dr. Robbin Juhnke Herr Abg. Alexander Herrmann Herr Dr. Marc SchĂŒffner auf Vorschlag der Fraktion Die Linke: Frau Dr. Anna Luczak Herr Abg. Damiano Valgolio 2. zwei Personen aus der Richterschaft und ihre Stellver- tretung aus der Vorschlagsliste der auf Lebenszeit er- nannten Richterinnen und Richter als stĂ€ndiges Mitglied als stellvertretendes Mitglied Richterin am Kammergericht Katrin-Elena Schönberg Richter am Amtsgericht Kai-Uwe Herbst Vorsitzende Richterin am Landgericht Antje Werk Richterin am Kammergericht Dr. Katharina Jahntz 3. eine Person aus der Rechtsanwaltschaft und ihre Stell- vertretung aus der Vorschlagsliste der Rechtsanwalts- kammer Berlin als stĂ€ndiges Mitglied als stellvertretendes Mitglied RechtsanwĂ€ltin Dr. Kersten Woweries RechtsanwĂ€ltin Dr. Yvonne Kleinke Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 269 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 II. sowie gemÀà § 12 Abs. 1 Satz 2 RiGBln zu nicht- stĂ€ndigen Mitgliedern des Richterwahlausschusses gewĂ€hlt: 1. eine Person aus der Staatsanwaltschaft und ihre Stell- vertretung aus der Vorschlagsliste der auf Lebenszeit ernannten StaatsanwĂ€ltinnen und StaatsanwĂ€lte als Mitglied als stellvertretendes Mitglied OberstaatsanwĂ€ltin als Hauptabteilungsleiterin Ines Karl StaatsanwĂ€ltin als Gruppenleiterin Anne Wickinger 2. eine Richterin oder einen Richter der ordentlichen Gerichtsbarkeit sowie deren Stellvertretung aus der Vorschlagsliste der auf Lebenszeit ernannten Richte- rinnen und Richter der ordentlichen Gerichtsbarkeit als Mitglied als stellvertretendes Mitglied Vorsitzende Richterin am Landgericht Iris Uta Berger Richter am Amtsgericht Gregor Profitlich 3. eine Richterin oder einen Richter der Verwaltungsge- richtsbarkeit sowie deren Stellvertretung aus der Vor- schlagsliste der auf Lebenszeit ernannten Richterinnen und Richter der Verwaltungsgerichtsbarkeit als Mitglied als stellvertretendes Mitglied Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht Heike Grigoleit Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Dr. Justus Rind 4. eine Richterin oder einen Richter der Finanzgerichts- barkeit sowie deren Stellvertretung aus der Vorschlagslis- te der auf Lebenszeit ernannten Richterinnen und Richter der Finanzgerichtsbarkeit als Mitglied als stellvertretendes Mitglied Richter am Finanzgericht Andreas Arndt Vorsitzende Richterin am Finanzgericht Martina Stellmacher 5. eine Richterin oder einen Richter der Arbeitsgerichts- barkeit sowie deren Stellvertretung aus der Vor- schlagsliste der auf Lebenszeit ernannten Richterinnen und Richter der Arbeitsgerichtsbarkeit als Mitglied als stellvertretendes Mitglied Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht Dr. Aino Schleusener Richterin am Arbeitsgericht Dr. Christine Schulze-Doll 6. eine Richterin oder einen Richter der Sozialgerichts- barkeit sowie deren Stellvertretung aus der Vor- schlagsliste der auf Lebenszeit ernannten Richterinnen und Richter der Sozialgerichtsbarkeit Abgeordnetenhaus von Berlin 19. Wahlperiode Seite 270 Plenarprotokoll 19/5 27. Januar 2022 als Mitglied als stellvertretendes Mitglied Richterin am Sozialgericht Helen Dorn Richterin am Sozialgericht Karen Peters Zu lfd. Nr. 9: Wahl von fĂŒnf Personen zu ordentlichen Mitgliedern des Gnadenausschusses und fĂŒnf weiteren Personen zu stellvertretenden Mitgliedern des Gnadenausschusses Wahl Drucksache 19/0033 Es wurden gewĂ€hlt: auf Vorschlag der Fraktion der SPD: Frau Heidemarie Fischer als Mitglied Frau Monika Höppner als Mitglied Frau Burgunde Grosse als stellvertretendes Mitglied Frau Susanne Pape als stellvertretendes Mitglied auf Vorschlag der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen: Frau Dr. Annette Linkhorst als Mitglied Herr Abg. Benedikt Lux als stellvertretendes Mitglied auf Vorschlag der Fraktion der CDU: Herr Dieter Hapel als Mitglied Herr Gregor Hoffmann als stellvertretendes Mitglied auf Vorschlag der Fraktion Die Linke: Frau Kerstin Pohnke als Mitglied Herr Abg. Sebastian SchlĂŒsselburg als stellvertretendes Mitglied